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Drittliga-Fußball in Heilbronn: Polizei bereitet sich auf mögliche Krawalle vor

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Noch ist der SGV Freiberg nicht in der 3. Liga. Sollte das passieren, ist  mit tausenden Fans der gegnerischen Mannschaft zu rechnen. Darunter auch gewaltbereite.


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Heilbronn rüstet sich für die Fußballspiele des SGV Freiberg. Ab kommender Saison spielt die Mannschaft aus der Regionalliga Südwest im Frankenstadion. Gelingt dem momentanen Tabellenführer der Aufstieg in die 3. Liga, werden die Heimspiele ein größeres Thema fürs Polizeipräsidium Heilbronn. Ein Teil der Fans der Drittliga-Mannschaften von Waldhof Mannheim, Hansa Rostock oder Erzgebirge Aue gilt als gewaltbereit. Sollten Dynamo Dresden und FC Magdeburg aus der zweiten Fußballbundesliga absteigen, könnte bei einem Heimspiel der SGV Freiberg Ungemach in Heilbronn drohen.

Drittliga-Fußball in Heilbronn: Polizei bereits im Austausch mit Präsidium Mannheim

Im Hintergrund laufen beim Polizeipräsidium Heilbronn bereits die Planungen. Dazu gehöre die Frage nach der Verkehrsführung, den Parkplätzen, der Zu- und Abfahrten der öffentlichen Verkehrsmittel, erklärt Pressesprecher Frank Belz (54). „Je nachdem, was für ein Fanpotenzial kommt, wird es für uns Aufgaben geben.“ Die Polizei sei bereits im Austausch mit dem Präsidium in Mannheim, die mit Fans von Waldhof Mannheim bereits ausreichend Erfahrung haben. Bei Spielen, die aus Sicht der Polizei Potenzial für gewalttätige Auseinandersetzungen haben könnten, fordere man Hundertschaften bei der Direktion Einsatz in Göppingen an. Ähnlich, wie jüngst bei AfD-Veranstaltungen.

Bei einem Drittligaspiel der SG Dynamo Dresden ist es zu einem Einsatz der Polizei gekommen. Foto: dpa
Bei einem Drittligaspiel der SG Dynamo Dresden ist es zu einem Einsatz der Polizei gekommen. Foto: dpa  Foto: Sebastian Kahnert

Den harten Kern eingefleischter Freiberger schätzt Fanbeauftragter auf 20 bis 25 Fans

Weniger Gedanken macht sich die Polizei über gewaltbereite Fans aus Freiberg. Diesem Eindruck kann Fanbeauftragter Max Winkel zustimmen. Er ist Ansprechpartner für die Fanbeauftragten der gegnerischen Mannschaft, für die Polizei und für die Stadt. Den harten Kern eingefleischter Freiberger schätzt Winkel auf 20 bis 25 Fans, die auch zu Auswärtsspielen mitfahren. Bei Heimspielen seien zwischen 700 und 800 Zuschauer im Stadion. Vergangenes Wochenende seien 1200 gewesen.

„Der Altersdurchschnitt der Freiberger Fans liegt bei 40 plus“, sagt der 36-Jährige. Gewalt spiele da keine Rolle. Ungemütlich sei es bereits bei Spielen in der bisherigen Regionalliga Südwest gewesen. Als Fans der Kickers aus Stuttgart oder aus Offenbach zu Gast waren. „Da wurde dann schon ein wenig gezündelt.“ Ostermontag kommen die Stuttgarter Kickers. Da könnten es durchaus mehr Zuschauer werden als am vergangenen Wochenende. „Das hat dann eine gewisse Sicherheitsrelevanz. Wir sind im Austausch.“

Bei Sprung in 3. Liga: Fanbeauftragter rechnet mit bis zu 15.000 Gästefans in Heilbronn

Sollte der Sprung in die 3. Liga gelingen und Fans der Mannschaften aus Rostock oder Dresden kommen, rechnet Winkel mit bis zu 15.000 Gästefans, die dann nicht mehr in Freiberg, sondern in Heilbronn sein werden. „Da muss man sich vorbereiten. Aber so weit sind wir noch nicht.“ Bis zum möglichen Aufstieg denke man von Spiel zu Spiel.So wie die Polizei von Einsatz zu Einsatz Erfahrungen sammeln wird.

„Ein Lerneffekt wird da sein“, sagt Belz von der Polizei. Eine Trennung der beiden Fanlager von Freiberg und den Auswärtsgästen sei sicher nicht notwendig. Der überwiegende Teil der Spiele könne von den Polizeirevieren betreut werden. Eine Hundertschaft seien dann nicht nötig. Kosten für die Einsätze bezahle das Land.

Gewaltbereite Fußballfans treffen sich auf Autobahnrastplätzen oder Tankstellen

Die Überlegungen der Polizei richten sich nicht allein auf den Bereich um das Frankenstadion. Möglicherweise kommt es zu Begegnungen der Auswärtsfans mit gewaltbereiten Anhängern von Fußballclubs aus den beiden ersten Ligen, die auf der Heimreise sind. Beliebte Treffpunkte sind Autobahnrastplätze oder Tankstellen. 




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