Die Studenten sind insgesamt fünf Tage an der Hochschule, das restliche Semester ist ein Selbststudium parallel zum Arbeitsalltag. Ausgelegt ist der Master auf vier bis fünf Semester, die Dozenten empfehlen aber mindestens ein Semester mehr. „Die Unternehmer sind im Beruf meistens so eingespannt, dass vier Semester zu eng getaktet sind“, erklärt Armin Pfannenschwanz. Im letzten Semester wird die Masterthesis geschrieben.
Entrepreneurship-Master an der DHBW Heilbronn: Praxisnah studieren, erfolgreich gründen
Der duale Master-Studiengang Entrepreneurship verbindet Theorie mit Praxis. Studierende entwickeln eigene Projekte, vernetzen sich mit Gleichgesinnten und legen so den Grundstein für ihre Karriere.

Selbst gründen, ins Familienunternehmen ein- oder im Unternehmen aufsteigen: Dabei unterstützt der duale Master-Studiengang Entrepreneurship am Center for Advanced Studies der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW Cas) in Heilbronn. Er ist berufsintegrierend, sprich: die Studenten sind die ganze Zeit im Unternehmen tätig.
„Es ist ein Baukasten-Studiengang“, erklärt Armin Pfannenschwanz, wissenschaftlicher Leiter. Es gibt Grundmodule, die laufen alle zwei Jahre durch, und Wahlmodule. Diese sind individuell belegbar und können so auf die eigenen Profile angepasst werden. „Das macht den Studiengang extrem flexibel“, so Pfannenschwanz.
Integration von Theorie und Praxis: Studiengang Entrepreneurship ist für Berufstätige
Der Studiengang legt wert darauf, die Theorie in die Praxis zu integrieren. Die Studenten müssen auch bereits ein Jahr Erfahrung sammeln. Dann bringen sie eigene Projekte aus ihren Unternehmen mit. Seien es Start-ups, bereits bestehende Verfahren, die optimiert werden könnten, oder neue Schritte, die das Unternehmen gehen möchte: Die Master-Studenten erarbeiten selbstständig das Konzept und haben freie Hand, wie sie ihr Projekt gestalten.
Projekt „Kooperation mit Kaufland-Onlineshop“: Erarbeitung im Studiengang an der DHBW Heilbronn
Wie beispielsweise Alexander Looks. Er ist Geschäftsführer bei Niehaus Zaun und Garten, einem Vertrieb aus Nordrhein-Westfalen. Für das Grundmodul Vertrieb und Wachstum hat er ein Projekt aus seiner Firma mitgebracht, das er mit zwei weiteren Kommilitonen während des Semesters ausarbeitet.
Das Ziel ist es, eine Kooperation mit dem Onlineshop von Kaufland einzugehen. Dadurch erhofft sich Looks, neue Kundensegmente zu erschließen und die Marke bekannter zu machen. „Kaufland ist ein etablierter Verkäufer mit großer Kundschaft“, so der 40-Jährige.
Als Händler ist die Firma bereits bei Kaufland registriert. „Jetzt müssen wir herausfinden, welche Produkte wir listen wollen“, erklärt der Geschäftsführer. Denn beim Onlinehändler seien preissensible Kunden unterwegs, da sei nicht jede Ware geeignet. Gemeinsam mit Elias Kuhn und Marlon Tietze, die beide aus unterschiedlichen Branchen kommen, definiert Looks das Geschäftsmodell im Modul, um genau diese Fragen beantworten zu können.
Vorteil vom Entrepreneur-Master: Vernetzen mit anderen Unternehmern
„Durch den wissenschaftlichen Ansatz arbeiten wir strukturiert und rechnen auch alles durch. Das geht bei einem kleinen Unternehmen, wie wir es mit fünf Mitarbeitern sind, sonst nicht so leicht“, so Looks. Die Voraussetzungen, die von Kaufland erwartet würden, können im Studiengang detailliert durchgegangen und erarbeitet werden. „Es ist eine Art Handreichung, um handlungsfähig bei Kaufland zu sein.“
Das mache den Studiengang aus. Konkrete Projekte aus der Praxis. Deshalb hat sich Alexander Looks auch für den Master entschieden. „Man entnimmt hier einfach mehr Erkenntnisse, als wenn man daheim im dunklen Kämmerchen sitzen würde.“ Vor allem das Vernetzen mit anderen unternehmerisch denkenden Personen sei wichtig, so Looks. Dabei gebe es keine Konkurrenz. „Es ist mehr ein Geben und Nehmen.“ Er habe dann was in der Hand als Übergänger von Angestellter zu Geschäftsführer. Denn neben dem Ausbau seines Netzwerkes entwickele er sich zusätzlich auf persönlicher Ebene weiter.
Maximale Flexibilität in der Modulbelegung beim Studiengang Entrepreneurship
Für Marlon Tietze ist der Einblick in das Projekt spannend. Er arbeitet normalerweise mit Beauty-Produkten, nicht mit dem Vertrieb von großen Materialien wie Zäunen. Auch er schätzt die Vernetzung mit den Kommilitonen und „wie die Vertriebe aufgebaut sind“, so der 27-Jährige. Er schnuppert in das Modul Vertrieb und Wachstum rein, studiert eigentlich Sales and Negotiations (Vertrieb und Verhandlung) im Master. Durch die verschiedenen Wahlmodule ist er in den Entrepreneurkurs gekommen.
Elias Kuhn kommt aus der Lebensmittelbranche, ist dort in einem Familienbetrieb tätig. Er hat nach seinem Bachelor in BWL Handel direkt den Master angefangen. Offiziell sammelt er Zertifikate, die er sich in einem Jahr anrechnen lassen kann. Für ihn sei der Studiengang herausfordernd, aber: „Mir hat zur Selbstständigkeit noch ein Puzzleteil gefehlt, und das finde ich hier“, so der 22-Jährige. Die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Unternehmern klappt gut. „Ich konnte mich gut einlesen, und Alexander ist auch transparent mit allem.“
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