Der Alte Friedhof in Böckingen war bis Anfang des 20. Jahrhunderts die Begräbnisstätte des Ortes. 1905 wurde er aufgegeben und durch den Friedhof in der Heidelberger Straße ersetzt. Er wird heute als öffentlicher Park und Spielplatz genutzt. Inzwischen ist die Anlage aber in Jahre gekommen. Spielgeräte wurden teilweise abgebaut. Die Friedhofsmauer ist noch im Original erhalten. Auf dem Platz befinden sich auch noch historische Grabsteine bekannter Bürger vom frühen bis zum späten 19. Jahrhundert.
Ein Ort für Familien: Stadt saniert Grünanlage im Herzen Böckingens
Der Alte Friedhof in Böckingen soll ein Ort für Familien und Erholungssuchende werden. Die Stadt Heilbronn plant eine umfassende Sanierung der Grünanlage.

Die Stadt Heilbronn will dem Alten Friedhof im Stadtteil Böckingen neuen Glanz verleihen. Mit einer umfassenden Sanierung soll die Grünanlage zu einem attraktiven Aufenthaltsort für Familien und Erholungssuchende werden. Der alte Baumbestand ist zu einem großen Teil in einem schlechten Zustand, die Geräte auf dem Spielplatz sind teilweise abgebaut, und das Toilettenhäuschen seit Jahren nicht mehr benutzt.
Pascale Boé vom städtischen Grünflächenamt hat in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses (BUA) des Gemeinderats am Dienstag ein eher düsteres Bild von der Grünfläche im Herzen des größten Heilbronner Stadtteils gezeichnet. Bürger berichteten von einer Hundekotproblematik. Die Anlage sei zudem ein „Trinkertreff“. Kinder und Eltern fühlten sich dort teilweise nicht wohl, so die Verwaltungsmitarbeiterin.
Grünanlage soll erholungssuchende Bürger anziehen
Das soll jetzt anders werden. Verwaltung und Gemeinderat wollen das Gelände zu einem Anziehungspunkt für erholungssuchende Bürger machen. Grundlage dafür ist eine Entwurfsplanung des Büros Helleckes aus Karlsruhe, das bei einer Mehrfachbeauftragung von vier Büros am Ende die Nase vorne hatte und dessen Vorentwurf das Grünflächenamt jetzt den Gemeinderäten vorgestellt hat.
„Es gibt dunkle Ecken“, sagte die Verwaltungsmitarbeiterin im BUA. Entsprechend sieht der Vorentwurf offene Wiesenflächen mit einer lockeren Baumbepflanzung vor. Sie soll aus alten Bestandsbäumen und neu gepflanzten Bäumen bestehen. Beschädigte Bäume sollen gerodet werden.
Der Spielbereich soll in unterschiedliche Zonen aufgeteilt werden
Ziel sei es dabei, den Blick zur Kirche zu verbessern und dichte Hecken zu beseitigen. Die Spielbereiche werden in unterschiedliche Spielzonen aufgeteilt und sind barrierefrei erreichbar. Vorgesehen sind unter anderem ein sogenannter Wasser-Sand-Matschbereich sowie ein Kleinkindbereich und ein motorisches Spielband mit Schaukelmöglichkeiten sowie Picknicktischen. Die Tischtennisplatten werden in den Nord-Westen verlagert. Darüber hinaus ist eine Spielwiese angedacht.
Die vorgestellten Pläne kamen bei den Stadträten gut an. „So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben“, sagte Susanne Schnepf (CDU). Je mehr der Alte Friedhof vernachlässigt werde, desto mehr passiere dort, was die Stadt nicht haben wolle.
Stadträte sehen in dem Park ein großes Potenzial
Potenzial hat der Park auch für Thomas Pappert (AfD). Herbert Tabler (SPD) sieht einen „großen Bedarf in dem kinderreichen Gebiet“. Ulrike Morschheuser (Bündnis90/Die Grünen) sprach von einer „grünen Oase im dicht bebauten Böckingen“. Für Musab Sarpkaya (Freie Wähler) sorgte die Planung für „Sicherheit und gute Aufenthaltsqualität“. Gottfried Friz (FDP) legte Wert darauf, dass die Grünanlage nach allen Seiten geöffnet wird, damit der Alte Friedhof keine Sackgasse mehr sei. Aus Sicht des FDP-Stadtrats beuge das Brennpunkten vor.
Aus Sicht der Verwaltung und der Stadträte stelle der Alte Friedhof eine Ergänzung zur Begrünung des Bahnbogens entlang der Eisenbahnline aus Richtung Norden dar.
Ausschuss beauftragt Verwaltung mit weiterer Planung
Bestehende Grabmale bei der St.-Pankratius-Kirche und Skulpturen werden in die Gestaltung mit einbezogen. Im Süd-Westen soll sich die Grünanlage Richtung Bürgerhaus durch eine offene Platzfläche mit Bäumen öffnen. Das Toilettenhäuschen könnte anderweitig genutzt werden. Pascale Boé sprach von einem möglichen Lager.
Der Bau- und Umweltausschuss hat am Dienstag die Verwaltung beauftragt, die Planung weiter voranzutreiben. So könne bereits im kommenden Jahr der Spielplatz erneuert werden. Haushaltsmittel dafür stehen bereit. Anders sieht es bei der Sanierung und Neugestaltung der übrigen Bereiche der Grünanlage aus. Sodass diese zu einem späteren Zeitpunkt folgen werde.
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