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Hochschule Heilbronn

„Gefühl vermittelt, dass man es schafft“: Veronika Landhäußer wird bei Promotion unterstützt

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„Virtual Reality in der Alkoholsuchttherapie“: Zu diesem Thema forscht Veronika Landhäußer an der Hochschule Heilbronn. Sie ist die erste, die ein besondere Förderung bekommt.

Erste Stipendiatin des Ursula-Lapp-Promotionsstipendiums: Veronika Landhäußer, die an der Hochschule Heilbronn im Fachbereich Software Engineering studiert hat, forscht an der Anwendung von Virtual Reality in der Alkoholsuchttherapie.
Erste Stipendiatin des Ursula-Lapp-Promotionsstipendiums: Veronika Landhäußer, die an der Hochschule Heilbronn im Fachbereich Software Engineering studiert hat, forscht an der Anwendung von Virtual Reality in der Alkoholsuchttherapie.  Foto: Gajer, Simon

Wer an der Hochschule Heilbronn forscht, dem stehen gut 50 Förderprogramme zur finanziellen Unterstützung zur Verfügung, teilweise kommt das Geld über bundesweite Programme. Auch Promovierende können Finanzspritzen erhalten. Veronika Landhäußer ist die erste, die das neue Ursula-Ida-Lapp-Promotions-Stipendium erhält.

Veronika Landhäußer ist stolz darauf, das Stipendium zu bekommen. Man musste sich bewerben, erzählt sie. Also punktete sie mit ihrem Thema und der Arbeitsweise, überlegt sie. „Das ist eine coole Sache“, sagt die Forscherin aus Helmstadt-Bargen im Kraichgau. Im Fachbereich Software Engineering befasst sie sich mit der Anwendung von Virtual Reality in der Alkoholsuchttherapie. Bei der Forschung arbeitet sie schon zu Studiumszeiten mit Alexander Bazhanov, der ebenfalls promoviert.

Das steckt hinter dem neuen Ursula-Ida-Lapp-Promotions-Stipendium

Es steckt für Veronika Landhäußer bei dem Stipendium mehr dahinter als eine finanzielle Förderung in Höhe von 2000 Euro pro Monat für die kommenden drei Jahre. Lapp, nach eigenen Angaben weltweit führender Anbieter von integrierten Lösungen und Markenprodukten im Bereich der Kabel- und Verbindungstechnologie, unterstützt mit diesem Programm promovierende Frauen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (Mint). 

Das fasziniert die Stipendiatin. Der Weg in sogenannte Mint-Berufe sei zwar nicht leicht, aber es gebe Menschen, die einen fördern. „Man bekommt das Gefühl vermittelt, dass man es schafft“, sagt Veronika Landhäußer. Dass man Frauen mit solchen Möglichkeiten gezielt anspricht, das sei der richtige Weg. Die Hochschule Heilbronn befinde sich hier schon auf dem richtigen Weg.

Frauen für Mint-Berufe begeistern: Darauf kommt es der Stipendiatin an

Mehr Frauen für Mint-Berufe zu begeistern, das ist die Absicht vieler. Veronika Landhäußer weiß, dass es mit einer Förderung während des Studiums oder der Promotion nicht getan ist. „Man muss viel früher ansetzen“, sagt sie. Wichtig seien hier Vorbilder. Dass sie von einem allgemeinbildenden Gymnasium an ein technisches Gymnasium wechselte und dort erstmals mit Informatik zu tun hatte, verdankt sie einer Freundin. „Sie hat sich getraut, und deshalb habe ich mich getraut.“

Ähnlich die Promotion: Dass Veronika Landhäußer diesen Schritt gesetzt hat, das führt sie auf die Initiative ihres Professors Gerrit Meixner zurück. 

Damit befasst sich Veronika Landhäußer in ihrer Forschung

Mit ihrer Forschung hofft die Stipendiatin, langfristige Erfolge in der Alkoholsuchttherapie zu ermöglichen. Dort würde in der Behandlung beispielsweise den Patienten unter anderem eine Flasche hingestellt. Öffnen, anfassen – alles sei erlaubt, außer zu trinken, weiß Veronika Landhäußer. Ihre Arbeit geht darüber hinaus und basiert auf Ansätzen von Computer-Spielen. Virtuelle Räume würden geschaffen und auf VR-Brillen projiziert. Diese Zimmer müssten aufgeräumt werden. Wohin mit der Wäsche, wohin mit den Alkoholflaschen? Die Patienten sollten mit ihrer Sucht konfrontiert werden und erleben: „Es ist machbar, ohne rückfällig zu werden.“

Das Stipendium bietet Veronika Landhäußer finanzielle Sicherheit, sollte sie beispielsweise aus persönlichen Gründen bei ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit kürzer treten müssen. „Ich müsste mir dann keine Gedanken machen.“ Denn derzeit arbeitet sie, trotz des Stipendiums. Bei der Promotion kooperiert sie mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, und dort ist sie tätig. Außerdem begleitet das Zentrum für Psychiatrie in Weinsberg die Forscherin. 

Die ersten Reaktionen von Patienten seien positiv. Die würden es begrüßen, dass man sich ihnen zuwendet und sich um sie kümmere, sagt Veronika Landhäußer. Viele Alkoholkranke würden rückfällig.

Matthias Lapp, CEO der Lapp-Gruppe, gratulierte im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung der ersten Stipendiatin Veronika Landhäußer. „Mit dem Stipendium fördern wir herausragende Leistungen von promovierenden Wissenschaftlerinnen“, zitiert ihn eine Pressemitteilung. „Ins Leben gerufen haben wir es im Andenken an unsere Firmengründerin Ursula Ida Lapp: Es ist uns ein großes Anliegen, Frauen im männerdominierten Mint-Bereich zu unterstützen, denn hier steckt großes, noch ungenutztes Potenzial für die Innovationskraft Deutschlands.”




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