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Heilbronn

Gipfeltreffen der Jungforscher in der Experimenta

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Von der Unterwasserdrohne über den smarten Rollstuhl bis zum klimaschützenden Dachziegel: In Heilbronn präsentieren die 175 Finalisten des bundesweiten Wettbewerbs "Jugend forscht" ihre Projekte. 

Jannek Zänker und Constantin Schultz (v.l.) aus Hamburg haben einen Tauchroboter entwickelt, Marvin Rzok tritt mit seiner Mini-Sonde für Wetterballons an.
Jannek Zänker und Constantin Schultz (v.l.) aus Hamburg haben einen Tauchroboter entwickelt, Marvin Rzok tritt mit seiner Mini-Sonde für Wetterballons an.  Foto: Berger, Mario

Finger fliegen flink über Laptoptastaturen, Schaltkreise werden noch schnell verdrahtet, Kabel verlegt und Plakate aufgehängt, während nebenan Transportwägen ausgeräumt und Rollkoffer verstaut werden. An den Ständen im Untergeschoss der Heilbronner Experimenta herrscht reges Treiben. Doch von Hektik trotz allem keine Spur. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die hier durch die Räume huschen, wissen genau, was zu tun ist. Schließlich wollen sie hier, beim Bundesfinale des Wettbewerbs "Jugend forscht", endlich präsentieren, woran sie zum Teil seit mehreren Jahren tüfteln. 

175 MINT-Talente kommen in der Experimenta in Heilbronn zusammen

Mit ihren Projekten haben sie es unter die besten Jungforscherinnen und Jungforscher der Republik geschafft. Bis zum Sonntag treten im Science Center Experimenta 175 Talente aus dem Bereichen  Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) mit insgesamt 107 innovativen Forschungsprojekten in den wissenschaftlichen Wettstreit. Sie alle haben sich als Landessiegerinnen und Landessieger für den diesjährigen Bundeswettbewerb qualifiziert, der gemeinsam von der Experimenta gGmbH als Bundespate und der Stiftung Jugend forscht ausgerichtet wird.

Kleine Helfer, die den Alltag erleichtern können

In der Finalrunde präsentieren sie ihre Projekte in den sieben Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Alle eint die Motivation, ein ganz bestimmtes Problem lösen zu wollen - auch wenn sie über allem Grübeln, Probieren und Verwerfen von Ideen "auch lernen müssen, mit wenig Schlaf auszukommen", wie Reinhard Köcher lachend sagt. Der Gymnasiast aus Calw tritt in der Kategorie Arbeitswelt an. Er hat ein Gerät entwickelt, das die Saiten einer Bratsche oder einer Geige automatisch auf die richtige Frequenz bringt. "Im Gespräch mit Musiklehrern habe ich erfahren, dass viele Anfänger und gerade Kinder zu Hause auf verstimmten Instrumenten üben. Da habe ich mir überlegt, wie es wäre, wenn es einen Apparat gäbe, der eine Geige über einen Algorithmus automatisch stimmt", erläutert der 16-Jährige sein Forschungsziel.  

Der 17-Jährige Paul Löffler (Mitte) aus Stuttgart präsentiert die von ihm entwickelte, mit Lichtimpulsen gesteuerte "Robotic Tracking Platform". Die Maschine soll dem Menschen autonom und zuverlässig folgen, etwa, um beim Einkauf schwere Waren zu tragen.
Der 17-Jährige Paul Löffler (Mitte) aus Stuttgart präsentiert die von ihm entwickelte, mit Lichtimpulsen gesteuerte "Robotic Tracking Platform". Die Maschine soll dem Menschen autonom und zuverlässig folgen, etwa, um beim Einkauf schwere Waren zu tragen.  Foto: Berger, Mario

Komplexe Zusammenhänge werden sichtbar gemacht

Anne Marie Bobes aus Seehausen hat sich im Fachgebiet Physik qualifiziert. Sie hat ein detailgetreues Funktionsmodell eines Vogels konstruiert, anhand dessen die Aerodynamik des Vogelflugs visualisiert werden kann. Im selbst gebauten Windkanal kann sie so mittels einer speziellen Fototechnik das komplexe Muster der Luftströmung sichtbar machen. Das hat auch schon in Wissenschaftskreisen Aufmerksamkeit geweckt: "Die TU Dresden hat per Mail angefragt, ob ich nicht mit ihnen dieses Projekt gemeinsam weiterentwickeln will",  erzählt die 17-Jährige.

Aber auch Teams treten beim Finale an: Im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften liefern Tom Sprinz, Thomas Hergetz und Vit Werner aus Mannheim den Nachweis, dass hellere Baumaterialien ein geeigneter Baustein zur Anpassung an den Klimawandel sein könnten. Ihre Forschungen belegen, welch signifikante Auswirkungen etwa weiße Dachziegel auf die Temperaturen in und außerhalb von Häusern haben.

Lust, den Dingen auf den Grund zu gehen

"Wir leben in herausfordernden Zeiten, und um diese zu meistern, brauchen wir kluge Köpfe, die Lust haben, den Dingen auf den Grund zu gehen", sagt Professorin Dr. Bärbel Renner, Geschäftsführerin der Experimenta gGmbH. Die jungen Forscherinnen und Forscher seien "echte Mutmacher für unsere Gesellschaft“. Das Credo, dass die Beschäftigung mit Fragen der Zukunft motivieren und begeistern kann, sei ein gemeinsamer Nenner von "Jugend forscht" und Experimenta.

Höhepunkt des 59. "Jugend forscht"-Bundesfinales ist die Siegerehrung am Sonntag ab 11 Uhr im Konzert- und Kongresszentrum Harmonie. Mit dabei sein werden unter anderem Dr. Jens Brandenburg, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, der stellvertretende Ministerpräsident und Minister des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen, Thomas Strobl, sowie Theresa Schopper, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport und Vertreterin der Kultusministerkonferenz (KMK) sowie Professorin Dr. Bärbel Renner, Geschäftsführerin der Experimenta gGmbH und Bundespatenbeauftragte.




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