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Festnahme am Marktplatz
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Mutmaßlicher Haschisch-Dealer aus Heilbronn soll vor Gericht ausgerastet sein

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Ein 33-Jähriger soll zu den Cannabis- und Medikamentenverkäufern beim Rathaus in Heilbronn gehören. In einem beschleunigten Verfahren steht er vor dem Amtsgericht.


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Ein 33-jähriger syrischer Staatsbürger ist am Montag, 3. März, beim Heilbronner Rathaus von verdeckten Ermittlern festgenommen worden. Bereits einen Tag später wird ihm in einem beschleunigten Verfahren vorm Amtsgericht der Prozess gemacht. Dem Angeklagten wird der Handel mit Haschisch und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln vorgeworfen sowie tätlicher Angriff auf Beamte und versuchte Körperverletzung. Er bestreitet die Vorwürfe.

Festnahme in Heilbronner Innenstadt: Mutmaßlicher Haschisch-Dealer rastet vor Gericht aus

Bei seiner Festnahme am Rathaus soll der Angeklagte heftigen Widerstand geleistet haben. Auch nach der Verhandlung flippt der Angeklagte nach Angaben des Gerichts aus. Als Polizeibeamte ihm Handschellen anlegen wollen, um ihn abzuführen, gerät der Angeklagte außer sich. Zwei Polizeibeamte bringen ihn zu Boden, fordern Verstärkung an. Danach geht es für den Mann in Untersuchungshaft.

Ein Erster Polizeihauptmeister vom Revier Heilbronn, 30 Jahre alt, ist als verdeckter Ermittler in der Innenstadt tätig. Er schildert als Zeuge, wie es zur Festnahme des Beschuldigten am Rathaus gekommen ist. Der Angeklagte hat nach Angaben des Beamten am Montag bei einer Personenkontrolle 15 verkaufsfertige, einzeln verpackte „Haschischkanten“ zu je einem Gramm dabei sowie ein Blister mit 15 Kapseln Pregabalin, ein Schmerzmittel.

Festnahme in Heilbronn: Bei der Kontrolle ist mutmaßlicher Dealer zunächst entspannt

Den Kunststoffstreifen mit den Medikamenten habe der Angeklagte zwischen Hose und Unterhose gesteckt, sagt der Polizeihauptmeister. Es sei bekannt, dass Händler die Substanzen an verschiedenen Körperstellen versteckten: in der Unterwäsche, im Schuh, in den Strümpfen. Das Gramm Haschisch, wobei die Tütchen meistens etwas weniger beinhalten, weil die Dealer ihre Kunden übers Ohr hauen, kostet auf der Straße zehn Euro, erklärt der Beamte. Für eine Kapsel des Medikaments verlangten die Händler in der Regel zwei Euro oder auch mal 2,50 Euro. Dazu passen die Zehn-Euro-Scheine und Zwei-Euro-Münzen, die der Syrer bei der Durchsuchung dabei gehabt habe – insgesamt 41,50 Euro.

Bei der Kontrolle sei der Beschuldigte zunächst entspannt gewesen. Urplötzlich sei dessen Stimmung gekippt. Er habe seine Hose und Unterhose in der Öffentlichkeit heruntergezogen und geschrien. Er habe um sich getreten und sich der Festnahme widersetzt. 

Polizeieinsatz am Heilbronner Rathaus: Mutmaßlicher Haschisch-Dealer bestreitet die Vorwürfe

„Ich schwöre bei Gott, ich verkaufe nichts“, beteuert der Angeklagte zu Verhandlungsbeginn. Er gibt an, die Substanzen selbst zu konsumieren. Er habe sie kurz vor der Personenkontrolle bei einem Afrikaner gekauft. Der Beschuldigte hält sich nach Angaben des verdeckten Ermittlers seit etwa drei Monaten am Marktplatz auf.

Der Syrer lebt in einer Flüchtlingsunterkunft in der Austraße und erhält staatliche Leistungen in Höhe von 400 Euro im Monat. Vorstrafen habe er keine, sagt die Staatsanwältin. Mit dem illegalen Verkauf der Substanzen bestreite er seinen Lebensunterhalt.




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