Auftakt der Osterfeierlichkeiten in St. Peter und Paul: Fußwaschung steht im Zentrum des Gründonnerstag-Gottesdienstes.
Dekan Roland Rossnagel rückt in Heilbronn den traditionsreichen Ritus in den Blickpunkt. Rund 140 Gläubige nehmen am Festgottesdienst teil.

Das Deutschordensmünster St. Peter und Paul ist feierlich geschmückt. Blumenbouquets stehen am Alter, auf dem mächtige Kerzen brennen. Von der Decke des Münsters fällt ein Banner ins Kirchenschiff auf dem in 14 verschiedenen Sprachen „Ich glaube“ steht. Zentrum „Mit dem heutigen Gottesdienst an Gründonnerstag, treten wir in die heiligen drei Tage ein, die dem Leiden, den Tod und der Wiederauferstehung Jesus Christus gewidmet sind“, verkündet Pfarrer Roland Rossnagel zu Beginn des Festgottesdienstes, in dessen Zentrum die Fußwaschung steht. Sie geht als ein bedeutendes Symbol in der christlichen Kirche, auf das letzte Abendmahl Jesus mit seinen Jüngern zurück.Dabei wusch er am Vorabend seines Todes am Kreuz seinen Jüngern die Füße als Zeichen der Demut und der Liebe.
Friedhofsmitarbeiter im Blickpunkt
IIn einigen Kirchen wird dieser Ritus an Gründonnerstag bis heute praktiziert, so auch im Heilbronner Deutschordensmünster. In diesem Jahr rückt Pfarrer Roland Rossnagel alle Menschen in den Blickpunkt, die bei Beerdigungen mitwirken. „Ich habe großen Respekt vor Ihnen. Sie haben tagaus tagein mit dem Tod und mit traurigen Begegnungen zu tun“, begrüßt der Katholische Dekan der Seelsorgeeinheit Heilbronn-Neckarsulm den Leiter der Heilbronner Friedhofsverwaltung Martin Heier, Friedhofsorganistin Hertha Saum, den Sontheimer Friedhofsmitarbeiter Günther Hirnstein und den ehemalige Bestatter Rudi Appel.
Im Gespräch vor rund 140 Gläubigen verblüfft Heier mit der Aussage, der Heilbronner Hauptfriedhof sei einer der schönsten Arbeitsplätze. „Wir helfen den Menschen und das macht Sinn“, erläutert der Abteilungsleiter. „Glaube, Familie und Musik geben Kraft für unseren Beruf“, betont Bestatter Rudi Appel, der „die Dankbarkeit der Kunden in schweren Zeiten“ während seines Berufslebens geschätzt hat.
Gesang verbindet
Hertha Saum plädiert dafür, bei Beerdigungen zu singen. „Das verbindet nicht nur, man kann auch die Trauer in das Lied einfließen lassen“, unterstreicht die Kirchenmusikerin. Für Günther Hirntstein war es immer das Schlimmste, wenn Arbeitskollegen oder liebgewordene Menschen gestorben seien. „Da hilft der Glaube als fester Bestandteil meiner Arbeit“, betont er.In seiner Predigt erläutert Roland Rossnagel die Fußwaschung als ein Beispiel das Jesus Christus gegeben habe. „Er belehrt nicht, er appelliert nicht, er droht nicht“, so der Pfarrer. „Er zeigt einfach, wie wir miteinander umgehen sollen“. Höhepunkt ist die Kommunion, die an diesem Abend ausnahmsweise mit Brot und Wein gefeiert wird. Schließlich wird das Allerheiligste in die Turmkapelle, der ältesten Kirche Heilbronns übertragen. Das Symbol steht für die Ölbergnacht, in der Jesus mit seinem Schmerz alleine steht.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare