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Überhaupt noch zeitgemäß?

Kleine Ärgernisse vermiesen Abschlussball in Harmonie – Heilbronner Tanzlehrer mit Kritik

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Beim Abschlussball der Heilbronner Tanzschule Brenner sorgen eine defekte Ballbeleuchtung in der Harmonie und lange Warteschlangen am Buffet für Unmut. Was die Verantwortlichen zur Kritik sagen.

Abschlussball 2024: Schön erkennt man die Ballbeleuchtung, die konzentriert die Tanzfläche ausleuchtet. Das war dieses Jahr nicht der Fall, was zu Missmut geführt hat.
Foto: Tanzschule Brenner
Abschlussball 2024: Schön erkennt man die Ballbeleuchtung, die konzentriert die Tanzfläche ausleuchtet. Das war dieses Jahr nicht der Fall, was zu Missmut geführt hat. Foto: Tanzschule Brenner  Foto: privat

Klaus Brenner ist nicht auf Krawall gebürstet. Im Gegenteil. Klaus Brenner ist Inhaber der gleichnamigen Heilbronner Tanzschule und hat seit dem letzten Abschlussball im Februar in der „Harmonie“ einige Dinge, die ihm auf den Nägeln brennen und die aus seiner Sicht optimiert werden könnten.

„Wissen Sie, so ein Ball ist mit einem wahnsinnigen Aufwand verbunden. Es ist unmöglich für einen Veranstalter, sich um alles zu kümmern. Da muss ein Rädchen ins andere greifen“, leitet der ausgebildete ADTV-Tanzlehrer zu seinen Anliegen über.

Kleine Ärgernisse vermiesen Abschlussball in der Heilbronner Harmonie

Das erste Problem war die defekte Ballbeleuchtung im Theodor-Heuss-Saal der Harmonie. „Ärgerlich war, dass wir sehr kurzfristig davon erfuhren“, erinnert sich Brenner. Behelfsmäßig habe man versucht, die Tanzfläche auszuleuchten, doch der Erfolg sei überschaubar gewesen: „Entweder war es zu hell oder zu dunkel. Die Gäste wollen doch die Tänzer und ihre anmutigen Bewegungen auf der Tanzfläche bei optimalen Licht sehen.“ Beim Abschlussball 2024 habe alles noch wunderbar funktioniert.

Zur kaputten Ballbeleuchtung erklärt die Heilbronn Marketing GmbH (HMG) auf Anfrage: „Die defekte Ballbeleuchtung wurde kurz nach dem Abschlussball bereits wieder ersetzt.“ Zum Ball seien die neuen Lampen „leider noch nicht geliefert gewesen“. Eine am Vortag von der HMG vorgeschlagene Alternative sei von der Tanzschule abgelehnt worden.

Ärger um Abschlussball in Heilbronner Harmonie: Am Buffet dauert es viel zu lange

Das nächste Ärgernis war die Bewirtung. „Das hat damit begonnen, dass wir 150 Euro für Tischdecken bezahlen mussten. Zudem sollten wir die Bedienungen entlohnen, dass sie Essen und Getränke an die Tische bringen. Die letzte Forderung war ich nicht bereit zu erfüllen“, schildert Klaus Brenner die Situation aus seiner Sicht.

Unerfreulich seien auch die langen Warteschlangen vor dem Buffet gewesen. Es habe nur eine Ausgabe gegeben, und irgendwann habe es etlichen Gästen zu lange gedauert. Sie hätten schließlich verzichtet. Der Tanzlehrer will nicht ablästern: „Ich möchte nur auf Punkte aufmerksam machen, wie man es künftig vielleicht besser machen kann.“

Ärger bei Harmonie-Abschlussball: Voltino-Geschäftsleiterin erklärt Catering-Situation

„Bei den Tischdecken berechnen wir nur die Kosten, die uns durch die Wäscherei auch entstehen“, erklärt Stephanie Singer, Geschäftsleiterin der Voltino-Gruppe. Nicht berechnet werde das Auflegen der Tischdecken auf den 100 Tischen. Die Bezahlung der Bedienungen begründet Singer mit der komplizierten Logistik bei Bällen: „Wir bedienen bei diesen Events nicht, weil sich etwa 80 bis 90 Prozent der Gäste häufig auf der Tanzfläche befinden und wir nicht wissen, wer bekommt was. Zudem besteht die Gefahr, dass das Essen, wenn wir es einfach hinstellen, kalt wird.“

Im Übrigen liege der Pro-Kopf-Umsatz bei Bällen unter zehn Euro.  Dass es bei der Essens- und Getränkeausgabe dieses Mal lange gedauert hat, dafür entschuldigt sich Stephanie Singer: „Da gibt es nichts schönzureden. Es hat zu lange gedauert.“ Zwischenzeitlich sei ein neues Kassensystem im Einsatz, mit dem auch schnelles Bezahlen per Karte möglich sei.

Wollen Tanzschüler noch Abschlussbälle wie in der Heilbronner Harmonie?

All diese Dinge lassen Klaus Brenner über die Frage nachdenken, ob Gesellschaftsbälle in der heutigen Zeit noch groß Sinn machen. Seine Tanzschule, die es seit mittlerweile 27 Jahren gibt und von Anfang an ihren Hauptsitz in der Heilbronner Wilhelmstraße hat, ist die einzige, die noch derartige Tanzfeste veranstaltet. Gerne erinnert er sich an die Opernbälle zurück, als einmal die Wiener Sinfoniker verpflichtet worden waren oder es einen Maskenball à la Venedig gab. Aufleben lassen will er diese Events nicht mehr. Und auch bei den Abschlussbällen fragt er sich nachdenklich: „Wollen die Tanzschüler so etwas überhaupt noch?“

Schwerpunktmäßig setzt seine Tanzschule mit Dependancen in Weinsberg und Willsbach auf Tanzkurse für Erwachsene und Schüler, Tanzkreise, Spezial-, Solo- und Fitnesskurse sowie Kangatraining. Gut liefen auch mehrwöchige Projekte an Schulen über Manieren und Umgangsformen. Im Trend lägen aber auch getanzte Geschichten.




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