Stimme+
Elektronische Patientenakte

Alle medizinischen Daten werden digitalisiert

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Ab 2025 wird für jeden gesetzlich Versicherten eine elektronische Patientenakte angelegt. Welche Dokumente dort gesammelt werden und wie sicher die Daten sind. 

Von unserer Redakteurin Tanja Ochs
Schluss mit den den Papierstapeln: Patientenakten werden ab Januar automatisch in digitalen Ordnern gesammelt. Foto: dpa
Schluss mit den den Papierstapeln: Patientenakten werden ab Januar automatisch in digitalen Ordnern gesammelt. Foto: dpa  Foto: Peter Zschunke

Ab Januar wird für jeden gesetzlich Versicherten, der nicht aktiv widerspricht, eine elektronische Patientenakte angelegt. Dort werden alle medizinischen Daten gesammelt. Ein Überblick zu den Rahmenbedingungen.

Was ist die ePA?

Die ePa ist eine digitale Akte, in der Ärzte unter anderem medizinische Daten abspeichern. Diagnosen, Befunde, aber auch Medikamente sind in dem Ordner zu finden.

Wann genau kommt die ePA?

Ab 15. Januar erhalten gesetzlich Versicherte in den vier Modellregionen Hamburg, Mittel-, Ober- und Unterfranken, ihre ePA. Vier Wochen später soll die deutschlandweite Verbreitung folgen.

Im Notfall alle Diagnosen im Blick

Welche Vorteile hat das?

Alles auf einem Klick - so hat der behandelnde Arzt im Notfall schnell den Überblick. Bei einem Arztwechsel liegen alle Befunde vor, was Doppelbehandlungen vermeiden kann oder es dem Arzt ermöglicht, Wechselwirkungen von Medikamenten schnell zu erkennen. Der Patient hat in der Akte Zugriff auf seine Laborbefunde, Arztbriefe, Röntgenbilder, kann aber auch selbst Dokumente hochladen.

Was ist noch in der ePA?

Auch Mutterpass, Zahnbonusheft oder Impfpass werden künftig digitalisiert.

Sind die Daten sicher?

Die Anforderungen an die Datensicherheit sind sehr hoch. Nur Berechtigte haben Zugriff auf die Inhalte. Die Anmeldung erfolgt über ein zweistufiges Verfahren. Die Daten liegen verschlüsselt auf zentralen Servern in Deutschland.

Patient behält die Datenhoheit

Wer hat Zugriff?

Nur im Behandlungszusammenhang können Daten eingesehen werden. Sofern kein Widerspruch eingelegt wird, haben Ärzte 90 Tage, Apotheker drei Tage Zugriff.

Wie greifen Patienten auf ihre Akte zu?

Der Zugriff erfolgt über eine App auf dem Smartphone oder am Computer. Wer kein Endgerät hat, kann einen Stellvertreter bestimmen, der die ePA betreut. Aber auch wer selbst nicht aktiv werden möchte, hat eine Akte.

Wie kommt die Krankengeschichte in die Akte?

Patienten können selbst Unterlagen hochladen, die ihnen auf Papier vorliegen, aber auch Vitaldaten aus  Gesundheitsapps einfügen. Ab 2025 können Kunden ihre Krankenkasse zweimal innerhalb von 24 Monaten bitten, bis zu zehn ältere medizinische Dokumente zu digitalisieren.

Patienten können der Datenerfassung widersprechen

Wie kann man widersprechen?

Patienten können entweder der Einrichtung widersprechen, wenn sie keine Akte möchten. Sie können aber auch innerhalb ihrer Akte bestimmen, wer Zugriff haben soll oder welche Daten gesammelt werden dürfen. Der Patient behält die Hoheit über seine Daten: Er entscheidet, wenn beispielsweise eine Erkrankung oder bestimmte Medikamente nicht sichtbar sein sollen.

Wer informiert über die ePA?

Die Krankenkassen informieren ihre Versicherten per Mail oder Brief. Sie beraten auch bei der Nutzung und richten Ombudsstellen ein, um die Patienten zu unterstützen. 




Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben