Heilbronner TUM-Professor unter Deutschlands Top-Talenten
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Jens Förderer vom TUM-Campus Heilbronn hat schon einen Preis für seine "herausragenden Betreuung von Promovierenden" erhalten, der Europäische Forschungsrat fördert seine Forschung zu Handy-Apps mit 1,5 Millionen Euro, nun erhielt der 35-Jährige die nächste Auszeichnung.
Professor Jens Förderer von der Technischen Universität München forscht am Campus Heilbronn.
Foto: privat
Die Arbeit von Jens Förderer zieht überregionale Aufmerksamkeit auf sich. Der Professor für Innovation und Digitalisierung am Campus Heilbronn der Technische Universität München gehört in diesem Jahr zu den „Top 40 unter 40“. Mit dieser Auszeichnung würdige das Wirtschaftsmagazin "Capital", so eine Pressemitteilung, herausragende Leistungen ambitionierter Hoffnungsträger aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft unter 40 Jahren.
Stolz sei er darauf, sagt der 35-Jährige im Gespräch mit stimme.de, es sei ja eine Anerkennung für die Arbeit. Jens Förderer blickt dabei zugleich über seine Person hinaus. Der Preis gelte auch dem Campus Heilbronn, sagt er.
Jens Förderer: TUM-Professor will Erkenntnisse der Forschung in die Praxis überführen
Der Preis ist das eine, wie Jens Förderer damit dann weitermacht, etwas anderes. "Es schürt eine gewisse Erwartungshaltung", sagt er mit einem Lächeln. "Was kann man noch machen?" Dabei ist der Ehrungsabend in Berlin wichtig gewesen, wo es auch ums Netzwerken gegangen ist. "Spannend ist der Transfer in die Praxis", sagt der Professor am Campus Heilbronn. Sprich: Wie geht die Politik mit den Erkenntnissen der Wissenschaft um?
Was es damit auf sich hat, zeigt ein Projekt des TUM-Wissenschaftlers. Bei Jens Förderer laufen in einer bedeutenden Angelegenheit die Fäden zusammen. Vor etwas über einem Jahr gab es für ihn und sein Team große Unterstützung: Für fünf Jahre fördert der Europäische Forschungsrat mit 1,5 Millionen Euro seine Forschung zum "Fairen Wettbewerb in den App-Stores" ("Fair Competition in App Markets"). Damit wollen sie herausbekommen, wie sich das Gesetz über digitale Märkte der Europäischen Union auf den Wettbewerb und die Innovation in den App-Stores von Apple und Google auswirkt.
Fair Competition in App Markets in der EU: Funktioniert der Wettbewerb in den App-Stores?
Für ein Zwischenergebnis ist es aus Sicht von Jens Förderer zu früh. Im ersten Jahr gehe es darum, die Daten zusammenzutragen, bittet er um Geduld. Liegen Ergebnisse vor, sollen sie in die Praxis überführt werden. Gespräche mit der Politik seien dazu in Heilbronn geplant, auch an ein Positionspapier denkt er.
Die großen Tech-Konzerne genauer beobachten: Die Forscher liegen mit ihrem Thema richtig, das zeigen jüngste Überlegungen in den USA. Dort fordert die Regierung, den Chrome-Browser von Google abzuspalten. Von einem solchen Schritt hält der TUM-Experte allerdings nichts. Das könne in diesem Markt "negative Konsequenzen für die Konsumenten" haben. "Ich erwarte eine kleinteilige Regulierung", sagte er. Seiner Ansicht nach profitieren Nutzer eher davon, wenn in App-Stores eingegriffen würde - indem beispielsweise eigene Anwendungen der Tech-Konzerne nicht bevorzugt angezeigt werden dürfen.
Auszeichnungen für TUM-Professor: So reagiert das Umfeld in Heilbronn
Dass Jens Förderer für seine Forschung prämiert wird, hat sich teilweise unter TUM-Studenten auf dem Bildungscampus in Heilbronn herumgesprochen. Ein paar hätten gratuliert, erzählt er. Und: "In meinen Kursen ist mehr los." Ob das auf die Auszeichnungen zurückzuführen ist, müsse man die Studenten fragen, sagt er. Ihm geht es um anderes: "Es sind brennende Themen."
Die Rahmenbedingungen tragen ihren Teil dazu bei, dass Jens Förderer sich überhaupt entfalten kann. "Die TUM bietet ein exzellentes Umfeld", sagt er. Auszeichnungen seien nur so möglich. Als Beispiel dafür nennt er die Anschubfinanzierung in Höhe von 50.000 Euro, um überhaupt erst die Idee zur App-Store-Forschung entwickeln zu können. Hinzugekommen sei dann noch die Hilfen durch TUM-Experten, die ihm beim Antrag an den Forschungsrat halfen und ihn für die wichtige Präsentation vorbereiteten. Wagniskapital, Training: "Das ist eine wahnsinnige Unterstützung."
Forschung zu App-Stores
Der Europäische Forschungsrat fördert mit 1,5 Millionen Euro für fünf Jahre die Forschung von Jens Förderer zum "Fairen Wettbewerb in den App-Stores" ("Fair Competition in App Markets"). Kurz nach Bekanntgabe der Förderung sagte er zu stimme.de: „Digitale Märkte spielen eine immens wichtige Rolle in der globalen Wirtschaft, werden aber von einigen wenigen Plattformen kontrolliert.“ Man müsse besser verstehen, "wie sich Wettbewerb, Innovation und Fairness in Digitalen Märkten sicherstellen lassen“.
Der freie Markt funktionierte bei App-Stores nicht. Wer anfangs nach Anwendungen suchte, bekam häufig gerade jene als Erstes angezeigt, die aus dem Hause des Store-Betreibers stammte. „Die eigenen Apps waren besser positioniert“, sagte Jens Förderer. Die EU schritt ein, bei der Bewertung der Apps müssen dieselben Kriterien angewendet werden. Doch wie effektiv sind die getroffenen Maßnahmen? Das will Jens Förderer mit seinem Team nun untersuchen. ing
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