Unternehmen gründen: Warum die Hochschule Heilbronn neben den Campus Founders aktiv ist
Ein eigenes Unternehmen gründen, mit der Firma erfolgreich sein: In Heilbronn wollen die Campus Founders nach eigenen Angaben das Start-up- und Innovations-Ökosystem in Heilbronn-Franken fördern. Sie sind auf dem Bildungscampus nicht allein.

Die Situation irritiert: Da errichtet die Dieter-Schwarz-Stiftung für die Campus Founders direkt auf dem Bildungscampus in Heilbronn einen Neubau. Und noch vor der Eröffnung dieses Leuchtturms vermeldet die Hochschule Heilbronn (HHN): Das Startklar-Gründungszentrum der Hochschule positioniere sich neu und wolle die Region mit neuen Start-ups stärken.
Campus Founders oder Hochschule? Für Martin Vural vom Startklar-Gründungszentrum der Hochschule steht kein „Oder“ in der Mitte der Aufzählung. Er sieht das neue Angebote der HHN als Ergänzung, „nicht als Abgrenzung“, betont er im Gespräch mit stimme.de. „Beide wollen die Gründungskultur vorantreiben.“ Und wenn es um das Netzwerken geht, die zahlreichen Kontakte untereinander, dann sind für ihn ohnehin alle im selben Boot: „Unser Ökosystem“, sagt er, und das hört sich ernstgemeint an.
Gründern unter die Arme greifen: So engagiert sich die Hochschule Heilbronn
Die Hochschule setzt sich bereits dafür ein, Studenten fürs Gründen zu faszinieren. Sie hat einen Masterstudiengang Entrepreneurship und ist mit dem Startklar-Gründungszentrum aktiv. Interessierten stehen hier beispielsweise ein sogenannter Makerspace mit CNC-Fräsmaschine oder Drei-D-Drucker zur Verfügung, im Digilab können sich Gründer in Bereichen wie Virtual und Augmented Reality, Gaming oder Cyber Security ausprobieren.
Die Bereitschaft, ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist jedenfalls unter Studenten gegeben. Es sei sogar gestiegen, sagt Marin Viral. „Das Interesse ist da.“
Für Start-ups kooperieren: So kommt es zur neuen Anlaufstelle
Was die Hochschule angeht, so haben sich die Förderungen von Bund und Land verändert. Der Bund, sagt Martin Vural, habe sein Projekt gestoppt, weil er die Länder dafür in der Pflicht sah. In Baden-Württemberg fördert nun das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst insgesamt sechs Gründungs-Hubs.
Heilbronn gehört zum Deep-Tech-Hub unter Federführung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Weitere Akteure in diesem Verbund sind die Universitäten Heidelberg und Mannheim sowie die Hochschulen Mannheim, Karlsruhe und Pforzheim. Bei Deep-Tech sah sich Heilbronn gut aufgehoben. „Wir haben hier unsere Infrastruktur aufgebaut“, so Martin Vural.
Für Gründer ein Vorteil: So profitieren Studenten vom Deep-Tech-Hub
In der Kooperation sieht Martin Vural einen großen Vorteil. „Jeder bringt seine Erfahrung mit.“ Nicht nur, was die konkrete Förderung von Projekten angeht. Auch Studenten und Gründer kommt diese Zusammenarbeit zugute. So können sie beispielsweise gegenseitig an Veranstaltungen der anderen Standorte teilnehmen. Und Heilbronn öffnet seine Makerspace-Räume für Gründer aus den anderen Hochschulen und Universitäten.
Außerdem stellt die Hochschule Hochschule ein eigenes digitales Tool zur Verfügung, mit dem Gründer-Teams herausfinden können, für welche Rolle die Mitglieder am ehesten geeignet sind – Geschäftsführer oder Produktentwicklung. „Manchmal ist es den Teams nicht bewusst“, so Martin Vural.
Campus Founders und Hochschule: Beide Anlaufstellen werben gegenseitig für sich, vermitteln auch potenzielle Gründer weiter. Manchmal hat die Hochschule den Eindruck, Gründer sind bei den Campus Founders besser aufgehoben. Manchmal ist es genau anders herum. Wer beispielsweise auf Geld aus dem Exist-Gründungsstipendium setzt, braucht die Hochschule. „Wir sind die einzigen, die hier einen solchen Antrag stellen können“, sagt Martin Vural. Es kann sich lohnen, kann es doch um mehrere Zehntausend Euro für ein Jahr gehen.
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