Gute Nachrichten vor den Sommerferien
Die angekündigten Neuerungen in den Schulen sind eine gute Nachricht für die Schüler. Allerdings gibt es noch einiges zu klären, meint unsere Autorin.

Endlich ist es geschafft. Gestern ging ein kollektives Aufatmen durchs Land. Die Sommerferien sind da, was bei Schülern, Eltern und Lehrern für Freude gesorgt haben dürfte. Pünktlich zum Ferienstart kam das Kultusministerium noch mit zahlreichen, längst überfälligen Neuausrichtungen ums Eck, die auch für Eltern interessant sein dürften. Wer ein Kind in der dritten Klasse (oder jünger) hat, wird künftig nicht mehr frei über die weiterführende Schulart entscheiden. Die verpflichtende Grundschulempfehlung ist zurück – vielleicht war früher doch nicht alles schlecht.
Für die Kinder ist das eine gute Entscheidung, sie werden anhand ihrer Leistungen beurteilt und finden so hoffentlich den richtigen Weg, ohne von überzogenen Erwartungen gedrängt zu werden. Viele Veränderungen betreffen das Gymnasium. Das mit großen Verheißungen erst vor wenigen Jahren eingeführte Profilfach Informatik/Mathematik/Physik ist passé. Dafür kommt das wesentlich realitätsnähere Fach Medienbildung/Informatik, das ist ebenfalls eine gute Nachricht, selbst wenn sie viele Weiterbildungen nachträglich obsolet macht. Es ist eine Reaktion auf gesellschaftliche Entwicklungen, aber vermutlich auch auf Anmeldezahlen – sehr beliebt war IMP nie, wie auch in der Region gelegentlich zu hören war.
Es gibt nun einiges zu klären, um die Umsetzung all der ministeriellen Pläne auf den Weg zu bringen. Die gegenseitigen „Glückwünsche zum Tag der richtigen Berufswahl“ in den sozialen Medien fielen jedenfalls gestern deutlich verhaltener aus als in der Vergangenheit.
Neubau in Neckarsulm wird gefeiert
Neues gibt es auch für die Schüler der Verbundschule in Neckarsulm, die nach den Ferien endlich ihr neues Gebäude beziehen. Das Schulhaus samt zugehöriger Sporthalle wurde vergangene Woche mit großem Bahnhof eingeweiht, bei einer 50-Millionen-Euro-Investition darf schließlich auch gefeiert werden. Auffallend war, dass nicht nur Neckarsulmer kamen, sondern auch Schulleiter aus Heilbronn und Umgebung einen Blick auf die Möglichkeiten werfen wollten, die sich mit dem Neubau für eine zeitgemäße Bildung eröffnen. Das Projekt war in der Stadt umstritten, die Anmeldezahlen gaben der Entscheidung trotzdem recht, viele Schüler werden von dem Verbund profitieren.
Dabei geht es natürlich nicht nur um das neue Haus, sondern vor allem um die Inhalte. Ipads für alle Schüler beispielsweise werden neue Unterrichtsformen und eine kompetentere Medienbildung ermöglichen. In Sachen digitaler Fortschritt steht die Franz-Binder-Schule damit dem Heilbronner Bildungspakt in nichts nach.
Die Arbeit kommt erst noch
Noch vor der Sommerpause haben sich in den Kommunen die neuen und alten Gemeinderäte zu konstituierenden Sitzungen getroffen. Die Bilder gleichen sich, Frauen und Männer, oft ältere Jahrgänge, wenig junge Leute, gruppieren sich um Bürgermeister und Bürgermeisterinnen, in offensichtlicher Eintracht. Die Detailarbeit liegt erst noch vor ihnen: Aktenberge, Entscheidungen, Auseinandersetzungen. Es wird, auch von Wählern, oft genug unterschätzt, welchen Einfluss das Gremium hat, das das Hauptorgan der Gemeinde ist. Dort darf künftig durchaus auch konstruktiv gestritten werden.
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