Drei Wissenschaftspreise an Hochschule Heilbronn vergeben

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Vier Mitarbeiter der Hochschule Heilbronn sind beim Tech-Day auf dem Campus in Sontheim gewürdigt worden. Das haben sie geleistet.

Beim Tech-Day der Hochschule Heilbronn werden Wissenschaftspreise der Hochschule Heilbronn verliehen.
Beim Tech-Day der Hochschule Heilbronn werden Wissenschaftspreise der Hochschule Heilbronn verliehen.  Foto: Simon Gajer

Der Förderkreis der Hochschule Heilbronn und die Thomas-Gessmann-Stiftung haben die Leistungen von Lehrenden, Forschern und Nachwuchswissenschaftlern der Hochschule Heilbronn (HHN) mit drei Wissenschaftspreisen gewürdigt, die jeweils mit 5000 Euro dotiert sind. Investitionen in die Bildung seien Investitionen in die Zukunft, sagte Götz von Waldeyer-Hartz, Förderkreis-Vorstandsmitglied. Seiner Ansicht nach seien sie auch die Investitionen mit der größtmöglichen Rendite. Insgesamt verfüge der Förderkreis über ein jährliches Budget in Höhe von 100.000 Euro. Das Geld fließe in die Ausstattung der Hochschule oder in Stipendien.

Götz von Waldeyer-Hartz ging auf die ehrenamtliche Arbeit im Förderkreis ein und berichtete von schönen Momenten. Gerade durch die Unterstützung von Studenten gelinge es, Lebensläufe positiv zu verändern.

Diese Mitarbeiter der Hochschule Heilbronn bekommen jeweils einen Preis

Beim Tech-Day auf dem Campus Sontheim wurden die Leistungen für hervorragende Lehre, herausragende Forschung und exzellente Dissertation gewürdigt. HHN-Rektor Oliver Lenzen lobte diesen Dreiklang. Dabei ging er unter anderem auf die Auszeichnung für die Promotion ein, bei der es um den Nachwuchs geht. Damit aber neue Wissenschaftler nachkommen könnten, brauche es eine "hervorragende Lehre".

Oliver Lenzen sprach in seiner kurzen Rede auch über Wissenschaft, die seiner Ansicht nach eine "vermittelnde Sprache" sei. Man kooperiere. Es sei wichtig, diese Tugend zu pflegen.

Der Wissenschaftspreis für exzellente Dissertation geht an Peter Seitz

Die Thomas-Gessmann-Stiftung hat den Wissenschaftspreis für exzellente Dissertation an Peter Seitz verliehen. In seiner Doktorarbeit  befasste dieser sich mit „Implementation of Safe Human Robot Collaboration for Ultrasound Guided Radiation Therapy“, also der Implementierung einer sicheren Mensch-Roboter-Kollaboration für die Ultraschallbasierte Strahlentherapie.

Laut einer Pressemitteilung der HHN sorge seine Arbeit dafür, dass die ultraschallgeführte Strahlentherapie optimiert werde. Insbesondere der Kontakt der Ultraschallsonde auf der Haut eines Patienten stehe im Fokus. Bei Bewegungen, etwa durch das Atmen, stelle das ein Problem dar. Zu diesem Zweck sei eine Atem- und Bewegungskompensation entwickelt worden, die mit der Steuerung eines Leichtbauroboters eine Neuentwicklung für diese Therapie darstelle.

Hilmar Weber, Vorstandsvorsitzender der Thomas-Gessmann-Stiftung, würdigte die Arbeit dafür, dass es sich hier um ein hochaktuelles Thema handele. Den Preis konnte Peter Seitz nicht entgegennehmen, stattdessen betrat HHN-Professor Rolf Bendl die Bühne. Er lobte den Preisträger unter anderem für seine Beharrlichkeit, mit der dieser am Thema geblieben sei. Peter Seitz studierte in Heilbronn Medizinische Informatik, ein Kooperationsstudiengang mit der Uni Heidelberg. In Heidelberg promovierte er, seit 2018 ist er HHN-Mitarbeiter.

Den Wissenschaftspreis für herausragende Forschung erhält Marc Wettlaufer

Marc Wettlaufer bekommt den Wissenschaftspreis der Thomas-Gessmann-Stiftung für herausragende Forschung. Der Forschungsprofessor für Werkstofftechnik und -wissenschaft leitet das Werkstoffzentrums der HHN – ein Labor mit dem Schwerpunkt metallische Werkstoffe.

Professor Marc Wettlaufer bekommt den HHN-Wissenschaftspreis der Thomas-Gessmann-Stiftung für herausragende Forschung.
Professor Marc Wettlaufer bekommt den HHN-Wissenschaftspreis der Thomas-Gessmann-Stiftung für herausragende Forschung.  Foto: Simon Gajer

Die Auszeichnung erhält er für sein Forschungsprojekt „Zerstörungsfreie Nitrierhärtebestimmung durch Wirbelstrom“, das sich laut HHN insbesondere an die Serienherstellung von metallischen Produkten richtet. Beim Nitrieren werde Stickstoff in die äußere Schicht eines Materials eingeführt, was es widerstandsfähiger mache. Die sogenannte Nitrierhärtetiefe ist laut einer Pressemitteilung die Tiefe, bis zu der ein Material durch den Nitrierprozess härter wird. 

Hilmar Weber, Vorstandsvorsitzender der Thomas-Gessmann-Stiftung, lobte die Arbeit unter anderem wegen ihrer "hohen Anwendungsorientierung". Man könne dadurch unter anderem Kosten beim Personal und Material einsparen, sagte er in seiner Laudatio.

Die Wirbelstrommessung hat laut HHN den Vorteil, dass das Produkt nicht zerstört wird, wie es auf herkömmliche Weise derzeit noch der Fall ist. Marc Wettlaufer habe herausgefunden, dass bei seinem Messvorgang anhand von zwei Spulen ein Wert entstehe, der Aufschluss über die wichtige Nitrierhärtetiefe gebe. 

Katja Mannschreck und Jochen Haas bekommen den Wissenschaftspreis für hervorragende Lehre

Der Förderkreis der Hochschule Heilbronn hat den Wissenschaftspreis für hervorragende Lehre an Katja Mannschreck und Jochen Haas überreicht, die im Studiengang Umwelt- und Prozessingenieurwesen lehren. Laut HHN haben beide ein neues Lehrkonzept für Erstis entwickelt, das unter dem Namen „Wake UP“ steht.

Professorin Katja Mannschreck gewinnt mit Kollege Professor Jochen Haas den HHN-Wissenschaftspreis für hervorragende Lehre.
Professorin Katja Mannschreck gewinnt mit Kollege Professor Jochen Haas den HHN-Wissenschaftspreis für hervorragende Lehre.  Foto: Simon Gajer

Darin kombinieren sie eine Vorlesung mit einer Projektwoche, die als Reallabor geplant ist. Hier stehe nicht die Wissensvermittlung im Vordergrund, sondern die Bewusstseinsbildung der Studierenden, was ihr zukünftiges Berufsbild als Ingenieur mit einer nachhaltigen Entwicklung in Gesellschaft und Technik zu tun habe. In der Projektwoche sollen Studierende ins Handeln kommen und ergebnisoffen eine aktuelle Fragestellung der nachhaltigen Entwicklung bearbeiten.

Ulrich Brecht, Prorektor für Studium und Lehre, lobte diesen Ansatz. Gerade an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften sei es neben der Fachkenntnisse wichtig, zusätzliche Komponenten reinzubringen. So könnten die Studenten einen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Jochen Haas ging darauf ein, wie es zu der Wake-UP-Idee gekommen sei: Man wolle zu Beginn des Studiums die Studenten dafür begeistern, was später auf sie zukommen könne.




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