Ein Kompromiss ist beim Sonntagseinkauf entscheidend
Das Land befasst sich mit besonderen Öffnungszeiten für Mini-Supermärkte ohne Personal. Das ist notwendig.

Nahversorger ohne Personal bereichern den ländlichen Raum. Wo die großen Ketten längst kein Geschäft mehr wittern, kommen sogenannte Smart Stores auf einen ausreichenden Umsatz. Dabei leisten sie weitaus mehr, als den Menschen Nudeln, Milch und Katzenfutter zu bieten.
Die Filialen schaffen ein Stück mehr Lebensqualität im Dorf und bieten Treffpunkte. Doch unterm Strich brauchen auch diese Betreiber ein Plus in der Kasse. Die Erfahrungen zeigen, dass der Sonntag ein wichtiger Umsatztag ist. Das kann man kritisieren, damit ist die Ursache nicht gelöst: Die Gesellschaft wandelt sich und ist dazu bereit, sonntags vor Ort einzukaufen.
Der Sonntag bietet allerdings einem Großteil der Menschen Erholung, unter besonderen Schutz stellt ihn sogar das Grundgesetz. In Mini-Supermärkten schauen einzelne Personen sonntags nach dem Rechten. Die Kritik ist daher berechtigt, dass jede Lockerung den Sonntagsschutz schmälert. Ohne diesen Öffnungstag haben es diese Läden aber schwer, zu überleben.
Der angedachte Kompromiss ist richtig, Öffnungszeiten zu beschränken. Hoffentlich zieht jemand wegen der länderspezifischen Regelungen für Smart Stores bis vors Bundesverfassungsgericht: Höchstrichterlich muss geklärt werden, was sonntags in Deutschland erlaubt ist.
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