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Inklusionstag

Inklusionstag in Heilbronn bringt Menschen gemeinsam aufs Eis

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Beim Inklusionstag des Heilbronner EC treffen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung auf dem Eis aufeinander. Die Veranstaltung zeigt, wie Sport Begegnungen schafft und Barrieren abbaut.

Von  web
Menschen mit und ohne Beeinträchtigung tragen sich beim Inklusionstag des Heilbronner EC auf dem Eis.
Foto: privat
Menschen mit und ohne Beeinträchtigung tragen sich beim Inklusionstag des Heilbronner EC auf dem Eis. Foto: privat  Foto: privat

Lachen und klirrende Schlittschuhe auf dem Eis – und mittendrin Rollstühle, Laufhilfen und strahlende Gesichter. Zum inzwischen vierten Mal hat der HEC-Eisbären zum Inklusionstag in die Eishalle geladen. Die Veranstaltung bringt Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam aufs Eis.

Der Inklusionstag wurde erstmals 2020 vor dem Corona-Lockdown ins Leben gerufen. Die Idee entstand aus dem Wunsch heraus, Menschen mit Beeinträchtigung die Chance zu geben, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und gemeinsam mit anderen unvergesslichen Momenten zu erleben. Organisiert wird der Aktionstag von Monika Hauss und ihrem Mann, die sich seit Jahren beim Heilbronner EC engagieren.  „Es ist wichtig, an alle zu denken“, sagt Monika Hauss. Genau aus diesem Gedanken heraus wurde der Inklusionstag ins Leben gerufen.

Die Eishalle Heilbronn wird zum Treffpunkt 

Bereits im Vorfeld war die Vorfreude groß. Viele Helfer engagierten sich, um für alle einen besonderen Tag zu gestalten. Bereits in den Jahren zuvor hatte der Verein regelmäßig Veranstaltungen organisiert, doch der Inklusionstag gewann rasch eine besondere Bedeutung. Seit der ersten Ausgabe wird die Veranstaltung von vielen Besuchern treu begleitet, die sich Jahr für Jahr aufs Neue darauf freuen.

Bereits lange vor dem offiziellen Beginn finden sich zahlreiche Menschen ein. Die Eishalle wird so zu einem Ort der Begegnung. Gruppen, Familien und Einzelpersonen kommen zusammen, um Schlittschuh zu laufen, neue Kontakte zu knüpfen und Berührungsängste abzubauen. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wagen sich zum ersten Mal aufs Eis. Begleitet werden sie von Betreuern und freiwilligen helfern.

Veranstaltung hat sich stetig weiterentwickelt  

Neben vielen positiven Rückmeldungen hat es in den vergangenen Jahren auch immer wieder einzelne Hinweise zur Verbesserung gegeben. So wurde unter anderem angemerkt, dass die Musik zeitweise als zu laut empfunden wurde und es auf der Eisfläche stellenweise sehr voll war.  Die Organisatoren zeigten sich offen für diese Anregungen und nahmen sie ernst. In den darauffolgenden Veranstaltungen wurde darauf geachtet, die Lautstärke anzupassen und den Ablauf so zu gestalten, dass mehr Übersicht und Raum für alle Beteiligten entsteht.

Beim Inklusionstag dabei war Para-Eishockey-Spieler Steven Betz, der sich seit viereinhalb Jahren wieder aktiv dem Sport widmet. Der gebürtige Karlsruher hatte nach einem Unfall mehrere Jahre pausieren müssen, fand dann jedoch zurück aufs Eis – und das mit voller Leidenschaft. „Es war, als hätte ich nie eine Pause gemacht“, beschreibt der deutsche Nationalmannschaftsspieler.

Nationalspieler Steven Betz als großes Vorbild 

Heute engagiert sich Steven Betz nicht nur sportlich, sondern auch allgemein als Vorbild für junge Menschen mit Beeinträchtigungen. Seiner Meinung nach sollte mindestens einmal im Jahr eine Veranstaltung wie in Heilbronn stattfinden, um das Thema stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. Beim Tag in der Eishalle ist das jedenfalls eindrucksvoll gelungen: Begegnungen auf Augenhöhe, gemeinsames Lachen und gegenseitige Unterstützung machten deutlich, wie wertvoll solche Veranstaltungen für die Gemeinschaft sind.

Viele Teilnehmer gingen mit strahlenden Gesichtern nach Hause. Die Vorfreude auf das nächste Jahr war schon jetzt spürbar. Auch dann sollen wieder neue Gesichter willkommen geheißen und gemeinsam unvergessliche Momente auf dem Eis geschaffen werden.




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