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Quartier Hochgelegen

Günstiges Wohnen in Heilbronn: Warum die Stadtsiedlung auf Drei-Zimmer-Wohnungen setzt

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Das neue Wohnquartier Hochgelegen ist für die Stadtsiedlung Heilbronn das größte Bauprojekt. Hunderte Menschen wohnen hier bereits, nun hat sich der Bezirksbeirat Neckargartach dort umgeschaut. Und Spannendes erfahren.


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Das Wohnquartier Hochgelegen wächst. Noch immer sind Bautrupps tätig, während in den ersten Gebäuden schon Hunderte Menschen wohnen. Kinder spielen im Freien, Eltern sind mit ihrem Nachwuchs am zentralen Spielplatz. Es tut sich einiges, und längst sind nicht alle Ideen umgesetzt. „Es ist die größte zusammenhängende Quartiersentwicklung seit Jahrzehnten für die Stadtsiedlung“, sagt Michael Schanz, Prokurist des städtischen Unternehmens, als er den Bezirksbeirat Neckargartach durch das Wohngebiet führt.

Bezahlbarer Wohnraum für Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein ist ein Thema, das viele umtreibt. 50 Prozent der Wohnungen im Hochgelegen seien öffentlich gefördert und stünden damit nur diesen Mietern zur Verfügung, sagt Michael Schanz. Eine noch höhere Quote hätte die Stadtsiedlung angehen können. Grund sei, dass viele Familien einen Anspruch auf Wohnen in solchen Appartements haben.

Wohnungen im Hochgelegen: Das kosten die Wohnungen in diesem Heilbronner Quartier

Zwei bis fünf Zimmer groß seien die Wohnungen der Stadtsiedlung, so Michael Schanz. Die Preise lägen zwischen 7,50 und 8,50 Euro je Quadratmeter in den Wohnungen, die von der öffentlichen Hand gefördert werden. Zwischen elf und 13,50 Euro je Quadratmeter sind es bei den übrigen Wohnungen.

Hunderte Bürger wohnen schon im Quartier Hochgelegen, weitere Gebäude kommen.
Hunderte Bürger wohnen schon im Quartier Hochgelegen, weitere Gebäude kommen.  Foto: Kunz, Christiana

Die Stadtsiedlung investiert dabei in viele Drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe von etwas über 60 Quadratmetern. Grund: Alleinerziehende mit einem Kind, die einen Wohnberechtigungsschein haben, werden für Wohnungen bis zu dieser Größe von der öffentlichen Hand unterstützt, erklärt Michael Schanz.

So viele Wohnungen sind im Heilbronner Wohngebiet Hochgelegen bereits fertig

Wohngelegen ist längst nicht fertig. 750 Wohnungen sind es am Ende, im Frühjahr 2027 sollen die Bautrupps abrücken. Aktuell bezogen seien schon 500 Wohnungen, 350 davon gehören der Stadtsiedlung. Das Siedlungswerk ist ebenfalls dort, kümmert sich um weitere Gebäude.

Der Neckargartacher Bezirksbeirat ist beim Rundgang von der Architektur angetan. Auch die „Grüne Lunge des Quartiers“, wie Michael Schanz den Bereich mit dem Spielplatz bezeichnet, bewundert das Gremium. Andreas Mayer, Sprecher des Bezirksbeirats, vergleicht das Quartier mit dem neuen Stadtteil Neckarbogen auf dem ehemaligen Gelände der Bundesgartenschau: Dort stünden die Gebäude viel dichter, im Hochgelegen sei es lockerer, lobt er.

Wohnen im Hochgelegen in Heilbronn: Mieter entwickeln eigene Identität

Mieter fühlen sich wohl, es entsteht eine Identität. Das ist den Ausführungen von Michael Schanz zu entnehmen. Nach einem ersten Fest seien Bewohner auf die Stadtsiedlung zugekommen und hätten sich danach erkundigt, ob sie denn mal selbst einen Weihnachtsmarkt ausrichten könnten. Das Unternehmen stehe der Idee nicht im Weg. 

Hochgelegen kommt ohne Autos aus. Das führt sogar so weit, dass es längst nicht für alle Wohnungen einen Kfz-Stellplatz in der Tiefgarage gibt. „Das funktioniert, Stand jetzt, ganz gut“, sagt Michael Schanz. Zum Entladen dürfen Autos bis vor die Häuser fahren, sonst sind Fahrzeuge tabu. Zudem hat es viel Platz für Fahrräder. Lastenräder können gemietet werden, auch auf Carsharing setzt die Stadtsiedlung mittelfristig.

Quartierszentrum im Hochgelegen wird zentrale Anlaufstelle für die Bewohner

Zu den letzten Gebäuden, die gebaut werden, gehört auch das Quartierszentrum samt 50 Wohnungen und Wohnraum für Menschen mit Handicap. Auch Kinder können in dem Haus betreut werden.

Zum Quartierszentrum gehören dann eigene Räume für das Quartiersbüro als zentrale Anlaufstelle für Menschen, die dort wohnen. Weitere öffentliche Räume kommen, die auch von Klubs genutzt werden können. „Es ist kein abgeschlossenes Quartier“, sagt Michael Schanz, „sondern ein offenes, in dem Menschen zusammenkommen.“

Unterwegs im Hochgelegen: Michael Schanz (links), Prokurist der Stadtsiedlung Heilbronn, führt den Bezirksbeirat Neckargartach durch das Wohngebiet.
Unterwegs im Hochgelegen: Michael Schanz (links), Prokurist der Stadtsiedlung Heilbronn, führt den Bezirksbeirat Neckargartach durch das Wohngebiet.  Foto: Gajer, Simon

Vereine stellen sich vor: Das ist im Heilbronner Hochgelegen geplant

Im Heilbronner Hochgelegen entwickele sich eine „eigene, kleine Gemeinschaft mit eigener Identität“, sagt Andreas Mayer anerkennend. Vereine und Kirchen aus Neckargartach, zu dem das Quartier Hochgelegen gehört, machen auf sich aufmerksam, um Menschen von dort für sich zu gewinnen, weiß der Sprecher des Bezirksbeirats. Böckinger Gruppen machten das genauso. Und wer weiß – vielleicht werde Hochgelegen zu einem eigenen Stadtteil, so Andreas Mayer.

Neckargartach hat jedenfalls noch viel vor, beispielsweise sollen sich einmal alle Vereine und Gruppen im Hochgelegen vorstellen. „Da kommt man miteinander ins Gespräch“, sagt Andreas Mayer.

Die sogenannte schwäbische Kehrwoche, also das Reinigen von Treppenhäusern und Eingangsbereichen durch die Mieter selbst, gibt es im Hochgelegen nicht. Die Stadtsiedlung hat diese Aufgabe an Dienstleister vergeben. Die Erfahrungen gäben der Stadtsiedlung Recht. Michael Schanz, Prokurist des Unternehmens, sagt: Auch an anderen Häusern zeige sich, dass man weniger Ärger habe, wenn sich Externe darum kümmern.




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