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DHBW Heilbronn

Als Heilbronner Student schon erfolgreicher Firmenchef – 19-Jähriger gründet „Die Ölfreunde“

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Paul Belthle hat „Die Ölfreunde“ gegründet. Jetzt studiert der 19-Jährige Food Management. Was der erfolgreiche Jung-Unternehmen von Heilbronn denkt und was er hier lernen will. 

Professor Helge Fritsch freut sich über seinen neuen, prominenten Studenten: Paul Belthle (mit Hut) von den "Ölfreunden".
Professor Helge Fritsch freut sich über seinen neuen, prominenten Studenten: Paul Belthle (mit Hut) von den "Ölfreunden".  Foto: Wittmer, Frank

Paul Belthle fackelt nicht lange. „Sagen wir doch Du zueinander. Ich bin der Paul.“ Der schlaksige 19-Jährige fällt auf: immer mit Hut unterwegs, das ist auch das Markenzeichen seiner „Ölfreunde“. Offiziell ist Paul Belthle erst seit einem Jahr Gesellschafter der GmbH, aber die Firma hat er schon als Jugendlicher auf den Weg gebracht. 

Der Reihe nach: „Ich hab immer schon lieber gewerkelt.“ Andere Jugendliche haben zu Weihnachten eine Playstation oder ein neues Smartphone bekommen. Bei Paul war es eine Ölmühle. Gerüchteweise wollte sein Vater die Küche wieder freibekommen, in der Paul mit seiner Ur-Oma immer neue Rezepte ausprobiert hat. 

Selbst gepresstes Öl in Likörflaschen als begehrtes Weihnachtsgeschenk

So hat der Zwölfjährige sein erstes selbst gepresstes Öl in Likörflaschen an Freunde und die Familie verschenkt. „Das kam gut an und war schnell leer. Die wollten alle mehr.“ Gemäß dem gut-schwäbischen Motto „Vom Verschenken wirst du nicht reich“ hat Paul dann angefangen, das Öl in den Läden der Umgebung zu verkaufen. 

Der Vater musste immer mit, weil Paul ja noch minderjährig war. Aber das Reden hat er gern seinem Sohn überlassen. Ein großer Schritt für den jungen Mann war dann der 15. Geburtstag: Mit dem Mopedführerschein durfte er auch eine Ape fahren. Mit dem Kleintransporter erweiterte sich der Radius beträchtlich, in dem man Paul Belthles Öle kaufen konnte. 

Mit Corona kam der Kick: Die Ölfreunde starten durch

Während Corona für viele der Knick war, kam für Paul und seine Ölfreunde der „Kick“: „Ich hatte den ganzen Tag Zeit.“ Die Küche wurde wieder in Beschlag genommen, Kräuter, Knoblauch und Chili aus dem heimischen Garten ins hochwertige Rapsöl gemischt. 

Weil der elterliche Familienbetrieb, eine Jugendherberge mit Kanuverleih an der Donau in Thiergarten, keine Schulklassen mehr beherbergen durfte, wurde die ganze Familie eingespannt: Alle stiegen ins Ölgeschäft mit ein. Auch der Online-Handel hat sich in dieser Zeit entwickelt. „Und natürlich auch der Direktvertrieb am Hofladen. Wir liegen ja direkt am Donauradweg.“ 

An der DHBW Heilbronn ist man stolz auf den prominenten Neuzugang

Diese Erfahrung, schon seinen eigenen Betrieb erfolgreich großgezogen zu haben, „ist unter unseren Studierenden die große Ausnahme“, ist Professor Helge Fritsch stolz auf den prominenten Neuzugang im Studiengang BWL-Food Management an der DHBW Heilbronn. Aber Paul Belthle kann und will noch viel lernen. Zum einen das Handwerkszeug BWL, zum anderen ist ihm der Austausch mit anderen Branchenkennern wichtig. „Wir haben viele Überzeugungstäter hier, Profis vom Acker bis zum Teller“, betont Fritsch. Die Studierenden kommen aus der Landwirtschaft, der Lebensmittelindustrie, dem Lebensmittelhandel bis hin zur Gastronomie. 

Statt teurem Studi-Zimmer in Heilbronn wohnt Paul lieber im Wohnmobil in Öhringen

Es wird viel miteinander probiert, die Sensorik erweitert von „Rote Beete mit Schokolade“ bis hin zur „Parmesan auf Erdbeeren“. Auch das Studentenleben kommt nicht zu kurz, Paul hat beim Knödelessen schon gemerkt, dass die Neckarmeile in Heilbronn länger ist als das Donauufer in Beuron. 

Aber eines ist negativ an Heilbronn: „Die Preise für Studi-Zimmer sind ganz schön hoch.“ Aber auch hier hat der knitze Älbler kurz gerechnet und wohnt jetzt im Wohnmobil bei einer befreundeten Familie in Öhringen. „Mit der Stadtbahn sind es auch nur 35 Minuten nach Heilbronn.“




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