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Grünes Licht für Umbau der Frankenbacher Sportanlagen

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Zuletzt hing das Großprojekt wegen Finanzierungsfragen in der Luft. Nun macht ein neuer Bebauungsplan den Weg zur Erweiterung der Frankenbacher Sportanlagen frei.

Die Sportanlage des SV Heilbronn am Leinbach in Frankenbach wird erweitert.
Die Sportanlage des SV Heilbronn am Leinbach in Frankenbach wird erweitert.  Foto: Seidel\, Ralf

Nach langen Vorplanungen, viel Abstimmungsbedarf und so manchem Zwist liegt für die Erweiterung der Sportanlagen im Ried in Heilbronn-Frankenbach nun endlich das Planungsrecht vor. In seiner jüngsten Sitzung hat der Heilbronner Gemeinderat den notwendigen Bebauungsplan „Sportanlagen Leinbach“ als Satzung beschlossen. Diskutiert wurde über den Punkt nicht, obwohl das Großprojekt bis zuletzt zu Missstimmigkeiten zwischen Stadt und dem SV Heilbronn am Leinbach geführt hatte. Grund dafür waren Finanzierungsfragen. Wegen der aufwändigen Erschließung, Entwässerung und Bodenaustausch waren die Kostenberechnungen nachträglich um eine halbe Million Euro gestiegen.

Spatenstich "zeitnah in den nächsten Monaten"

Doch die dicke Luft ist offenbar verflogen, wie Vereinsvorsitzender Lars Epple jetzt auf Anfrage der Heilbronner Stimme sagte. Man habe sich auf folgenden Kompromiss geeinigt: Die Stadt bleibt Eigentümer der beiden vorhandenen Naturrasen- und Kunstrasenspielfelder. Zudem gehören ihr zwei geplante Beach-Volleyball-Felder und ein geplanter Rasenplatz. Der neue Tennisplatz gehört dem Verein, der dafür 150.000 Euro zahlen muss. Von der Stadt kommen 3,87 Millionen Euro, vom Württembergischen Landessportbund 400.000 Euro Fördergelder.

Zu dem Gesamtpaket, das damit über vier Millionen Euro umfasst, gehört auch die Sanierung der benachbarten Leintalsporthalle und der Römerhalle in Neckargartach, in die 2,1 Millionen Euro fließen. „So haben sowohl die Vereinsmitglieder als auch die Bürger von Heilbronn etwas von dem Großprojekt“, erklärt Epple. Er hofft, dass der Spaten im Leintal „möglichst zeitnah in den nächsten Monaten“ angesetzt werden kann. Der Architekt wolle die Ausschreibungen für den Sportanlagenbau Ende September vorlegen.

Neue Plätze für Fußball, Tennis, Beach-Volleyball

Der vor zehn Jahren aus der Fusion von VfL Neckargartach und Spvgg Frankenbach hervorgegangene Sportverein Heilbronn am Leinbach 1891 wird mit dem Projekt alle seine Freianlagen im Frankenbacher Gewann Ried konzentrieren. Die Freianlagen an der Böllinger Straße in Neckargartach werden dann aufgegeben. 

Für ein neues, 98 mal 64 Meter große Fußballfeld südlich der Leintalsporthalle an der Würzburger Straße in Frankenbach, muss der bisherige Bolzplatz weichen. Diesen wird die Stadt Heilbronn durch ein neues umzäuntes Kleinspielfeld südlich des Sport- und Gesundheitszentrums Sportivo ersetzen, wo sich derzeit ein nicht mehr benutzbares Sandspielfeld befindet. Ohne Änderung des Planungsrechts kann der Verein einen weiteren Tennisplatz anlegen, in Ergänzung zu den fünf bereits vorhandenen Plätzen.

Strenge Auflagen für Umwelt- und Naturschutz

Durch seine Lage im Leinbachtal haben Belange des Umwelt- und des Naturschutzes eine besondere Bedeutung. Das Plangebiet befindet sich in beziehungsweise in unmittelbarer Nähe zu einem Flora-Fauna-Habitat und einem Landschaftsschutzgebiet. So sind bei Realisierung der Sportanlagen im Ried Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. Für diese ist eine fast 6000 Quadratmeter große Fläche nordwestlich der Böllinger Höfe in Neckargartach vorgesehen, die bereits von einem Acker in eine Wiese umgewandelt wurde. 

Zum Schutz der Zauneidechsen, die im Plangebiet leben, werden zwei Ausgleichshabitate am Rande der neuen Sportanlagen geschaffen. Zur Ergänzung des Gehölzbestandes im Geltungsbereich sind mindestens 15 Laubbäume zu pflanzen und dauerhaft zu erhalten. Da das Gebiet sich in einem Überschwemmungsgebiet befindet, sind für bauliche Tätigkeiten und Anlagen die Belange des Hochwasserschutzes zu beachten und eine wasserrechtlich konforme Errichtung der Sportanlagen sicherzustellen.

 




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