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„Einfach mal mutig sein“ – Zaberfeld will Ortsmitte umgestalten

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Zaberfeld möchte seine Ortsmitte umgestalten und Plätze für Begegnung schaffen. Dafür haben Experten Ideen ausgearbeitet – und unter anderem Vorschläge zur Zaber und Michelbacher Straße gemacht. 

Mehr Rad- und Fußwege, Bänke und Orte zum Plaudern: Zaberfeld hat mehrere Ideen, wie die Ortsmitte attraktiver werden könnte.
Mehr Rad- und Fußwege, Bänke und Orte zum Plaudern: Zaberfeld hat mehrere Ideen, wie die Ortsmitte attraktiver werden könnte.  Foto: Römer, Friedhelm

Leerstände, Parkplatznot und Verkehr prägen dieser Tage viele Innenstädte. Um dem entgegenzuwirken, unterstützt das Verkehrsministerium Kommunen dabei, ihre Ortsmitten einem Qualitätscheck zu unterziehen und Ideen zu entwickeln, wie dort wieder Plätze der Begegnung entstehen können.

Im Auftrag der Gemeinde Zaberfeld war eine Expertin im Sommer 2025 für einen Tag zu Besuch, um die Verkehrssituation unter die Lupe zu nehmen. Mehrere Ideen sind daraus entstanden.

Viel Potenzial liege zum Beispiel im Bereich der Michelbacher Straße. „Man könnte Grünelemente und Sitzgelegenheiten schaffen“, sagte Teresa Habura von dem zuständigen Büro Planersocietät Karlsruhe in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Öffentliche Sitzplätze gebe es dort bislang nicht, und gerade durch das Pflegeheim bestehe ein Bedarf. Besonders Älteren kämen Bänke, die in regelmäßigen Abständen angeordnet seien, zugute. Wie das aussehen könnte, demonstrierte Habura anhand einer Visualisierung.

Umgestaltung der Michelbacher Straße in Zaberfeld – Sorge um Parkplätze

Bürgermeisterin Diana Danner zeigte sich begeistert. „Das sind tolle Bilder“, freute sie sich. Die Michelbacher Straße sei die Flaniermeile von Zaberfeld, betonte Uwe Kenngott. „Was man hier sieht, ist für mich Aufenthaltsqualität“, sagte der Gemeinderat. „Vielleicht müssen wir einfach mal mutig sein.“ Eine Umgestaltung würde die Michelbacher Straße „massiv aufwerten“, fand auch Sebastian Marx. In ihrem jetzigen Zustand sei der Bereich suboptimal angelegt und „ganz und gar nicht durchdacht“.

Björn Sommer gab die Parkplatzsituation zu bedenken. „Wir brauchen auf jeden Fall Ausgleichsflächen.“ Vor den Läden dürften keine Parkplätze wegfallen, erklärt auch Eckhard Keller. „Die Läden sind elementar darauf angewiesen“, so seine Einschätzung. Weniger Parkmöglichkeiten wirkten sich auf die Kundenfrequenz aus. Das Thema werde überall diskutiert, erwiderte Diana Danner: „Das ist Abwägungssache.“ Eine weitere Empfehlung wäre eine Tempo-30-Zone in diesem Straßenabschnitt. „Das sind alles nur gutachterliche Empfehlungen“, sagte Teresa Habura, keine Vorgaben. Erstmal geht es nur um das Sammeln von Ideen – über die Umsetzung muss der Gemeinderat jetzt noch nicht entscheiden.

Nah am Wasser: Bach in die Zaberfelder Ortsmitte integrieren

Ein weiterer Vorschlag wäre, die Zaber in die Ortsmitte zu integrieren. „Da haben die Planer Potenzial gesehen“, so Habura. Der Bach könne ein identitätsstiftendes Element sein und die Attraktivität der Ortsmitte steigern, wenn dort ein Aufenthaltsbereich in der Nähe des Wassers entsteht.

„Man könnte das Ganze durch Sitzstufen ergänzen“, führte Habura aus. Unter Umständen könne eine solche Anlage auch die Resilienz gegen Starkregenereignisse erhöhen. 

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