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EU4Dual tagt am Bildungscampus: Wie Europas Hochschulen in Heilbronn Zukunft schmieden

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Heilbronn ist Gastgeber des EU4Dual Kongresses: Europas Hochschulen diskutieren Innovation, KI und die Zukunft praxisnaher Bildung. Die DHBW und internationale Vertreter äußern sich.

Von Lea Kobs
Stephen Vella (Rektor und CEO, Malta College of Arts, Science and Technology), Prof. Dr. Martina Klärle (Präsidentin, DHBW), Vicente Axta Uribe (Rektor, Mondragon University) (von links)
Stephen Vella (Rektor und CEO, Malta College of Arts, Science and Technology), Prof. Dr. Martina Klärle (Präsidentin, DHBW), Vicente Axta Uribe (Rektor, Mondragon University) (von links)  Foto: Lea Kobs

Wenn Vertreterinnen und Vertreter aus neun europäischen Ländern in Heilbronn zusammenkommen, geht es um mehr als Hochschulpolitik: Es geht um die Frage, wie Bildung, Forschung und Wirtschaft gemeinsam Antworten auf die Herausforderungen von morgen finden können. Unter dem Motto „Duale Innovation für ein gesünderes Morgen“ findet der diesjährige Kongress der europäischen Hochschulallianz EU4Dual auf dem Bildungscampus Heilbronn statt. Erwartet wurden um die 500 Professorinnen und Professoren, Studenten, Forscher sowie Partner aus Unternehmen. Im Mittelpunkt stehen Innovation, Wissenschaft und Praxisnähe.

EU4Dual in Heilbronn: Eine Allianz mit großen Zielen

Das Netzwerk EU4Dual verbindet vier duale Hochschulen in Baden-Württemberg mit Universitäten aus Frankreich, Österreich, Finnland, Ungarn, Malta, Spanien, Kroatien und Polen. Allein in den vergangenen drei Jahren nutzten rund 1000 Studenten die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts an einer der Partnerhochschulen. Auch Lehrkräfte wechseln regelmäßig zwischen den Ländern. Hinzu kommen Sommerschulen und gemeinsame Studienangebote wie der AI Master, ein Masterstudiengang mit Schwerpunkt auf Künstliche Intelligenz, der auch in Heilbronn studiert werden kann.

Ziel der Konferenz 2026 sei es, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, wie duale Innovation zu einer gesunden, reichhaltigen Gesellschaft beitragen könne, sagt Stephen Vella, Rektor der Partnerhochschule aus Malta. „Die Covid-Pandemie hat gezeigt, wie verletzlich unsere Gesellschaft ist. Wir dürfen das nicht vergessen und müssen uns besser vorbereiten“, so Vella. Dafür brauche es Veränderungen im Bildungssystem und eine engere Zusammenarbeit mit Unternehmen. „Im Zentrum stehen die Studierenden. Sie sind die Zukunft.“

Kongress in Heilbronn: Künstliche Intelligenz als Herausforderung

Auch Vicente Atxa Uribe, Rektor der Partneruniversität aus dem spanischen Baskenland, sieht dringenden Handlungsbedarf. Hochschulen und Unternehmen seien auf die rasanten Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz bislang nicht ausreichend vorbereitet. Deshalb sei es entscheidend, dass führende Forschungsträger jetzt enger zusammenarbeiten: „Universitäten und Unternehmen müssen sich dem Wandel anpassen, und Europa muss zusammenhalten“, sagt Atxa. Innovation sei notwendig, um die wirtschaftlichen Ökosysteme Europas zu sichern. „KI wird nicht jeden Job ersetzen. Aber sie wird jene Jobs verändern oder verdrängen, bei denen Menschen nicht lernen, mit ihr zu arbeiten.“

Um Ressourcen kosteneffizient und nachhaltig zu nutzen soll auch die Ausstattung mit Forschungsequipment neu gedacht werden. Statt, dass jede Universität in Teilbereichen doppelt investiert, sollen spezialisierte Standorte gezielt Geräte für bestimmte Forschungsfelder anschaffen, die anschließend allen Partnern zur Verfügung stehen. 

Heilbronn als Zentrum der Innovation

Dass die Tagung in Heilbronn stattfindet, sei kein Zufall. Die Stadt stehe beispielhaft dafür, wie Regionalität, Bildung und Innovation erfolgreich zusammenspielen, sagt Prof. Dr. Martina Klärle, Präsidentin der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. „Der Bildungscampus ist in diesem Sinne ein echter Diamant“, so Klärle.

Für Heilbronn ist der Kongress mehr als ein Treffen europäischer Hochschulen. Er unterstreicht die wachsende Bedeutung der Stadt als Bildungs- und Innovationsstandort.




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