Stimme+
Weltgebetstag
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Frauen übernehmen auch in Heilbronn den Gottesdienst

   | 
Lesezeit  2 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Beim Weltgebetstag am heutigen Freitag dreht sich auch im Kirchenbezirk Heilbronn-Brackenheim alles um Frauen: Von ihnen kommen Liturgie, Musik oder Dekoration. In diesem Jahr wird Nigeria in den Mittelpunkt gestellt.

Stehen für Frauensolidarität: Brigitte Varga, Brigitte Koring und Dagmar Schmid (von links), die Organisatorinnen des Weltgebetstags auf Bezirksebene im Kirchenbezirk Heilbronn-Brackenheim.
Stehen für Frauensolidarität: Brigitte Varga, Brigitte Koring und Dagmar Schmid (von links), die Organisatorinnen des Weltgebetstags auf Bezirksebene im Kirchenbezirk Heilbronn-Brackenheim.  Foto: Mario Berger

Einmal im Jahr wird in den Kirchen im Land ein Gottesdienst gefeiert, bei dem ein Pfarrer überflüssig ist. Die Texte, die verlesen werden, die Musik und die Dekoration liegen dann in der Hand von Laien. Nicht nur das macht den Weltgebetstag besonders, der am heutigen Freitag, 6. März, gefeiert wird.

An einem Tisch in der Kilianskirche in Heilbronn sitzen Dagmar Schmid, Brigitte Koring und Brigitte Varga. Sie sind die Organisatorinnen des Weltgebetstags auf Bezirksebene und dienen als Multiplikatorinnen, geben also Ideen, Anregungen und Informationen zur Gottesdienstgestaltung an die Frauen auf der lokalen Ebene weiter. Das ist wichtig, weil am Weltgebetstag immer ein anderes Land im Mittelpunkt steht. In diesem Jahr ist es Nigeria.

Der Weltgebetstag ist mehr politisch als fromm

Das afrikanische Land ist politisch nicht so aufgeladen wie das Land, das 2024 im Zentrum stand: Wenige Monate nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel, in dessen Folge der Nahost-Konflikt eskalierte und Israel Ziele im Gazastreifen angriff, drehte sich beim Weltgebetstag alles um: Palästina. Damals gab es auch Kritik, aber das internationale Weltgebetstagskomitee mit Sitz in New York hielt an der Wahl fest. Eine richtige Entscheidung, finden die drei Frauen in der Kilianskirche: „Der Weltgebetstag ist nicht nur eine fromme Veranstaltung, bei der man sitzt und betet“, sagt Brigitte Koring, „sondern er ist auch eine politische Veranstaltung.“

Immer dreht es sich um Frauen und Frauenrechte und stets um Krisen und Konflikte, denen diese sich stellen müssen: Armut, Gewalt. Es geht aber auch um Zukunftschancen und Frauensolidarität. Die Kollekte beim Gottesdienst kommt Frauenprojekten zugute. Brigitte Varga erklärt: „Wenn wir den Frauen helfen, helfen wir der ganzen Familie.“ Es ist kein Zufall, dass der Weltgebetstag wenige Tage vor dem Internationalen Frauentag am 8. März stattfindet. 

Dabei sind Männer willkommen im Weltgebetstagsgottesdienst. Das macht auch der Name deutlich: Schon lange heißt die Bewegung nicht mehr „Weltgebetstag der Frauen“, sondern „Frauen alle Konfessionen laden ein“. Das betont zudem die Ökumene.

Gottesdienste sind bunt und kreativ

Dass Frauen im Zentrum stehen, ist nicht die einzige Besonderheit des Gottesdienstes. „Er ist ein Gottesdienst für die Sinne“, sagt Brigitte Varga, „bunt und kreativ“. Dagmar Schmid hat als Dekoration Freundschaftsarmbänder in grün-weiß-grün geknüpft, den Landesfarben Nigerias. Lokale Teams können das in ihrem Gottesdienst aufgreifen.

Das Motto des Weltgebetstags „Kommt! Bringt eure Last“ aus dem Matthäus-Evangelium wird im Kirchenbezirk Heilbronn-Brackenheim mit Steinen dargestellt. Alle Besucherinnen und Besucher erhalten ein Steinchen und können das im Gottesdienst ablegen. Die Bibelstelle wird so greifbar gemacht.

Der Weltgebetstag wird in 150 Ländern am selben Tag gefeiert

Der Weltgebetstag wird in 150 Ländern gefeiert. Er gilt als erste und größte weltweite Ökumene, die von Frauen organisiert ist. Die Liturgie und die Musik gehen in 24 Stunden einmal um den Globus – ein Alleinstellungsmerkmal, sagt Brigitte Varga: „Ich bin Teil einer ganz großen Kette. Wo gibt es so etwas sonst?“.




Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben