FSJ Kultur in der Stadtbibliothek Heilbronn: Berufspraxis sammeln und eigene Projekte anstoßen
Von Kundenberatung über Thekendienst bis zum eigenen Podcast: Der 18-Jährige Elias Volz macht ein FSJ Kultur in der Stadtbibliothek Heilbronn und kann sich dabei in vielen Bereichen einbringen.

Berufserfahrung sammeln, den Umgang mit Kunden lernen und eigene Projekte durchführen: Das alles ist im FSJ Kultur in der Stadtbibliothek Heilbronn möglich, wie FSJler Elias Volz berichtet. Statt der 13. Klasse hat sich der 18-Jährige für das freiwillige soziale Jahr entschieden. „Von einem Lehrer habe ich erfahren, dass es die Möglichkeit gibt, nach der zwölften Klasse ein FSJ zu machen und danach automatisch die Fachhochschulreife zu bekommen“, sagt der Abstatter, der das Wirtschaftsgymnasium an der Gustav-von-Schmoller-Schule in Heilbronn besucht hat.
Das letzte Schuljahr mit einem FSJ zu ersetzen, erschien Volz sinnvoll: „Es hat sich für mich echt super angehört, dass ich ein bisschen ins Berufsleben eintauchen kann und danach trotzdem einen Abschluss habe.“ Der Bereich Kultur habe ihn schon immer interessiert. Bereits als Kind sei er gerne in der Stadtbibliothek gewesen. Seine Bewerbung habe er ganz unkompliziert per Online-Formular ausgefüllt, etwa fünf Monate vor dem Start des FSJ. Ein ausführliches Anschreiben sei nicht nötig gewesen. Im Bewerbungsgespräch konnte der 18-Jährige überzeugen – und ist jetzt Teil eines 35-köpfigen Teams.
Mithilfe bei Veranstaltungen, Kundenberatung, eigener Podcast: Vielseitige Aufgaben im FSJ Kultur
Von der Kundenberatung über den Thekendienst, Unterstützung von Veranstaltungen bis zum eigenen Podcast-Projekt: Die Tätigkeitsbereiche sind vielfältig. „Man sollte auf jeden Fall gut mit Kundenkontakt klarkommen“, sagt Volz. Auch ein Interesse für Bücher und Medien sei von Vorteil.
„Momentan verbringe ich viel Zeit mit dem Schneiden von Podcast-Folgen – das ist gerade mein größtes Projekt.“ Auch in den Zweigstellen der Stadtbibliothek ist Volz im Einsatz. „Jeden Dienstag bin ich in Böckingen, ab und zu auch in Biberach, wenn dort Veranstaltungen stattfinden.“ In Heilbronn ist der 18-Jährige vor allem zuständig für die Kinderbibliothek. Dort kennt er sich inzwischen bestens aus und steht Kunden gerne für Fragen bereit.

Monatliches Taschengeld von 400 Euro
Die meisten Tage seiner 35-Stunden-Woche beginnen damit, dass er zurückgegebene Bücher und Medien in die Regale sortiert. „Das geht meistens etwa bis 9 Uhr.“ Was dann folge, sei jeden Tag sehr unterschiedlich. „Es steht eigentlich immer etwas anderes an.“ Am Schreibtisch sitze er wenig. Stattdessen stehe täglich viel operative Arbeit an. Eine Zeit lang habe er beispielsweise gemeinsam mit einer Auszubildenden Bücherpakete verpackt, die der Freundeskreis der Stadtbibliothek an die Plattform Bookbot verkauft hatte. „Manchmal bekomme ich auch die Aufgabe, eine Medientasche für Schulklassen zu einem bestimmten Thema zusammenzustellen“, sagt er.
Im eigenen Podcast-Studio der Stadtbibliothek nimmt Volz Gespräche mit Schülerinnen und Schülern auf, die ihre Lieblingsbücher vorstellen. Die Gespräche verarbeitet er anschließend per Schnittprogramm und lädt die entstandenen Folgen im Podcast „Buch vorstellen – Podcast aufnehmen“ der Stadtbibliothek auf Spotify und anderen Streaming-Plattformen hoch. Zudem hat er die Möglichkeit, auf dem Klavier in der Stadtbibliothek zu spielen und zum Beispiel Jingles für den Podcast aufzunehmen. Auch könne er kreativ sein und habe schon mal Plakate für eine Veranstaltung gestaltet. Für seine Arbeit bekommt er ein monatliches Taschengeld von 400 Euro.
Begleitende Seminare im FSJ Kultur
Unterstützend zum praktischen Teil besucht Volz im Rahmen seines FSJs insgesamt vier verschiedene Seminare, die jeweils eine Woche dauern. Dort hat er viele andere junge Leute kennengelernt, die ebenfalls ein FSJ Kultur in anderen Einrichtungen machen. „Zuletzt hatten wir beispielsweise einen Selbstfindungsworkshop oder einen Kurs namens Body Percussion und Gesang.“ Die Seminare würden ihm viel Spaß machen. „Ich habe darüber auch einige neue Freunde gefunden.“

Träger der Ausbildung ist die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Baden-Württemberg (LKJ). Bei der Stadt Heilbronn selbst ist pro Jahr nur eine FSJ-Kultur-Stelle ausgeschrieben. Jedoch wird das FSJ Kultur auch in anderen Einrichtungen angeboten, beispielsweise im Kammerorchester Heilbronn. Weitere Infos zum Thema FSJ oder Bundesfreiwilligendienst gibt es hier.
Nach dem FSJ: Viele Interessen, viele Möglichkeiten
Was er im Anschluss an sein FSJ, das im August 2026 endet, machen möchte, hat Elias Volz noch nicht abschließend entschieden. Aufgrund seiner vielseitigen Interessen kämen verschiedene Wege infrage. „Ich habe mich jetzt für ein Studium der Sozialen Arbeit beworben.“ Die Arbeit mit Kindern habe er auch in der Stadtbibliothek bei Veranstaltungen kennengelernt, was ihm immer sehr viel Spaß gemacht habe.
Nebenbei schwebe ihm vor, sich selbstständig zu machen. Schon jetzt ist er auf der Streamingplattform Twitch im Gaming-Bereich aktiv. „Es läuft bisher echt gut.“ Einige Abonnenten bezahlen sogar monatlich etwas für sein Angebot. „Allerdings läuft das natürlich eher nebenbei. Da brauche ich erstmal noch ein sicheres Standbein.“ Auch mache er viel Musik, produziere elektronische Beats und spiele Klavier.
„Ins Berufsleben eintauchen, anstatt einfach nur den ganzen Tag in der Schule zu sitzen“
„Egal, welchen beruflichen Weg ich einschlagen werde – das FSJ bringt mir auf jeden Fall etwas, weil ich ins Berufsleben eintauchen und ein bisschen Verantwortung haben darf, anstatt einfach nur den ganzen Tag in der Schule zu sitzen“, ist Elias Volz überzeugt.
Wer Interesse hat, ab September 2026 ebenfalls ein FSJ Kultur bei der Stadtbibliothek zu machen, kann sich noch bis 15. März 2026 online unter www.anmelden.freiwilligendienste-kultur-bildung.de bewerben. Übrigens: Auf mein-sprungbrett.de, dem Portal der Heilbronner Stimme zur Berufsorientierung, findet man auch den Erfahrungsbericht eines Auszubildenden in der Stadtbibliothek.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare