Als Quereinsteiger zum Lehrerberuf: So gelingt der Schritt in die Klassenzimmer
Lehrer werden vielerorts händeringend gesucht. Für Quereinsteiger gibt es in Heilbronn besondere Qualifizierungsmaßnahmen. Das ist der Stand bei der AIM.

Die Lehrersituation in Schulen der Region ist stellenweise angespannt. Bei der Einstellung der jungen Kollegen an Schulen außer den Gymnasien hieß es von seitens des zuständigen Schulamts in Heilbronn: Der Pflichtunterricht sei vielerorts weitestgehend sichergestellt. Mehr ausgebildetes Personal in die Klassenzimmer zu bringen, dieser Aufgabe stellen sich viele. Das Land wirbt gezielt für Quereinsteiger, die über den sogenannten Direkteinstieg in die Schulen kommen. Auch die Akademie für Innovative Bildung und Management (AIM) in Heilbronn hat die Lehrerausbildung auf dem Schirm.
Eine Nachqualifizierung für Lehrer an beruflichen Schulen in freier Trägerschaft findet dort bereits zum zweiten Mal statt, hier liegt der Schwerpunkt auf der Sozialpädagogik. Kürzlich hat die Nachqualifizierung für Lehrer an weiterführenden Privatschulen begonnen. Eine weitere beginnt demnächst, um ausländische Lehrer unter anderem für Vorbereitungsklassen an öffentlichen Schulen fit zu machen. In Zeiten großen Lehrermangels müsse man dafür sorgen, dass man Personal auf "hohem qualitativ hohem Niveau" bekomme, sagt Marco Haaf, einer der beiden AIM-Geschäftsführer. Als AIM könne und solle man hier aktiv werden. Die AIM habe Kooperationspartner auf hohem Niveau, wie beispielsweise das Ausbildungsseminar für Lehrer an Gymnasien. Bei der Nachqualifizierung für Privatschulen seien staatliche Institutionen nicht tätig. Deshalb sieht die Weiterbildungsstätte auch hier einen Bedarf.
Durch die Kooperation mit dem Seminar könnten Interessierte am Programm für weiterführende Privatschulen in allen Fächern, die in Heilbronn angeboten werden, eine Fortbildung erhalten, sagt Vivienne Heib, die bei der AIM für dieses Programm zuständig ist. Erstmals gibt es dieses Angebot, das auf fast zwei Jahre angelegt ist. Das Besondere daran sei, dass Interessierten, die kein Lehramt studiert haben, Türen in die Schulen geöffnet würden. "Das sind wichtige Angebote, um dem Lehrermangel zu begegnen", sagt sie. Der Kurs sei berufsbegleitend, die Teilnehmer stünden schon vor Klassen. Beispielsweise nehme ein Mediziner daran teil, der Biologie und Chemie unterrichtet.
"Die Teilnehmer sind fachlich gut ausgebildet", weiß Vivienne Heib. In der Fortbildung geht es unter anderem um Schulrecht und Didaktik, weil der pädagogische Hintergrund fehle: Dass es das Angebot gibt, hängt auch mit einem anderen Punkt zusammen, der für Privatschulen wichtig ist. Um staatlich anerkannt zu sein, müssten zwei Drittel der dort tätigen Lehrer vom Regierungspräsidium (RP) anerkannt sein. Mit der Nachqualifizierung zählt man zu dieser Quote. Eine zwingende Voraussetzung für die Teilnahme ist es deshalb, dass Interessierte vorab eine Eignungsprüfung beim RP durchlaufen müssen.
Am Programm für die ausländischen Lehrkräfte nehmen unter anderem Türken, Syrer und Ukrainer teil. In einem ersten Schritt geht es um bessere Deutschkenntnisse, dann geht es auch ums Schulrecht. Über die spätere Einstellung entscheide das Staatliche Schulamt in Heilbronn, sagt Vivienne Heib. Überwiegend sollen die ausländischen Lehrer in Vorbereitungsklassen eingesetzt werde, in denen viele Geflüchtete zunächst unterrichtet werden.
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