Brunnen laufen wieder: Fröhliches Plätschern in der Heilbronner Innenstadt
Zahlreiche Brunnen sind an und um Ostern in Heilbronn wieder in Betrieb gegangen. Einige von ihnen sind fast 500 Jahre alt. Wie nehmen die Heilbronner die Brunnen wahr?

Es wird frühlingshafter in der Heilbronner Innenstadt durch die laufenden Brunnen, da sind sich die Passanten ziemlich einig. Maria Tsirkou lehnt gerade an der Balustrade des Komödiantenbrunnen auf dem Kiliansplatz und schaut lächelnd in die Sonne. Sie meint, jetzt bei dem guten Wetter sorge so ein laufender Brunnen für eine fast schon sommerliche Stimmung. Gerade für Kinder, merkt sie an, sei es besonders schön, fließendes Wasser in der Stadt zu haben, in dem sie ein wenig mit den Händen planschen können.
Auch die Trinkbrunnen in Heilbronn sind wieder in Betrieb
Der Komödiantenbrunnen ist einer von 33 Brunnen in der Innenstadt und den Stadtteilen, die vor dem Osterwochenende betriebsbereit waren, alle sollen nach und nach wieder Wasser führen. Trinkwasserqualität haben diese Brunnen nicht. Die meisten Brunnen laufen per Zeitschaltuhr und schalten sich abends ab, teilt die Stadt in einer Pressemeldung mit. Unter der Woche werden die Brunnen jeden Tag gesäubert, etwa alle 14 Tage auch gereinigt.
Neben den klassischen Brunnen gibt es die Trinkbrunnen auf dem Marktplatz und dem Kiliansplatz. Auch sie sind laut Stadt wieder in Betrieb.
Kinder sind sie nicht mehr, doch auch die Jugendlichen Leonie Brecht und Tilla Querengesser werden vom Plätschern des pompösen Komödiantenbrunnen angezogen. Die Freundinnen legen bei ihrer Shoppingtour im Café direkt neben dem Brunnen eine Pause ein. „Total schön!“, findet Leonie den Brunnen und besonders die durch ihn erzeugte Geräuschkulisse.
Brunnen in Heilbronn spielen eine Rolle beim Heimatgefühl
Auch der Fleinertorbrunnen in der Innenstadt plätschert vor sich hin. Christoph Krüger und Britta Hamerich sind wie Leonie und Tilla gerade am Einkaufen. „Sommerlich, mediterran“, beschreibt Christoph Krüger die Stimmung, die der kleinere Brunnen mit der imposanten Figur in der Mitte verbreitet.
Ganz ähnlich äußert sich Birgitt Jacob, die sich selbst als Wasserliebhaberin beschreibt. Die gebürtige Heilbronnerin lebt seit 42 Jahren auf dem Land, kommt aber immer sehr gern zurück in die Stadt, in der sie geboren wurde. „Ich bin richtig stolz darauf, Heilbronnerin zu sein“, sagt sie und lacht. Auch solche vermeintlich kleinen Details wie die Brunnen spielen bei diesem Stolz und Heimatgefühl eine Rolle für sie.
Älteste städtische Brunnen sind der Siebenröhren- und der Cäcilienbrunnen
Die ältesten städtischen Brunnen sind der Siebenröhren- und der Cäcilienbrunnen. Sie wurden 1541 und 1589 errichtet. Birgitt Jacob erinnert sich, dass schon in ihrer Kindheit die Brunnen in der Heilbronner Innenstadt präsent waren und den Frühling einläuteten. Auch der Fleinertorbrunnen reicht ins 16. Jahrhundert zurück. Erstaunlich, findet Birgitt Jacob. „Das ist ja alles noch Handarbeit, muss man bedenken“, sagt sie und deutet auf die Ornamente und das Standbild, die den Brunnen zieren.
Daraufhin kommen ihr all die schönen Dinge und Kulturgüter, die auf der Welt durch Kriege zerstört werden, in den Sinn. Sie ist froh, dass dieser Brunnen hier trotz allem so lange überlebt hat.
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