Biko legt den Finger in die Wunden des Systems
Die Bildungskonferenz der AIM hat gezeigt, dass ein Wandel im Bildungssystem notwendig ist. Und dass viele Akteure Lust haben, dabei mitzuwirken.

Die Erwartung an die Biko am vergangenen Samstag war groß: Die AIM wollte ihre Bildungskonferenz zur wichtigsten in Süddeutschland machen. Am Ende des Tages ging das Portal News4teacher noch weiter und ordnete die Biko „an der Spitze der Bildungsveranstaltungen in Deutschland“ ein.
Das Programm rund um Inhalt und Zukunft der Bildung war prominent besetzt und legte an vielen Stellen den Finger in die Wunden des Systems. Und davon gibt es einige, ein positiver Trend ist in Studien nicht auszumachen. Gleichzeitig ist gute Schulbildung zum Minderheitenproblem geworden, weil die Mehrheit der Bevölkerung keine schulpflichtigen Kinder hat. Im Bundestagswahlkampf spielte das Thema kaum eine Rolle, weil das Land auch vor vielen anderen Herausforderungen steht.
Schule prägt eine Gesellschaft
Dennoch ist die gelungene Transformation des Bildungssystems zukunftsentscheidend. Es geht nicht nur um Lehr- und Stundenpläne, Schule prägt das Selbstverständnis einer Gesellschaft. Das hat die Biko ebenso gezeigt wie das große Interesse von Lehrern und Erziehern. Mehr als 1000 Teilnehmer waren am Wochenende gekommen und haben nicht wie sonst in Schulen üblich an einem Wochentag einen pädagogischen Tag absolviert, bei dem die gute Absicht mit gleichzeitigem Unterrichtsausfall ad absurdum geführt wird.
Die Biko war am beeindruckendsten in der Mensa, im Foyer und bei Fragerunden. Überall dort, wo die Teilnehmer selbst aktiv ins Gespräch kamen, wurde deutlich: Schule sollte Bereicherung sein, keine Belastung. Damit Eltern nicht mehr so wie Fernsehmoderator Ralph Caspers aufatmen, wenn ihre Kinder „endlich durch“ sind.
Gemeinderat entscheidet über Pläne und Kosten
18 Punkte hat der Heilbronner Gemeinderat am Donnerstag auf seiner öffentlichen Tagesordnung. Die Sitzung wird inhaltliche Weichen für die Stadt stellen. So will die Verwaltung viereinhalb Monate nach Verkündung der Initiative endlich auch ein Konzept zum Aufbruch Innenstadt präsentieren, außerdem geht es um Seilbahnpläne oder die umstrittene Organisation der Ehrenamtskarte.
Da gehen andere kostenintensive Vorschläge fast unter. Zum Beispiel für die Sanierung der Bühnenmaschinerie im Theater: Aus einem Darlehen in Höhe von fast 1,3 Millionen Euro soll „aufgrund der finanziellen Situation des Theaters“ ein Zuschuss werden – Kultur muss man sich eben leisten wollen. Und es geht im Ratssaal um diverse zusätzliche Stellen und weitere Kosten. Es wird also nicht nur eine lange Sitzung, sondern vielleicht auch eine teure.
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