Stimme+
Besucher-Ansturm am Freitag

Staus, Spaß und Sommerabend: So erlebt Bad Wimpfen den Talmarkt

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Auch am zweiten Markttag zog der Talmarkt in Bad Wimpfen Tausende Besucher an. Bis in die späten Abendstunden pilgerten die Besucher von den Parkplätzen in Richtung Festgelände; das allgegenwärtige Parkchaos nahmen sie für einen Festbesuch gerne in Kauf.

Von Nicole Theuer

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Es ist Freitagabend. Die milden Temperaturen nach den Hitzetagen zuvor zog die Menschen in Scharen ins Freie. Auf der Zufahrtsstraße zum großen Parkplatz am Neckar gibt es kein Durchkommen, dass der Parkplatz belegt ist, stört viele Fahrzeuglenker nicht. Beharrlich bleiben sie stehen, so dass sich der nachfolgende Verkehr schnell bis über die Brücke nach Offenau und Bad Friedrichshall staut. Diejenigen, die einen Parkplatz ergattert haben, sind glücklich. „Wir freuen uns auf einen schönen Abend mit Freunden“, erzählt Vanessa Prinz. „Der Talmarkt hat seinen festen Platz bei uns im Kalender, hier trifft sich unsere Clique jedes Jahr.“

Fahrgeschäfte locken Gäste auf den Bad Wimpfener Talmarkt

Und die Fahrgeschäfte? Lachend schüttelt Vanessa Prinz den Kopf. „Nichts für mich. Eine Fahrt,  und der Abend wäre für mich gelaufen, denn ich bin nicht schwindelfrei.“ Ihr Freund Pascal ist da schon aufgeschlossener. „Mal schauen, was sie hier an Fahrgeschäften haben. Ich mag das total gerne, deshalb gehe ich auch mindestens einmal im Jahr in einen der Vergnügungsparks, um ein paar Runden zu drehen.“

Mit Kind und Kegel zieht es Martha Jankovic und ihren Partner Ralf Häuser auf das Festgelände. „Eigentlich wollte ich mit unserer Tochter zu Hause bleiben“, erzählt die junge Mutter, „doch dann haben Freunde von uns gefragt, ob wir nicht mitkommen möchten.“ Da das Wetter nicht zu heiß für das Kleinkind ist, haben die jungen Eltern zugesagt. „Zu oft würde ich mit Emilia nicht auf so einen Rummel gehen, weil das einfach zu viele neue Eindrücke sind, aber heute Abend machen wir eine Ausnahme“, verrät Martha Jankovic, verpasst Emilia im Auto noch schnell eine frische Windel und dann kann es losgehen. Papa Ralf schnappt sich den Kinderwagen, setzt sich den Rucksack, in dem alles drin ist, was man für einen abendlichen Ausflug mit einem Kleinkind braucht, auf und richtet seine Schritte zielstrebig in Richtung Markt.


Zum ersten Mal ohne Eltern auf den Wimpfener Talmarkt

Für Mirco ist dieser Freitagabend etwas ganz Besonderes. „Zum ersten Mal darf ich mit meinen Freunden alleine ohne meine Eltern auf den Talmarkt“, erzählt der Schüler. Gemeinsam ist die vielköpfige Gruppe mit der Stadtbahn angereist, denn „einen Führerschein hat noch niemand von uns.“ Auf den Vorgeschmack, wie es ist, erwachsen zu sein, freut er sich. „Wir wollen auf jeden Fall ein paar Fahrgeschäfte ausprobieren, wollen aber auch was trinken und essen“, zählt Mirco das Abendprogramm auf und verrät, „meine Oma hat mir ein bisschen Extrataschengeld zugesteckt, damit ich mir einen schönen Abend machen kann.“

Einen schönen Abend wollen sich auch Maurice und Anna machen. „Wir sind noch nicht so lange zusammen. Das ist heute quasi unsere Premiere als Pärchen“, verrät die 17-jährige und ergänzt, „heute lerne ich seine Freunde kennen und bin schon ganz gespannt.“ Gemeinsam wollen sie an diesem Abend genießen und auch das eine oder andere Fahrgeschäft ausprobieren. „Meine Freundin war gestern schon hier und hat mir von diesem Fahrgeschäft, das sich überschlägt und bei dem man auch auf dem Kopf steht, erzählt. Das möchte ich unbedingt auch ausprobieren“, verrät Anna. Und ganz romantisch, „möchte ich Anna zu einer Fahrt auf dem Riesenrad überreden“, gesteht Maurice. Während sie noch überlegen, welche Fahrgeschäfte sie ausprobieren, haben Mirco und seine Freunde den Autoscooter geentert. „Das ist echt cool. Schon zu Zeiten, als ich noch mit meinen Eltern hier war, gehörte eine Fahrt mit dem Autoscooter mit meinem Vater dazu.“ Das Fahren, das sich Rammen, es gefällt der Truppe sichtlich gut. Doch irgendwann haben die Jungs genug. „Pause“, ruft Mirco seinen Freunden lachend zu. Eigentlich, so verrät er vor dem Gang zum Imbissstand, „wollten wir daraus eine Challenge machen, aber irgendwie haben wir den Überblick verloren. Deshalb sind wir alle Gewinner.“

Das Flair ist das Besondere auf dem Wimpfener Talmarkt

Während sich die Boy-Group auf den Weg macht, um den Elektrolythaushalt wieder aufzufrischen, machen sich Renate und Günter Wenninger auf den Heimweg. „Für uns ist der Besuch des Talmarkts ein Muss“, erzählt Renate Wenninger, „wir kaufen normalerweise nichts, lassen die Fahrgeschäfte links liegen und kehren auch nicht ein, aber uns gefällt das Flair. Und es ist auch bisschen in Erinnerungen schwelgen, als wir noch mit unseren Kindern hier waren. Jedes Jahr stellen wir Veränderungen fest und werden dann immer ganz nostalgisch.“ Und zur Nostalgie gehört auch das Kinderkarussell im Stile der guten alten Zeiten mit Holzpferden. „Wenn wir hier vorbeilaufen, sehe ich vor meinem geistigen Auge immer unsere Kinder auf dem Karussell sitzen und ihr Runden drehen“, verrät Renate Wenninger. 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben