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Hobbyküche

Außer in der Küche: Brackenheimer Kräuterfrau erklärt, wo Bärlauch noch einsetzbar ist 

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Sammler zieht es jetzt wieder in die Wälder, wo der Bärlauch wächst. Worauf beim Ernten des wilden Knoblauchs geachtet werden muss und wie man ihn haltbar macht, erklärt eine Wildpflanzenpädagogin aus Brackenheim. 

Von Lea Kobs

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Seit einigen Jahren hat der Bärlauch eine erstaunliche Karriere hingelegt - viele wollen den kostenlosen wilden Knoblauch, der nie gleich schmeckt. Das treibt Sammlerinnen und Sammler in die Wälder, um Blätter des begehrten Bärlauchs in die heimische Küche zu bringen. 

Außer in der Küche: Wo ist Bärlauch noch einsetzbar und worauf müssen Sammler achten? Wir haben bei Wildpflanzenpädagogin Tamara Kühner aus Brackenheim nachgefragt.

Die kulinarische Verwendung von Bärlauch als Pesto, Dip oder sogar Spätzle ist mittlerweile weit verbreitet. Kann man Bärlauch auch in der Hausapotheke verwenden? 

In der Volksheilkunde wird Bärlauch durch seine ätherischen Öle und sekundären Pflanzenstoffe tatsächlich zur Behandlung von Bluthochdruck oder Arteriosklerose verwendet, erklärt Tamara Kühner. Er kann auch zur Appetitanregung und Hilfe bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden.

In Laubwäldern und an feuchten Orten wie Bachläufen findet sich jetzt wieder der Bärlauch, der auch als wilder Knoblauch bekannt ist.
In Laubwäldern und an feuchten Orten wie Bachläufen findet sich jetzt wieder der Bärlauch, der auch als wilder Knoblauch bekannt ist.  Foto: Linda Möllers

Aber: „Pflanzen wirken bei jedem anders“, so Kühner. Pflanzenheilkunde darf also nicht als Universalheilmittel angesehen werden.   

Wo finden Sammler Bärlauch? 

Am besten zu finden ist der Bärlauch in Laubwäldern und an feuchten Orten wie Bachläufen. Die Stadt Heilbronn empfiehlt in einer Pressemeldung zum Beispiel den Heilbronner Stadtwald, etwa oberhalb des Schießstandes der Kreisjägervereinigung in Richtung Waldheide beziehungsweise Donnbronner Straße.

Nimmt man auf der Suche einen sehr starken Knoblauchgeruch wahr, ist es fast schon zu spät für das Wunderkraut, sagt Kräuterexpertin Tamara Kühner. Denn dann beginnt der Bärlauch schon sich zurückzuziehen: „Junge Triebe sind am besten.“

Ganz wichtig beim Bärlauch ist, ihn nicht mit ähnlich aussehenden Giftpflanzen zu verwechseln. Was muss man beim Sammeln beachten?

Tamara Kühner warnt vor der Verwechslung von Bärlauch mit Herbstzeitlosen, Ahornstab und Maiglöckchen. Diese können auch direkt neben dem Bärlauch wachsen. „Man sollte die Pflanze schon gut kennen“, rät Tamara Kühner. Sammler sollten darauf achten, dass ein Stiel vorhanden ist und die Blätter einzeln aus dem Boden wachsen.

Vom Reibetrick rät Tamara Kühner dagegen ab. „Das ist wie beim Zwiebel schneiden“, sagt sie. Der Geruch bleibt an den Händen. Wer also Bärlauch mehrfach in den Händen hatte oder sogar gerieben hat, kann später nicht mehr erkennen, ob es sich nicht doch um ein geruchloses Maiglöckchen handelt.  

Die Bärlauchsaison ist in der Regel von Mitte März bis Ende Mai. Wem das nicht genügt: Gibt es eine Möglichkeit, Bärlauch haltbar zu machen?  

Aus Bärlauchblättern lässt sich mit Alkohol eine Tinktur etwa für Verdauungstropfen herstellen, sagt Tamara Kühner. Ihr Tipp: Bärlauch-Öl. Dafür legt man die Blätter in ein hochwertiges Olivenöl ein.

Wer Bärlauch-Pesto im Kühlschrank länger haltbar machen möchte, kann auf die Eiweiße verzichten: statt Käse und Nüssen mehr Würze und Öl hinzufügen. Selbstgemachte Bärlauch-Butter kann eingefroren und portionsweise aufgetaut werden. „Perfekt für die kommende Grillsaison“, sagt Tamara Kühner.  

Welche kostenlosen Alternativen bietet der Frühling noch für die Küche?  

„Wunderbar lassen sich Gartenschaumkraut, Feldsalat oder kleine Blätter von Sauerampfer ernten“, sagt Kräuterexpertin Tamara Kühner. Auch Scharbockskraut biete sich für die Küche an, sofern es nicht schon gelb blüht.   




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