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Heilbronn plant zweites Gebäude für Paul-Meyle-Schule in Sontheim

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Immer mehr Schüler, in die Jahre gekommene Räume: Die in Sontheim angesiedelte Paul-Meyle-Schule für Kinder mit geistigen und motorischen Problemen bekommt einen zweiten Standort. Das hat der Heilbronner Gemeinderat jetzt auf Basis einer Machbarkeitsstudie entschieden.

Die Sontheim angesiedelte Paul-Meyle-Schule soll über kurz oder lang ein zweites Gebäude bekommen. Bisher sind viele Klassen ausgelagert.
Die Sontheim angesiedelte Paul-Meyle-Schule soll über kurz oder lang ein zweites Gebäude bekommen. Bisher sind viele Klassen ausgelagert.  Foto: Seidel, Ralf

Die in Sontheim angesiedelte Paul-Meyle-Schule für Kinder mit geistigen und motorischen Problemen bekommt einen zweiten Standort an der Staufenbergstraße östlich des Südfriedhofs. Das hat der Heilbronner Gemeinderat jetzt auf Basis einer Studie entschieden, die neben dem Ort auch auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit abzielte. Nun sollen Planungen für dieses Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) anlaufen, also das Bebauungsplanverfahren, ein Wettbewerb mit Architekten und Landschaftsplanern sowie die Entwurfsplanung.

Anlass für den Neubau: Das alte Gebäude aus den 1980er Jahren wird den Ansprüchen laut Ratsvorlage räumlich und organisatorisch nicht mehr gerecht. Zudem wuchs die die Schülerzahl zuletzt jährlich um etwa zwei bis drei Klassen und dürfte laut Regierungspräsidium im Schuljahr 2034/35  bei 430 Kindern in 72 Klassen liegen. Dadurch müssten noch mehr Räume in anderen Schulen oder Gebäuden in Anspruch genommen werden.

 

 

Derzeit schon sind 250 Schüler auf sechs Standorte verteilt

Schon heute sind die 250 Schüler auf sechs Standorte verteilt, was laut Rathaus zunehmend zu organisatorischen und pädagogischen Problemen führt – die durch einen Neubau gelöst werden könnten, wobei manche der sogenannten Kooperativen Organisationsformen (KoF) auch im Sinne der Inklusion aufrecht erhalten werden sollen.

 

Das ins Auge gefasste Neubau-Grundstück liegt im Außenbereich, ist 1,5 Hektar groß und eigne sich für ein zwei- oder mehrgeschossiges Schulhaus plus Turnhalle. Zusammen mit einem bestehenden Gebäude in der Güldensteinstraße würde es den künftigen Platzbedarf wohl decken, heißt es. Die Außenstellen – mit Ausnahme der pädagogisch begründeten – könnten dann aufgelöst und an den beiden Standorten zusammengeführt werden.

Fertigstellung des geplanten Neubaus wohl frühestens in sieben Jahren

 Bezugsfertig wäre der Neubau wohl frühestens in sieben Jahren, zuvor müssten etwa die finanzielle Förderung durchs Land sowie der neue Flächennutzungs- und der Bebauungsplan gesichert werden. Organisatorisch und pädagogisch abgewogen werden muss laut Rathaus, ob die Schule als eigenständige Schule geführt oder an die Paul-Meyle-Schule angebunden wird.

Stadträte stehen hinter dem zweiten Gebäude für die Meyle-Schule

 Ratsdebatte Stadträte aller Fraktionen begrüßten die Planungen. Verena Schmidt (CDU) sprach von einem „deutlichen Signal für die Schulgemeinschaft“, Raphael Benner (AfD) von einem „klaren Bekenntnis“. Dass die Schülerzahlen „leider steigen“, nahm Marianne Kugler-Wendt (SPD) zu Kenntnis. Sie „ermunterte“ gleichzeitig die Verwaltung, das notwendige Geld für den Neubau bereitzustellen.

Wie wichtig entsprechende Räumlichkeiten für die gute sonderpädagogische Betreuung sind, hoben Ferdi Filiz (Grüne), Michael Kuhn (FWV) und Alfred Dagenbach (Pro) hervor. Nicht zuletzt Nico Weinmann (FDP) sprach von einem „Schritt in die richtige Richtung“, zumal alle Betroffenen in die bisherigen Planungen einbezogen worden seien.

Machbarkeitsstudie vom Stuttgarter Büro Drees & Sommer

Mit der Erstellung der Machbarkeitsstudie war das Stuttgarter Büro Drees & Sommer beauftragt, das viel Erfahrung in der Schulbauberatung hat, insbesondere in der Planung von Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) in Baden-Württemberg. Zudem wurden laut Rathaus die Schulleitungen der Paul-Meyle-Schule und der Staufenberg-Grundschule sowie das Staatliche Schulamt, Elternvertreter und weitere Akteure aus dem Schulumfeld bereits frühzeitig in die Suche nach einer Lösung für das Platzproblem der Paul-Meyle-Schule eingebunden.

Neben dem Standort in der Staufenbergstraße hat Drees & Sommer im Rahmen der Studie weitere Varianten geprüft, darunter einen Umzug der Paul-Meyle-Schule in das Gebäude der benachbarten Staufenberg-Grundschule sowie einen Neubau am Standort der Mörike-Realschule, die sich jedoch als nicht tragfähig erwiesen. Daneben beinhaltete die Studie die Erarbeitung eines Flächen- und Funktionsprogramms, die Erstellung eines darauf aufbauenden Massenmodells sowie die funktionale und konstruktive Überprüfung des Bestands. 




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