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Young- und Oldtimer treffen sich in Heilbronn – "in einem alten Auto ist es Fahren pur"

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Glänzender Lack, liebevolle Details und Geschichten auf vier Rädern: In Heilbronn trafen sich am Sonntag Young- und Oldtimerfans zum Staunen, Fachsimpeln und Erinnern.


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Es war schon immer der Traum von Sven Wolf, einen solchen Oldtimer zu besitzen. Und so sticht seine Edellimousine Baujahr 1956 heraus aus den Reihen der anderen Schätze von Sammlern auf dem Gelände der Genossenschaftskellerei Heilbronn am Sonntag. Zum vierten Mal veranstalten der Motorsportclub Heilbronn (MCH) und der ADAC dieses Young- und Oldtimertreffen. 

Kfz-Meister Wolf schraubt lieber oder fachsimpelt an diesem Morgen gerade mit Gleichgesinnten, deshalb stellt seine Lebensgefährtin Ingrid Jäger den Mercedes Benz 300C Adenauer vor. Im Volksmund wird dieses stattliche Repräsentationsmodell so genannt, weil sich der erste deutsche Bundeskanzler nur in einem 300er chauffieren ließ. Wie sitzt es sich denn?

Man sieht Besitzer Sven Wolf und Ingrid Jäger an, wie stolz sie auf diese Repräsentationslimousine sind, den Mercedes Benz 300C Adenauer, Baujahr 1956.
Man sieht Besitzer Sven Wolf und Ingrid Jäger an, wie stolz sie auf diese Repräsentationslimousine sind, den Mercedes Benz 300C Adenauer, Baujahr 1956.  Foto: Lina Bihr

Young- und Oldtimertreffen bei der WG Heilbronn: Wie daheim auf dem Sofa

Jäger öffnet die Beifahrertür der glänzend schwarz-lackierten Karosserie. Es ist bequem, geradezu komfortabel auf dem Sitz, wie die ganze Innenausstattung in Plüschgrün gehalten. Und die Breite erstaunt. „Wie daheim auf dem Sofa“, beschreibt Jäger das Gefühl, das sich bestätigt. Es stört keine Mittelkonsole, macht Jäger auf das Fehlen einer solchen aufmerksam. „Man kann recht nah beieinander sitzen“, meint sie schmunzelnd. Chrom und Nussbaum blitzen an der Konsole. Die Limousine mit Faltdach hat eine Lenkrad-Automatik mit einem verchromten Innenrad. Das ist der Blinker. „Das ist witzig, gell?“, sagt Jäger, die ebenfalls ein Oldtimer-Fan ist.

Davon gibt es viele an diesem Tag beim „Treffen der Generationen“, seien es Besucher oder Besitzer. Zu Letzteren gehört ein Untermünkheimer, der jedes Jahr ein anderes Modell aus seinem Fuhrpark präsentiert. Zum einen, weil er stolz darauf ist, zum anderen, weil er zeigen will, welche Autos es früher gab. Vor allem, wie bunt und vielfältig Farben und Formen waren. „Heute sehen die Autos doch alle gleich aus“, merkt eine Frau an. 


Heilbronn wird zum Treffpunkt für Young- und Oldtimerfans: Gleichmäßigkeit statt Höchstgeschwindigkeit

Leuchtend rote Modelle fallen auf, ebenso wie zitronengelbe oder neongrüne Flitzer, auch Orange ist vertreten – die Bonbonfarben der 1970er Jahre, wie Bernd Sandrisser, Sportleiter des 240 Mitglieder starken MCH,  erklärt. „In einem alten Auto ist es Fahren pur“, beschreibt er die Faszination dieses Hobbys. „Sie erleben die Technik und nehmen die Umgebung anders wahr als in einem modernen Fahrzeug.“ Weil Gemächlichkeit angesagt sei bei Tempo 28 bis 48 und nicht Höchstgeschwindigkeit, nennt er den Grund und verweist auf die historischen Gleichmäßigkeitsfahrten.

Sandrisser preist auch die Gemeinschaft und Kameradschaft an. Das kann ein junger Mann nur bestätigen. „Was ich extrem cool finde ist, egal aus welcher Gesellschaftsschicht man kommt, man hat sofort Gesprächsstoff und ist auf Augenhöhe.“ Und sein Vater stellt fest: „Wenn man unterwegs ist, und es kommt einem ein Oldtimer entgegen, nimmt man den Menschen wahr. Weil man sich grüßt“, schiebt er die Erklärung hinterher. 

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