Bunkerpläne bieten trügerische Sicherheit
Anstatt in massive Anlagen zu investieren, sollten die Bürger über eigenen Schutz informiert werden.

Putins Angriff auf die Ukraine hat den Krieg zurück nach Europa gebracht und damit auch eine potenzielle Gefahr. Deshalb müssen sich die Menschen daran gewöhnen, auch für ihren eigenen Schutz zu sorgen. Scheinbar positiv klingt es, wenn Deutschland Medienberichten zufolge, neue Bunker-Pläne erstellen will. Aber das ist nur eine trügerische Sicherheit.
Tiefgaragen oder unterirdische Bahnhöfe bieten den Menschen Schutz. Doch klar ist dabei zugleich: Die Einwohner ganzer Städte in solchen Anlagen unterzubringen, ist unmöglich. Niemals könnte sich ganz Heilbronn in bestehende Bunker quetschen. Und Investitionen, um alle Einwohner zu schützen, wären unbezahlbar.
Es ist wichtig, die Bürger dafür zu sensibilisieren, für den eigenen Schutz vorzusorgen. Wo treffen sich Familien im Notfall, wie findet man sich wieder, wenn die Handynetze zusammenbrechen? Dezentrale Notfalltreffpunkte, wie sie die Städte und Gemeinden ausweisen, sind der richtige Weg. Darüber hinaus kann jeder mit Lebensmittelvorräten oder einem Kurbelradio vorbereitet sein, ohne in Panik zu verfallen.
Aber es geht nicht nur um den Kriegsfalls. Anlaufstellen in den Kommunen sind auch in anderen Notlagen wichtig, beispielsweise bei starkem Hochwasser oder längerem Stromausfall. Darauf sollten sich die Verantwortlichen konzentrieren, nicht auf langwierige und unrealistische Planungen von neuen Bunkern.
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