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Chef verlässt die Arbeiterwohlfahrt
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Heilbronner Geschäftsführer wechselt nach Stuttgart

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Nach sieben Jahren an der Spitze der Awo in Heilbronn übernimmt Stratos Goutsidis den Vorstandsposten in der Zentrale. Auch in Stuttgart soll der Mensch im Fokus seiner Arbeit stehen.

Der Heilbronner Geschäftsführer der Awo, Stratos Goutsidis, steigt in den Vorstand der Awo Württemberg auf.
Der Heilbronner Geschäftsführer der Awo, Stratos Goutsidis, steigt in den Vorstand der Awo Württemberg auf.  Foto: Mario Berger

Sieben Jahre lang war Stratos Goutsidis „gern und aus tiefer Überzeugung“ Kreis-Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Heilbronn. Jetzt hat der 45-Jährige seinen Wechsel nach Stuttgart verkündet. Der Neckarsulmer wird zum 1. August hauptamtlicher Vorstand der Awo Württemberg.

„Ich bin stolz und wehmütig zugleich“, sagt Goutsidis. Seine Mitarbeiter sehen das vermutlich ähnlich. Die Reaktionen seien sehr emotional gewesen, sagt der Chef, der das Fundament der Institution nach eigener Aussage so gestaltet hat, dass die 360 haupt- und 1200 ehrenamtlichen Mitarbeiter eine Einheit sind.

Teilhabe für diejenigen ohne Standing

Stratos Goutsidis hat die Organisation in den vergangenen Jahren neu aufgestellt und das Team geprägt. Die Mitarbeiterzahl der Awo Heilbronn hat sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt, es gibt neue Angebote, neue Fachbereiche, mehr Vernetzung und Kooperationen intern und mit externen Partnern.

Leuchtturmprojekte wie die inklusive Kinderspielstadt oder die Beratung bei Schulabsentismus sind wichtige Meilensteine. Aber auch die Digitalisierung, für die die Awo im vergangenen Jahr eine Förderzusage in Höhe von 1,6 Millionen Euro erhalten hat. Immer im Fokus dabei: die Menschen und ihre Bedürfnisse. „Ich wollte immer denjenigen Teilhabe ermöglichen, die kein Standing haben“, sagt der gelernte Erzieher.

Das wird er auch in Zukunft, allerdings in größerem Rahmen. 1900 Mitarbeiter hat die Awo Württemberg und 9000 Mitglieder in den Ortsverbänden. Dem Wechsel in die Zentrale vorausgegangen ist ein Bewerbungsprozess, in dem sich Goutsidis gegen rund 100 Mitbewerber durchgesetzt hat. Überzeugt habe er mit seiner Vision für die Awo im Jahr 2030: „Menschen, die bei uns leben, sollen Zugehörigkeit finden“, wünscht sich Goutsidis.

26 Jahre Praxiserfahrung

Der gelernte Erzieher bringt 26 Jahre Berufserfahrung im praktischen Kontext mit. Die Entscheidung für seine Ausbildung sei seinerzeit völlig untypisch für Mann gewesen, erinnert sich Goutsidis. „Es war mir wichtig, sämtliche Stationen zu durchlaufen: Kindergarten, Familienhilfe, Jugendhilfe, Eingliederungshilfe. Dabei habe ich so viel gelernt.“ Es folgte ein Studium in Heidelberg zur Führung sozialer Organisationen, dann vor 13 Jahren die bewusste Entscheidung für die Arbeiterwohlfahrt entschieden: „Die Werte der AWO sind auch meine Werte.“

Mit dem Bekenntnis zu Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Toleranz will Stratos Goutsidis das Unternehmen „zum besten Arbeitgeber“ machen, nahbar sein, Potenziale entdecken, Neues bewegen und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit im Blick haben. Er stehe für Führung mit Tiefe – nicht patriarchisch-hierarchisch, sondern menschlich, sagt Goutsidis. 

Nachfolge steht noch nicht fest

Seine Nachfolge in Heilbronn wird derzeit geregelt. Er selbst möchte in der Region bleiben und künftig in die Landeshauptstadt pendeln. Im Verein Menschen in Not der Heilbronner Stimme arbeitet er weiter als ehrenamtliches Vorstandsmitglied. „Das erdet mich“, erklärt Goutsidis. „Je heftiger es in der Gesellschaft wird, desto mehr brauchen Menschen ihre Gemeinschaft“, ist er sicher. Die zu fördern sieht er als Aufgabe, im Ehrenamt und im Job.




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