Neue Gebühren für Grundschulbetreuung in Zaberfeld –Zuschüsse kommen allen Familien zugute

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In Zaberfeld ändern sich ab dem Herbst die Gebühren für die Grundschulbetreuung. Zugute kommen den Eltern dabei stattliche Zuschüsse. Auf eine Ganztagsschule verzichtet die Gemeinde vorerst.

Bundesweit wird in den nächsten Jahres der Anspruch auf die Ganztagsbetreuung an Grundschulen umgesetzt, auch in Zaberfeld.
Bundesweit wird in den nächsten Jahres der Anspruch auf die Ganztagsbetreuung an Grundschulen umgesetzt, auch in Zaberfeld.  Foto: Seidel, Ralf

Die Gemeinde Zaberfeld passt für das kommende Schuljahr ab Herbst die Gebühren für die Betreuung der Grundschüler an. Je nach Modell sinken oder steigen die Beiträge um wenige Euro. Einstimmig billigte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die neue Kalkulation. „Das allermeiste wird tatsächlich günstiger“, gab Kämmerer Silas Link an. Nur stellenweise würden die Kosten leicht steigen, unter anderem weil Berechnungsfehler korrigiert wurden oder der Kostendeckungsgrad zunehme.

Der Grund für die Anpassung liegt unter anderem in den geänderten Rahmenbedingungen: Mit dem Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung, die ab dem Schuljahr 2026/2027 stufenweise umgesetzt wird, erhöht sich auch die Betreuungskapazität.

Eine Bedarfsabfrage, die jedes Jahr bei Zaberfelder Eltern durchgeführt wird, habe ergeben, dass mehrere Familien eine Frühbetreuung brauchen. „Wir sind rechtlich verpflichtet, das anzubieten“, erklärte Silas Link. Dieser Block umfasst die Zeit von sieben Uhr morgens bis Schulbeginn. Noch braucht die Gemeinde dafür nicht mehr Personal, sondern weitet die Arbeitszeiten aus. „Mit dem vorhandenen Personal können wir noch gut fahren“, meinte Link. 

Gemeinde Zaberfeld: Zuschüsse vom Land werden auf allen Familien verteilt

Um die Kommunen bei der Umsetzung des Ganztagsanspruchs zu unterstützen, gibt das Land Baden-Württemberg Zuschüsse. Die Finanzspritze ist für die Klassenstufen gedacht, bei denen der Rechtsanspruch greift – in diesem Fall die neuen Erstklässler im kommenden Herbst.

Die Gemeinde Zaberfeld setzt jedoch bewusst nicht auf getrennte Gebührenmodelle – das Geld solle allen Klassenstufen gleichermaßen zugute kommen. Die Verwaltung begründet das mit dem hohen bürokratischen Aufwand und dem Unverständnis, das bei manchen Eltern entstehen könnte. 

„Wir haben gleichzeitig die Kostendeckung, die wir anstreben, etwas angehoben“, sagte Silas Link. Konkret sind das laut Sitzungsunterlagen zehn Prozent mehr: Der Kostendeckungsgrad für das erste Kind liegt künftig bei 75 Prozent und für das zweite und weitere Kinder bei 60 Prozent. Damit will die Verwaltung langfristig stabile Gebühren gewährleisten und größere Kostensprünge in Zukunft vermeiden. Jährlich soll die Quote weiter angehoben werden, um schlussendlich die 100-prozentige Kostendeckung zu erreichen, erklärte Silas Link. Langfristig strebt die Gemeinde an, dass die Gesamtkosten zu knapp 70 Prozent mit den Geldern vom Land gedeckt werden und Eltern die übrigen 30 Prozent zahlen.

Zaberfelder Eltern stimmen gegen eine Ganztagsschule

Der ganztägige Betreuungsanspruch soll ab dem Schuljahr 2029/2030 für alle Klassenstufen gelten. Wie in anderen Kommunen wird auch in Zaberfeld darüber diskutiert, ob die Grundschule in eine Ganztagsschule umgewandelt werden soll. Die dafür nötigen Anmeldezahlen wurden jedoch nicht erreicht. Von mehr als 70 Eltern sprachen sich nur 22 dafür aus. „Das Ergebnis ist eindeutig. Das heißt, wir werden die Umwandlung vorerst zurückstellen, weil der Bedarf nicht da ist“, sagte Bürgermeisterin Diana Danner. In ein paar Jahren käme das Thema erneut auf den Tisch.

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