Details zum Wetter stammen aus Heilbronn: Das hat TUM-Professor mit der Vorhersage zu tun
Bringt seine Expertise beim Wetter sowie beim Herz ein: Professor Hartwig Anzt von der Technischen Universität München (TUM) am Campus Heilbronn ist vielfältig gefragt.

Die Programmierung von Hartwig Anzt und seinem Team ist beim Deutschen Wetterdienst gefragt. Außerdem spielen die Kenntnisse der Wissenschaftler bei der Herz-Forschung eine Rolle. Auch die Strömungssimulation von Windkraftanlagen kann weiterkommen durch das Wissen der Technischen Universität München (TUM) am Campus in Heilbronn: Wenn Hartwig Anzt über die vielfältige Arbeit spricht, die er, seine zwölf Mitarbeiter und Studenten leisten, meint man, die Tage auf dem Bildungscampus haben mehr als 24 Stunden. Hartwig Anzt lächelt und meint nur: „Wenn es Spaß macht.“ Er meint damit wohl: Was Spaß macht, geht einfach von der Hand - oder man merkt nicht, wie viel Zeit man hineininvestiert.
Hartwig Anzt ist seit 2024 bei der TUM im Bereich Computational Mathematics tätig, zuvor war er zwei Jahre Professor an der University of Tennessee und Direktor des dortigen Innovative Computing Lab. Der Wissenschaftler schafft es stets, Laien eindrucksvoll zu beschreiben, worin seine Schwerpunkte liegen.
Wettervorhersage aus Heilbronn: Neues System war notwendig, weil sich die Computer gewandelt haben
Beispiel Wetter: Die Wetter-Vorhersage beruhte auf alter Programmierung. „Das Modell ist 30 Jahre alt“, sagt Hartwig Anzt. Die Rechner haben sich seither deutlich gewandelt, die Prozessoren seien besser geworden, die Computer-Architektur habe sich verändert. Nur die EDV für die Wettervorhersage nicht. Die Folge: Die Software sei zwar noch gelaufen, aber längst nicht mehr so effizient, wie sie es eigentlich könnte, sagt der Wissenschaftler. Das bisherige System sei für weniger Prozessoren geschrieben worden. Deshalb sei es langsamer gewesen und verbrauchte auch mehr Strom.
Die Herausforderung für die TUM-Wissenschaftler habe nun darin gelegen, neue Algorithmen zu schreiben, die unter anderem auf deutlich mehr Prozessoren parallel laufen können.
Herz oder Wetter: Es geht nur um Gleichungssysteme, sagt der Wissenschaftler der Technischen Universität München am Campus Heilbronn
Auch in der Medizin bei der Herzforschung ist die Programmierung vom Bildungscampus gefragt. Im Fokus stehen hier komplexe Berechnungen, die an Hochleistungsrechnern umgesetzt würden, sagt er. Aus Sicht der ITler am Bildungscampus Heilbronn sind die Probleme ähnlich. Egal, ob man sich mit der Wettervorhersage befasst oder nach Herzrhythmusstörungen schaut: „In beiden Fällen geht es darum, große Gleichungssysteme zu lösen“, so die nüchterne Analyse von Hartwig Anzt.
Der Wissenschaftler hält dabei seine Programmierung nicht zurück. Die Codes sind offen für alle, Hartwig Anzt setzt auf Open Source. Und das aus gutem Grund, wie er sagt: Viele Tech-Unternehmen drängen in den Markt der Wettervorhersagen. Eine Einsatzmöglichkeit: Wenn die Sonne scheint, produzieren die Photovoltaik-Anlagen viel Strom, und der Marktpreis für Elektrizität ist niedrig. Das Wissen um Wetter und Klima: „Das ist ein großes Business“, sagt er. Mit Open-Source-Modellen für alle will er deshalb einen Schwerpunkt setzen.
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