Zweimal Richtung Himmel: IMP-Kurs der Erlenbacher Josef-Schwarz-Schule schickt Wetterballons in die Stratosphäre
Zehntklässler der Josef-Schwarz-Schule in Erlenbach bauen zwei Wetterballons, die am 5. Mai in die Stratosphäre steigen sollen. An Bord: Experimente mit Flüssigkeiten, Kameras und ein GPS-Tracker – und die Hoffnung auf spektakuläre Aufnahmen.

Zehn Kilometer, so viel müssen es mindestens sein, um einen Gegenstand in die Stratosphäre, der zweiten Schicht der Erdatmosphäre, zu befördern. „Uns geht es vor allem um die Höhe“, sagt Sofija. Die Zehntklässlerin ist Teil des IMP-Kurses an der Erlenbacher Josef-Schwarz-Schule.
Zwei Gruppen arbeiten seit Anfang des Jahres am Bau eines Wetterballons, der am 5. Mai starten soll. Neu ist das Projekt nicht, bereits zum vierten Mal beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler damit. Weil allerdings in diesem Jahr so viele mitmachen wollten, steigen erstmals zwei Ballons auf.
Experimente und Aufnahmen aus der Stratosphäre
Die Sonde aus Styropor haben beide Gruppen bereits fertig. An dem Kasten sind zwei Flügel angebracht, die für Stabilität sorgen sollen. Auch die Halterung für die Reagenzgläser ist schon befestigt. Denn bei dem Projekt geht es nicht nur darum, den Ballon so hoch wie möglich zu befördern. „Wir machen auch Experimente“, erklärt Melek. Dafür werden die vier kleinen Gläschen mit verschiedenen Flüssigkeiten befüllt. Eine Kamera im Inneren der Sonde filmt die Veränderungen der Stoffe, eine weitere zeichnet den Flug auf.
Noch steht nicht genau fest, welche Flüssigkeiten verwendet werden. Kaliumiodid und Ethanol sind wohl auf jeden Fall dabei, vielleicht auch Rasierschaum. Ob auch ein Marshmallow den Weg in die Stratosphäre schafft, ist noch nicht final geklärt. Die Gruppen dürfen darüber frei entscheiden.
Wetterballon platzt in einer bestimmten Höhe
Wenn der mit Helium gefüllte Ballon eine bestimmte Höhe erreicht hat, platzt er und die Sonde gleitet dank eines Fallschirms wieder auf die Erde. Wo das sein wird? Das kann vorher anhand der aktuellen Wetterdaten relativ genau berechnet werden. „Wir hoffen auf eine Entfernung von 100 bis 200 Kilometern“, sagt Sofija. Je nach Wind könne es aber auch passieren, dass die Sonde ganz in der Nähe landet.
Drei Stunden ist der Wetterballon unterwegs
Eine Fluggenehmigung für den 5. Mai haben die Schülerinnen und Schüler bereits, jetzt fehlt noch eine Versicherung, denn der Inhalt der Sonde ist nicht günstig: Neben der Kamera befinden sich außerdem ein GPS-Tracker, um den genauen Standort nach der Landung auszumachen, und eine Powerbank darin. „Innen wird es heiß, außen ist es allerdings sehr kalt. Bei dieser Umgebung entlädt sich die Batterie schneller“, erklärt Sophia. Alles zusammen sollte nicht mehr als 1,6 Kilogramm wiegen. Denn je schwerer die Fracht, desto weniger Höhe erreicht sie letztendlich. Deshalb muss genau gerechnet werden.
Rund drei Stunden wird der Flug wahrscheinlich dauern. Der einzige Teil, an dem der Kurs nicht selbst aktiv werden darf, ist das Befüllen des Ballons mit Helium. Das übernimmt ihr Lehrer Hannes Neubauer.
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