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Grundschule in Heilbronn
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Sorge um sichere Schulwege bei Einführung der Ganztagsschule in Alt-Böckingen

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Im Schuljahr 2025/26 startet in der Grundschule Alt-Böckingen die Ganztagsbetreuung. Die Elternbeiratsvorsitzende hält den Zeitpunkt wegen aktueller Baustellen für schlecht. Für die Schulamtsleiterin wäre eine Verschiebung keine Erleichterung.


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Dass die Ganztagsschule in der Grundschule Alt-Böckingen eigentlich eine gute Sache ist, darin sind sich laut Elternbeiratsvorsitzende Ramona Kuhnle beinahe alle weitgehend einig. Allein der Start im Schuljahr 2025/26 stößt den Eltern auf. Denn derzeit ist die Grundschule im Ortskern des größten Heilbronner Stadtteils wegen des Erweiterungsbaus und des Lebensmittelgeschäfts hangabwärts eine große Baustelle.

Elternbeiratsvorsitzende: Kein sicherer Weg für Kinder gewährleistet

Auf dem Weg in die Mittagspause müssten die Kinder eine Wegstrecke entlang befahrener Straßen laufen – laut Elternbeiratsvorsitzende ohne Betreuung. Die Kinder aus der 4. Klasse sollen laut Ramona Kuhnle zur Betreuung an die Kirchsteige in Böckingen runter gehen. Andere Klassenstufen sollen ins Gemeindehaus St. Kilian ausweichen.

Die Grundschule Alt-Böckingen ist derzeit eine Baustelle. Hier entstehen ein Erweiterungsbau und ein Lebensmittelmarkt.
Die Grundschule Alt-Böckingen ist derzeit eine Baustelle. Hier entstehen ein Erweiterungsbau und ein Lebensmittelmarkt.  Foto: Seidel, Ralf

„Es gab im Februar eine Zusage von der Stadt, in der Blumhardtstraße Sicherheitspoller aufzustellen. Immerhin handele es sich um eine enge Straße, vollgeparkt mit Autos und nur auf einer Seite ein Gehweg. „Auf die warten wir bis heute noch.“ In Böckingen, sagt die Elternbeiratsvorsitzende, sei durch „das schlimme Park- und Fahrverhältnis kein sicherer Weg für die Kinder gewährleistet“. Täglich wechselnde Baustellen, fehlende Zebrastreifen und Ampeln machen es gefährlich für Kinder, die dort unbetreut sind.

Schule in Böckingen: Elternbeiratsvorsitzende hofft auf genügend Personal für Betreuung

Ferner gebe es derzeit nur eine kleine Mensa an der Schule. Hier könnten maximal 35 Kinder gleichzeitig essen. „Wir haben aber 280 Kinder an der Schule.“ Die Elternbeiratsvorsitzende hofft, dass die Stadt bis September genug Personal für die Betreuung im Mittagsband bekommt, „dass wenigstens genug da sind, die die Kinder begleiten und einteilen, wer wann wohin muss und dort die Kinder dann auch betreut“. Für die Elternbeiratsvorsitzende steht fest, „dass man eigentlich nichts gut umgesetzt hat, um in diesen Ganztag zu starten“. Die Stadt habe kein Konzept.

Die Stadt Heilbronn und das städtische Tochterunternehmen, die Stadtsiedlung, realisieren einen Gebäudekomplex zur Erweiterung der Grundschule Alt-Böckingen sowie eines Lebensmittelmarkts. Der Spatenstich ist bereits erfolgt. Derzeit wird der Hochbau vorbereitet. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich noch zwei Jahre. Die Schule kann dann bis zu 430 Schüler aufnehmen. Die Baukosten liegen voraussichtlich bei rund 22 Millionen Euro. Der neue Gebäudekomplex hat städtebauliche Bedeutung für den größten Heilbronner Stadtteil. 

Die Heilbronner Stadtverwaltung will die Kritik nicht unwidersprochen stehen lassen. „Wie bereits im Elterninformationsabend angekündigt, werden wir für die Begleitung der Kinder zum Bürgerhaus und zum katholischen Gemeindezentrum sorgen“, sagt Karin Schüttler, Leiterin des Schul-, Kultur- und Sportamts. „Mit dem Amt für Straßenwesen und dem Ordnungsamt sind wir außerdem im Kontakt, um die Baustellensituation auch verkehrstechnisch nochmals zu prüfen und gegebenenfalls die Beschilderung, beziehungsweise die Fußgängerführung anzupassen.“

Heilbronner Schulamtsleiterin: Startpunkt ist mit der Grundschule abgestimmt

Der Startpunkt für die verbindliche Ganztagsschule in der Grundschule Alt-Böckingen sei mit der Schule abgestimmt worden, sagt Schüttler. Der damit veränderte Schulalltag sollte nicht gleichzeitig mit den Vorbereitungen für den Umzug und die Einweihung der neuen Räume selbst erfolgen. „Die Grundschule kann in den kommenden eineinhalb bis zwei Jahren, die für die Bauzeit anfallen, die ersten Erfahrungen im schulischen Ganztag sammeln“, erklärt Schüttler. Erfahrungsgemäß stelle die Einführung des Ganztags einen Prozess dar, der nicht kurzfristig abgeschlossen sei.

Die Genehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart für die Einrichtung des verbindlichen Ganztags zum Beginn des kommenden Schuljahres liege vor, erläutert Karin Schüttler. Bei der Stadt Heilbronn liefen die Personalbesetzungsverfahren für die kommunalen Betreuungsangebote. Beim Staatlichen Schulamt Heilbronn wird die Zuteilung der Deputate für die Lehrkräfte auf der Grundlage der Genehmigung vorgenommen. Schüttler: „Eine Verschiebung um zwei Schuljahre ist keine Option und würde für die Schule keine Erleichterung darstellen.“




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