Stimme+
Tag der Arbeit

1. Mai-Demonstration in Heilbronn: „Immer mehr Angriffe auf Arbeitnehmerrechte“

   | 
Lesezeit  1 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Hohe Mieten, Kündigungen und Standortverlagerungen: Um die Arbeitnehmerrechte in Krisenzeiten zu stärken, gingen die Gewerkschaften im Raum Heilbronn am 1. Mai auf die Straße. 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

„Der 1. Mai ist kein gemütlicher Feiertag für uns, mittlerweile ist er ein Kampftag“, ruft Pascal Raugust. Unter Jubelrufen eröffnet der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Heilbronn-Franken die traditionelle Demonstration anlässlich des Tags der Arbeit. Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“, läuft der Zug am Freitag durch die Stadt bis zum Kiliansplatz. Rund 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich laut Polizei angemeldet.

Hohe Mieten, steigende Energiekosten, Kündigungen und Standortverlagerungen – die Vertretung von Arbeitnehmerrechten sei dringender denn je, betonte Raugust. „Es sind nicht die Beschäftigten, die Krisen verursachen“, und trotzdem werde der Acht-Stunden-Tag angegriffen und soziale Leistungen infrage gestellt. 

Mai-Demonstration in Heilbronn: Kritik am Klinik-Aus in Löwenstein

Die Jugendvertreter um Simon Hübner kritisieren besonders, dass der Staat häufig auf Kosten der jungen Generation spare und junge Leute alleingelassen würden. Das Geld sei da, nur ungerecht verteilt – die Reichen müssten stärker belastet werden. „Der Sozialstaat wird systematisch ausgehöhlt, und das geht uns alle an.“ 


Hauptrednerin Yvonne Möller, erste Bevollmächtigte der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm, macht zu geringe Investitionen und Managerfehler für viele Probleme in der Wirtschaft verantwortlich. Klare Worte findet sie zum kürzlich bekannt gewordenen Aus der SLK-Klinik in Löwenstein: „An dieser Stelle sagen wir nein zu jeder Schließung. Wir wollen, dass Gesundheit keine Ware ist.“ Die am Mittwoch vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachte Krankenkassenreform bringe zusätzliche Belastungen für Arbeitnehmer mit sich. „Wer Kranke unter Druck setzt, gefährdet ihre Genesung“, betont sie.

Scharf griff sie zudem die deutschen Aufrüstungspläne an. Europa müsse eine Friedensmacht bleiben, fordert sie: „Frieden ist Voraussetzung für gute Arbeit.“

Arbeitnehmer müssen zusammenhalten: Gewerkschaften demonstrieren in Heilbronn

Die Demonstranten sind an diesem Tag aus dem ganzen Landkreis nach Heilbronn gekommen. Denise und Rainer Feigenspan aus Leingarten haben auch ihre sechs und elf Jahre alten Söhne dabei. „Wir sind eine DGB-Familie“, sagte der 50-jährige Vater, Mitglied bei der IG Metall. „Es gibt immer mehr Angriffe auf die Arbeitnehmerrechte, da müssen wir zusammenhalten.“

Mareike Müller aus Ellhofen ist seit mehreren Jahren bei der traditionellen Mai-Demonstration dabei. „In einer Demokratie muss man aktiv bleiben“, sagt die 32-Jährige. Heute setzt sie sich speziell für den Sechs-Stunden-Tag ein und hat extra ein Schild gebastelt. „Das würde für mehr Gleichberechtigung sorgen“, ist sie überzeugt. Familie und Beruf ließen sich so besser vereinen. 




Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben