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Ex-OB wird 80

Helmut Himmelsbach über Heilbronn: Fortschritt ist atypisch und der Bürgerstolz ausgeprägt

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„Hier passiert viel mehr als in anderen Städten.“ Warum der ehemalige Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach ein Fan seiner Wahl-Heimat ist.

Helmut Himmelsbach, ehemaliger Oberbürgermeister von Heilbronn, feiert am 16. April seinen 80. Geburtstag, aber ganz ohne Trubel.
Helmut Himmelsbach, ehemaliger Oberbürgermeister von Heilbronn, feiert am 16. April seinen 80. Geburtstag, aber ganz ohne Trubel.  Foto: Ralf Seidel

„Wie es mir geht?“, fragt Heilbronns Ehrenbürger und Ex-OB Helmut Himmelsbach bester Laune. „Schauen Sie mich doch an:  Gut. Ich bin sehr zufrieden.“ 80 Jahre alt wird der ehemalige Oberbürgermeister von Heilbronn am 16. April, und dass er so fit und drahtig daherkommt, liegt sicher auch am Sportprogramm.

Himmelsbach spielt immer noch Fußball 

Begeisterter Skifahrer ist er nach wie vor. Regelmäßig reist er mit verschiedenen Freundesgruppen nach Bad Gastein und ins Zillertal. Auch auf die Buckelpiste? Ja klar. „Mein Alter habe ich schon im Hinterkopf, und vor einigen Jahren habe ich überlegt, aufzuhören. Aber ich stehe auf Skiern, seit ich fünf oder sechs Jahre alt bin, und habe mich noch nie ernsthaft verletzt.“ Dazu kommen zwei Sportgruppen, mit denen er Fußball spielt und Gymnastik macht, plus zehn Kilometer Nordic Walking jede Woche im Weinberg.

1999 hergezogen, lenkte er bis 2014 die Geschicke der Stadt. Im Herzen ist er schon lange Heilbronner. „Heilbronn hat es mir richtig leicht gemacht“, findet der gebürtige Oberndorfer und Ex-OB Heidenheims. Und so fiel nach kurzem Abwägen die Entscheidung nicht schwer, auch im Ruhestand am Fuße des Wartbergs wohnen zu bleiben.

Mit Heilbronner Freunden schaut er Bayern-München-Spiele

Neben dem Stammtisch in Bietigheim mit ehemaligen Kollegen vom Rathaus gibt es einen weiteren in Bad Rappenau mit amtierenden und ehemaligen Bürgermeistern. Dazu kommt der Heilbronner Treff zum Fußball schauen. Und zwar verpflichtend mit Bayern-München-Schal. Wer den vergessen hat oder den Spielausgang falsch tippt, zahlt zehn Euro ins Sparschwein. Ist es gemästet, gehen alle gemeinsam essen. „Der Zusammenhalt ist schön. Ich versuche, das zu pflegen.“ 

Nicht nur als ehemaliger Vizepräsident des deutschen Städtetags und somit als jemand, der einen guten Vergleich zu anderen Kommunen hat, hält er die Entwicklung Heilbronns für sehr besonders. „Der städtebauliche Fortschritt ist atypisch, hier passiert viel mehr als in anderen Städten.“ Eine der Grundlagen dafür war die Buga, die Himmelsbach nach Heilbronn holte. Darauf ist er stolz. Auch, dass er 2010 die Order gegeben hat, das Gebiet Steinäcker aufzukaufen, wo heute der Ipai entsteht.

Er ärgert sich, wenn jemand sagt, Heilbronn habe nichts zu bieten 

Trotzdem: „Aus der aktuellen Politik halte ich mich raus“, sagt der Mann, der mit 75 Jahren alle offiziellen Ämter in diversen Aufsichtsräten niedergelegt hat. Nur so viel: „Ich habe einen guten Nachfolger, man kann hochzufrieden sein. Ich ärgere mich, wenn jemand behauptet, dass Heilbronn nichts zu bieten hat und vermute, dass das auf Unkenntnis beruht.“ 

Auf eine Vielzahl von Projekten blickt er zufrieden zurück. Auf die Entente Florale als Einstieg „von mir und in eine grüne Entwicklung der Stadt“. Auf die Sanierung des Kiliansturms, die Bürgerstiftung, bei der er Ehrenvorsitzender ist, das Otto-Rettenmaier-Haus, die Kunsthalle Vogelmann. „Ohne Mäzenatentum gäbe es vieles nicht. Das ist herausragend und zeigt, dass der Bürgerstolz hier ausgeprägter ist als in anderen Städten.“ An seinem Ehrentag fährt er „weg, um dem Trubel zu entfliehen“. Eine Reise nach Andalusien, gemeinsam mit seiner Frau, wo er vom Klima über Kultur bis hin zum Essen alles liebt, steht später an. 




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