Experimenta Heilbronn steigert Besucherzahlen: Was 2026 neu auf Gäste wartet
Das neue Geschäftsführer-Duo der Experimenta Heilbronn meldet erneut Rekordzahlen für Deutschlands größtes Science Center. Gleichzeitig wollen Franziska Lang und Nico Wiest Wissenschaft noch stärker als Lern- und Begegnungsort für alle Menschen öffnen.
Doppelspitzen liegen ja im Trend. Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg wird ja sogar laut über ein Wechselspiel im Amt des Ministerpräsidenten nachgedacht. Seit Juni vergangenen Jahres bilden Franziska Lang und Nico Wiest das Führungsduo der Experimenta. „Die Zusammenarbeit macht sehr viel Spaß. Ein Vorteil war sicher, dass wir beide ja nicht neu dazugekommen sind, sondern bereits im Haus gearbeitet haben“, sagte Wiest am Dienstag (10. März) bei der Jahres-Pressekonferenz.
Der 44-Jährige war vor seiner Berufung bereits Leiter der Verwaltung gewesen, Lang hatte die Kita- und Schulkommunikation verantwortet. „Wir denken jetzt mit zwei Köpfen voraus“, sagte die 40-Jährige.
Hinter der Experimenta steckt mittlerweile eine regelrechter Wissenschaftskosmos
Das Duo blickte im Experimentaltheater zunächst auf das Jahr 2025 zurück und stellte anschließend vor, was die Besucher 2026 erwartet. Den Part mit den Zahlen übernahm Diplom-Volkswirt Wiest. Mit 465.868 Besuchern hat die Experimenta noch einmal 7,5 Prozent auf den Vorjahres-Rekordwert draufgepackt. Mit dem Science Dome, den Laboren, den Ausstellungen, dem Kino, dem Planetarium, der Showbühne und dem Lernschiff MS Experimenta bildet Deutschlands größtes Science Center mittlerweile einen regelrechten Wissenschaftskosmos.

Wichtiger als die Zahlen ist Wiest allerdings der inklusive Ansatz der Experimenta: „Wir möchten für alle Menschen offen sein und gemeinschaftliche Erlebnisse fördern.“ Bei der „Stillen Stunde“ etwa, einem speziellen Angebot für autistische Menschen oder den „Entdeckertagen“ für Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen.
Gleichzeitig verweist Wiest aber auch auf die Wissenschaftswettbewerbe wie die First Lego League, aus der sich oft Projekte für „Jugend forscht“ entwickeln. „Wir sind mit acht Projekten beim Landesfinale Ende März in Aalen vertreten“, sagt Wiest stolz. Darunter beispielsweise eine Idee, wie veganer Käse eine cremigere Konsistenz erhalten könnte.
Kostenloses Angebot im Forum als Appetithappen für Spontanbesuche
Wenngleich also die Besucherzahlen nicht alles sind, möchte das Führungsduo gerne noch mehr Menschen für die erlebbare Wissenschaft begeistern. Im Forum, der Ausstellungsfläche im Erdgeschoss des Hagenbucher Speichers, soll ab 28. März ein niedrigschwelliges, kostenloses Angebot Passanten Appetit auf einen Besuch des gegenüberliegenden Science Centers machen. „Wir wollen die Menschen erreichen, die bisher nur an uns vorbeigelaufen sind“, sagt Lang. An vier Exponaten bekommen Spontanbesucher einen Einblick in die Experimenta-Welt, etwa beim Bau einer Murmelbahn.
Ein Glanzlicht im Jahr 2026 dürfte die neue Ausstellung „Giganten: Riesen der Vergangenheit“ werden, die am 15. Oktober eröffnet wird. Sechs lebensgroße 3D-Modelle und fünf Skelette riesiger Urzeittiere wie der Riesenhai Megalodon laden dazu ein, sich als Urzeitforscher einer längst vergessenen Zeit zu widmen. Die aktuelle Ausstellung „KI, was geht?“ läuft noch bis zum 6. September.
Eintrittspreise sollen unverändert stabil bleiben
Bereits am 19. März feiert mit „Meine Freundin Roxy“ eine Eigenproduktion ihre Kino-Premiere. Aus dem Kinderbuch der Berliner Ingenieurin Kenza Ait Si Abbou hat das Experimenta-Team einen 360 Grad-Animationsfilm produziert. Es geht darin um ein kleines Mädchen, das sich mit einem Roboter anfreundet. Wie nebenbei lässt sich beim Zuschauen viel über Künstliche Intelligenz und Robotik lernen.
Seine Schatten oder besser ihr Licht voraus werfen die Veranstaltungen in der Sternwarte. Alle 14 Tage immer donnerstags dürfen Besucher durch das große Teleskop den Nachthimmel erkunden. Am 12. März steht der Mond im Mittelpunkt, zwei Wochen später der Jupiter. Am 28. März beteiligt sich die Experimenta am bundesweiten Astronomietag. Ab Herbst soll es zudem ein spezielles Angebot für Schulklassen geben.
Bei all den vielfältigen Angeboten sollen die Eintrittspreise unverändert bleiben. Freitags gilt weiterhin der halbe Preis. „Erleben schafft Wissen“ – das Motto der Experimenta – soll nicht am Geldbeutel scheitern.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare