ETH Zürich erhöht langsam ihre Präsenz in Heilbronn
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Bei der Nacht der Wissensstadt auf dem Bildungscampus Heilbronn nimmt erstmals die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich teil. Ab 2026 könnte es erste ETH-Professuren in Heilbronn geben, davor tut sich aber schon manches.
Im Gespräch mit der Künstlichen Intelligenz (KI): Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben einen digitale Einstein entwickelt. Foto: ETH Zürich / Alessandro Della Bella
Foto: privat
Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich kommt mit einem Lehr- und Forschungszentrum auf den Bildungscampus Heilbronn. Das Gebäude im nächsten Abschnitt des Bildungscampus beim Mediamarkt entsteht bereits. Doch bis die ersten Professuren ihre Arbeit in Heilbronn aufnehmen, dauert es noch. ETH-Vertreter rechnen damit, dass dies frühestens 2026 der Fall sein wird.
Bis dahin erhöht die Schweizer Eliteuniversität bereits ihre Präsenz in der Region. Eine Geschäftsstelle soll Anfang des Jahres 2025 eröffnet werden. Hinter den Kulissen laufe außerdem schon jetzt einiges, sagt Roman Klingler, Referent des ETH-Präsidenten im Gespräch.
ETH Zürich kommt auf den Bildungscampus Heilbronn: Möglichkeit, mit den Menschen zu reden
Einen ersten publikumswirksamen Auftritt in Heilbronn hat die ETH Zürich bei der Nacht der Wissensstadt auf dem Bildungscampus, die am Freitag, 21. Juni, um 18 Uhr beginnt. "Grundsätzlich ist die Teilnahme am diesjährigen Wissensstadt-Festival ein Puzzle-Teil unter vielen, um die ETH-Präsenz auf dem Campus auszubauen", so Roman Klingler. Diese Großveranstaltung bietet sich an. "Es ist eine Möglichkeit, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen."
Im Veranstaltungsforum auf dem Bildungscampus (bei den Gebäuden TUM und DHBW) bauen Vertreter der ETH Zürich ihren digitalen Einstein auf: Besucher können bequem auf einem Stuhl Platz nehmen und sich mit einer Künstlichen Intelligenz unterhalten, die den Physik-Nobelpreisträger Albert Einstein mimt. Auf einem großen Bildschirm ist der Wissenschaftler grafisch zu erleben. Dieser Einstein kann sogar Ironie: In einem Werbevideo präsentiert sie sich als "Schwatz-Bot". Ein Wortspiel mit Chatbot: Diese KI-Anwendungen antworten auf Fragen der User beziehungsweise reagieren auf deren Befehle.
Albert und die ETH Zürich: Das steckt hinter dem besonderen KI-Projekt
Der digitale Einstein gehe auf eine Initiative des ETH-Präsidenten Joël Mesot zurück, sagt Roman Klingler. Das Projekt sei an der ETH zum 100-Jahre-Jubiläum von Einsteins Nobelpreis lanciert worden. ETH und Einstein haben eine gemeinsame Geschichte: Er studierte dort von 1896 bis 1900, war außerdem für kurze Zeit als Professor für Theoretische Physik an der ETH. Für den berühmten Forscher, der die Relativitätstheorie begründet hatte, interessierten sich in Zürich weiterhin sehr viel. "Er stößt auf sehr großes Interesse", sagt Simone Bucher van Ligten. Sie gehört zum ETH-Team, das im Juni nach Heilbronn kommt.
Die ETH hat den digitalen Einstein auf den Weg gebracht zu Zeiten, als vermutlich der überwiegende Teil der Anwender mit den Buchstaben KI nur wenig anfangen konnte. Das hat sich seit Einführung der Chatbots wie Chat-GPT rasant geändert. Für Roman Klingler ist der digitale Einstein damit auch "ein gutes Beispiel dafür, wie rasant die Entwicklung verläuft". Ihm gefällt dieser KI-Einstein: "Er hat eine sympathische Ausstrahlung."
Dieter-Schwarz-Stiftung sorgt dafür, dass Züricher Elite-Uni ETH kommt
Die ETH-Aktion in Heilbronn hat doppelte Bedeutung: Neben dem Bezug zu Einstein wird damit der Bereich aufgegriffen, mit dem die ETH nach Heilbronn kommt. Die Dieter-Schwarz-Stiftung finanziert über die nächsten 30 Jahre rund 20 neue Professuren in Zürich und auf dem Bildungscampus, die meisten werden in Heilbronn geschaffen. Es geht um die Themen „Digitale Transformation“ und Datenwissenschaften. Zunächst werden in Zürich zwei Professuren im Bereich Informatik und Datenwissenschaften eingerichtet, parallel dazu wird das Zurich Information Security and Privacy Center ausgebaut. In einem nächsten Schritt sollen in Heilbronn fünf Forschungsgruppen im Bereich Informatik und Datenwissenschaften aufgebaut werden. Schweizer Medien sprachen kurz nach Bekanntwerden dieser Zusammenarbeit von der „mit Abstand größten Zuwendung, die alle Schweizer Hochschulen und Universitäten je von Privaten erhalten haben“. Summen nennt niemand, weder die ETH noch die Stiftung. Laut Recherchen der „Handelszeitung“ aus der Schweiz geht es um insgesamt 600 Millionen Franken.
Die ETH-Vertreter freuen sich, im Juni nach Heilbronn zu kommen. Einen ersten Rundgang durch die Stadt hat Simone Bucher van Ligten kürzlich erlebt. "Die Stadt ist sympathisch rübergekommen."
Nacht der Wissenschaft
Nach Angaben der Veranstalter des Vereins Wissensstadt Heilbronn gibt es in der Nacht der Wissenschaft am Freitag, 21. Juni, ab 18 Uhr über 72 Stationen, Mitmachaktionen, Führungen und Vorträge. Mit dabei sind die Hochschule Heilbronn, die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Heilbronn und das Center for Advanced Studies der DHBW, die Technische Universität München am Standort Heilbronn, die ETH Zürich, das Heilbronner Institut für lebenslanges Lernen, die Campus Founders, die Akademie für innovative Bildung und Management, die Coding School 42 und die Forschungsinstitute Fraunhofer IAO, Fraunhofer ISI und Ferdinand Steinbeis sowie der KI-Park Ipai, der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, die Applied-AI gGmbH, die Stimme-Mediengruppe und die Schwarz-Campus-Services.
Die Maschinenfabrik präsentiert Einblicke in die regionale Musikszene. Von 18 Uhr bis 23 Uhr werden neun genreübergreifende Acts im Wechsel drei Bühnen bespielen. Ab 23.30 Uhr legen Heilbronner DJs im Rahmen der Club Night in der Mensa auf.
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