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Feuerwerk gerne, aber in Maßen

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Nonstop-Knallerei gab es nicht nur in der Stadt, nachvollziehbar ist eine solche Investition in Böller jedoch nirgendwo. Investiert werden muss hingegen in Bildung, und da scheint eine Schulart bei Politikern außen vor zu sein. 

Das WKO wünscht seinem Publikum traditionell mit einem Neujahrskonzert in der Harmonie ein gutes neues Jahr.
Das WKO wünscht seinem Publikum traditionell mit einem Neujahrskonzert in der Harmonie ein gutes neues Jahr.  Foto: Lina Bihr

Es ist Wahlkampf, und die Spitzenpolitiker geben sich in der Region die Klinke in die Hand. Selbst der Bundeskanzler gibt sich kommende Woche in Bad Rappenau die Ehre. CDU-Spitzenkandidat im Land, Manuel Hagel, war bereits im Kraichgau ebenso wie FDP-Kandidat Hans-Ulrich Rülke. Der Wahlkreis Eppingen ist offenbar ein wichtiges Pflaster. Manchmal ist dabei interessant, was zwischen den Zeilen gesprochen wird. Zum Beispiel in Sachen Schulpolitik, ureigenes Thema der Landespolitik. Das lange in Stuttgart gehypte Lieblingskind Gemeinschaftsschule hat offenbar an Zuspruch verloren. Hagel erwähnte sie erst gar nicht erst, Rülke sieht das Konzept nur für manche als geeignet an.

Trend zu Altbekanntem

Haupt- und Realschule wollen beide stärken, während die Gymnasien als Selbstläufer gelten. Damit führt der Trend zurück zu Altbekanntem, was übrigens auch bei den Anmeldezahlen deutlich wird. Insgesamt den Fokus auf Leistung zu legen, ist sicher kein Fehler. Aber ob das gemeinsame Lernen auf unterschiedlichen Niveaus abgeschrieben werden sollte, ist eine andere Frage. Wichtig bleibt, Bildung  voranzutreiben und Bildungspläne anzupassen, aber auch den Schulen Zeit zu geben, ihr Profil zu schärfen, und nicht die nächste Reform anzustoßen. Individualisierung ist wichtig, die hinter vorgehaltener Hand diskutierte Trennung in „Gymnasien und den Rest“ kein Gewinn.

Ein Feuerwerk ist schön anzusehen

Fast hätte man die Hoffnung aufgegeben, doch es gibt ihn noch, den Winter. Viele haben in den vergangenen Tagen die Schlitten aus dem Keller geholt, auch wenn immer ein bisschen Grün unter den Kufen ist. Hauptsache, es rutscht. Einen guten Rutsch ist auch zum Jahreswechsel gewünscht, um das neue Jahr mit Optimismus und Freude zu begrüßen. Und dabei ist so ein Feuerwerk durchaus schön anzusehen. Aber doch bitte in Maßen, was leider oftmals fehlte. Nicht nur in Heilbronn, wo die Einschätzungen zur Silvesternacht von Innenstadtbesuchern und Polizei nicht weiter auseinanderliegen könnten. Dort wird jetzt erstmal untersucht, wie es wirklich war. Der Oberbürgermeister jedenfalls will abwarten, bis die Nacht von der Polizei ausgewertet ist, bevor er sich äußert. Verständlich, niemand will etwas dramatisieren. Aber klar dürfte sein, dass ein kommunal begrenztes Böllerverbot allein wenig bringt. Das richtige Maß ist übrigens kein städtisches Problem, auch im Landkreis wurde über Stunden nonstop geböllert. Dort ist zwar mehr Platz, aber das ist noch lange kein Grund, derart schwer zu investieren. 

Ein gutes Ritual

Es gibt jedenfalls angenehmere Neujahrsrituale. Das Neujahrskonzert des Württembergischen Kammerorchesters gehört in jedem Fall dazu. Beschwingt und heiter begrüßten die Musiker mit großer Perfektion um Dirigent Risto Joost am vergangenen Montag für ihr Publikum das neue Jahr. In allen im Orchester vertretenen Sprachen wünschten sie ein glückliches selbiges. Eine schöne Tradition, der nichts hinzuzufügen ist.




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