„Gutes Miteinander“ – Elly-Heuss-Knapp-Gemeinschaftsschule feiert 50-jähriges Bestehen
Vergangenes feiern, Zukunft gestalten: Unter diesem Motto stehen die großen Feiern zum runden Geburtstag der Elly-Heuss-Knapp-Gemeinschaftsschule. Die Schulleiterin hat nur einen Wunsch.

Was die Elly-Heuss-Knapp-Gemeinschaftsschule in Heilbronn-Böckingen ausmacht? Rektorin Dorothea Piontek muss nicht lange überlegen, schnell antwortet sie: „Das gute Miteinander.“ Zusammenarbeiten, füreinander einstehen und sich helfen, das zeichne Gemeinschaftsschulen aus. „Das ist notwendig“, sagt sie. Die Elly, wie die Schule liebevoll genannt wird, besteht seit 50 Jahren. Groß gefeiert wird dieser Geburtstag am Freitag, 25. Juli: Nach einem Festakt für geladene Gäste beginnt das Schulfest um 16 Uhr.
Die Elly ist inhaltlich nicht abgeschlossen. Es sei eine Schule, die in Bewegung geblieben ist, sagt die Rektorin. Sie habe sich stets weiterentwickelt. Gut 750 Schüler besuchen derzeit die Gemeinschaftsschule, 230 davon die Grundschule, die übrigen gehen auf die weiterführende Schule, die gute Arbeit leistet. Dorothea Piontek blickt dabei auf die Abschlüsse, die die Kinder machen.
Elly-Heuss-Knapp-Gemeinschaftsschule: So erfolgreich beenden Kinder die weiterführende Schule
Keiner ist dieses Jahr durchgefallen, und im Schnitt schafft eine Hälfte der Jugendlichen den Hauptschul-Abschluss, die andere verlässt die Elly nach der Mittleren Reife. Für viele ist das eine Verbesserung verglichen mit den Empfehlungen der Grundschule, so die Rektorin. Nach der Vierten seien mehr Kinder mit einer Grundschulempfehlung gekommen, die Arbeiten auf grundlegendem Niveau empfahl – was damals also nicht auf die Mittlere Reife hindeutete.
Dorothea Piontek weiß deshalb um die gute Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen, die mit den Kindern auf unterschiedlichen Leistungsniveaus arbeiten. Gemeinschaftsschulen bräuchten „arbeitswillige Kollegen“, sagt sie. Die Lehrer würden hier differenzieren – also den Kinder Aufgaben geben, die deren Leistungsniveau entsprechen. An Gemeinschaftsschulen wird auf drei Niveaus unterrichtet, dem grundlegenden, mittleren und erweiterten Niveau.
Das Elly wartet seit einem Jahrzehnt auf die nötige Erweiterung
Die Elly ist seit zehn Jahren eine Gemeinschaftsschule, und genauso lange warten alle auf die schon damals angedeutete Erweiterung durch Stadt und Gemeinderat. Hätte die Rektorin einen Wunsch zum Jubiläumsfest für ihre Schule frei, es wäre diese Vergrößerung.
Es gibt schon eine Studie, wie mit einem neuen Bauteil Grund- und weiterführende Schule miteinander verbunden werden könnten. Nur: Laut Dorothea Piontek sind diese Entwürfe längst hinfällig. Zweizügig ging die Gemeinschaftsschule vor einem Jahrzehnt los, mittlerweile gibt es ab Klasse fünf die Tendenz zu vier Klassen pro Stufe.
Dafür werden die Räume benötigt
Fachräume, Klassenzimmer, Platz für das notwendige Coaching, Inklusion: Alles braucht mehr Platz. Was es statt der Investition in ein neues Gebäude gibt, sind Container als Provisorium. Immerhin: Stadt, Architekten und Schulen treffen sich noch vor dem Jubiläumsfest, um eine neue Machbarkeitsstudie zur Erweiterung zu erarbeiten.
Nicht nur das Schulgebäude braucht Platz. Dorothea Piontek sieht auch Bedarf an der Turnhalle, die aktuell mit drei Hallenteilen auskommt. Vier weitere seien nötig, sagt sie. Die Gemeinschaftsschule hat ein Sport-Profil, würde gern als Ganztagsschule auch mehr sportliche AG anbieten. „Das können wir gar nicht“, bedauert sie. Sport machen in der Halle schließlich auch die Jugendlichen des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums.
Trotz der Enge und Provisorien: „Es funktioniert“, sagt Dorothea Piontek, die dafür einen Grund nennt. „Es ist das Team, die Kolleginnen und Kollegen machen das Beste daraus.“
Auch die Eltern und Kinder bringen sich ein, gerade die derzeitigen Schülervertreter lobt die Rektorin. Trotz Schulabschluss engagieren sie sich weiterhin. „Sie sind da, wenn wir sie brauchen.“
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