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Start ins Berufsleben

Die psychische Belastung von Schülern und Azubis nimmt zu

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Der Zusammenschluss Schule-Wirtschaft versteht sich als Plattform von Akteuren, die Jugendliche im Übergang von der Schule ins Berufsleben begleiten. Vor diesen Herausforderungen steht die Gruppe im Raum Heilbronn.

Schule-Wirtschaft: Der Zusammenschluss bringt Akteure aus Schule und Wirtschaft zusammen, die in der Übergangsphase für die Jugendlichen da sind.
Schule-Wirtschaft: Der Zusammenschluss bringt Akteure aus Schule und Wirtschaft zusammen, die in der Übergangsphase für die Jugendlichen da sind.  Foto: Sebastian Kahnert

Interessierte aus dem Netzwerk Schule-Wirtschaft besuchen das Unternehmen Peter Kwasny in Gundelsheim, um sich mit Lacksprühdosen zu befassen. Ein digitaler Fachnachmittag widmet sich der Berufsorientierung. Dabei geht es unter anderem darum, Eltern mit Migrationshintergrund gut einzubinden. Außerdem werden Schülerfirmen vorgestellt. Schule-Wirtschaft geht auch gezielt auf die Jugendlichen zu und bietet ihnen unter anderem mit der Agentur für Arbeit bei einem sogenannten Schüler-Azubi-Camp Einblicke in verschiedene Berufszweige. Ein breites Themenspektrum greift der Zusammenschluss Schule-Wirtschaft auf, der in der Region Heilbronn-Franken breit aufgestellt ist. Das Alleinstellungsmerkmal sei, so Schule-Wirtschaft-Ansprechpartner Harald Daumüller: Man versteht sich als eine Plattform aller Akteure, die sich sich um Jugendliche im Übergang von Schule und Wirtschaft kümmern. Schulen seien vertreten, Vertreter der Wirtschaft genauso wie von Kammern: Harald Daumüller blickt zufrieden auf den Teilnehmerkreis, von wichtigen Gruppen fehle niemand.

Der Austausch hilft dabei, Themen gemeinsam anzugehen. Dazu gehört aus Sicht von Harald Daumüller auch: Die psychische Belastung von Jugendlichen, egal ob in der Schule oder in der Ausbildung, nehme zu. Viele Jugendlichen brächen die Schule ab und trügen die Probleme weiter, sagt er. An vielen Grund- und weiterführenden Schulen sind Schulsozialarbeiter tätig. Mittlerweile gebe es Sozialarbeiter auch in ersten Betrieben, um für Azubis da zu sein, weiß Harald Daumüller. Das Thema ist umfassend. "Wir können das Problem nicht lösen", sagt er. "Wir können nur Hilfestellungen anbieten." Die Treffen, die zu verschiedenen Themen stattfinden, versteht er deshalb stets als eine Möglichkeit, bei der sich die Teilnehmer vernetzen und über gemeinsame Themen intensiver austauschen können. Entsprechende Zeitfenster für diese unverbindlichen Gespräche sind stets fest eingeplant.

Schule-Wirtschaft: Darum geht es dem Netzwerk in der Region Heilbronn-Franken

Mit Social Media befasst sich Schule-Wirtschaft, Berufsorientierung ist ebenfalls wichtig. Positiv bewertet Harald Daumüller die Schüler-Azubi-Camps. Deren Ziel sei es, Neuntklässlern in einer Ferienwoche Einblicke in verschiedene Berufe zu bieten. Beim jüngsten Camp konnten die Jugendlichen dabei sogar an zwei Tagen in zwei verschiedene Betriebe reinschnuppern. Es seien "intensive Tage" gewesen, erzählt er. Firmen seien gern dabei, man renne bei den Planungen offene Türen ein. 

Schule-Wirtschaft lebt von seiner Größe. Zu den Treffen in der Region kämen bis zu 20 Personen. "Das Ziel sind nicht die Mega-Veranstaltungen", sagt Harald Daumüller. "Wir brauchen die richtigen Leute, die wir vernetzen können, nicht die Massen."

Das steckt hinter dem Netzwerk

Seit 70 Jahren gibt es das Netzwerk Schule-Wirtschaft. Nach eigenen Angaben wird es auf Bundesebene von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und dem Institut der deutschen Wirtschaft getragen. In Baden-Württemberg steht hinter dem Netzwerk "Unternehmer Baden-Württemberg" in Kooperation mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg. Schule-Wirtschaft Baden-Württemberg will die regionalen Netzwerke koordinieren und unterstützen, den Erfahrungsaustausch fördern. Zudem würden landesweite Projekte entwickelt.

Harald Daumüller verantwortet Schule-Wirtschaft in der Region Heilbronn-Franken.
Harald Daumüller verantwortet Schule-Wirtschaft in der Region Heilbronn-Franken.  Foto: Gajer, Simon



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