Gefahr durch Wildunfälle im Raum Heilbronn steigt: Wichtige Tipps für Autofahrer
Bei Dämmerung und in der Nacht sind Wildtiere wie Rehe und Wildschweine aktiver. Experten geben wichtige Tipps, was Autofahrer beachten sollten, wenn es zu einem Zusammenstoß kommt.
Wenn die Tage im Herbst wieder kürzer werden und es schneller dunkler wird, kann es im Straßenverkehr immer wieder zu Unfällen mit Wildtieren kommen. Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Stadt- und Landkreis Heilbronn 638 Wildunfälle, zwölf davon mit Personenschaden. "Die Tendenz für 2024 geht in Richtung des Vorjahres", erklärt Petra Rutz, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Heilbronn. "Derzeit sollte man im Straßenverkehr besonders auf Wildarten wie Rehe, Hirsche, Wildschweine und Füchse achten ", informiert Petra Rutz deshalb.
Im Forstbezirk Unterland das Staatswaldes gab es laut Sprecher Samuel Ziegler seit April 54 Wildunfälle. Erfahrungsgemäß starte die wildunfallträchtige Zeit aber im Oktober. "Besonders in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung fallen die Aktivitätsphasen des Wildes leider mit den Hauptverkehrszeiten zusammen", sagt Ziegler. Vor allem in den Dämmerungs- und Nachtzeiten seien Wildtiere unterwegs, um beispielsweise auf Nahrungssuche zu gehen. Der Termin für die Zeitumstellung in diesem Herbst ist wie üblich Ende Oktober.

Gefahr für Wildunfälle steigt: Bei Dämmerung besonders auf Warnschilder achten
Samuel Ziegler empfiehlt in besonders gefährdeten Bereichen, die durch entsprechende Schilder gekennzeichnet sind, bei Dämmerung und in der Nacht nicht schneller als 70 Stundenkilometer zu fahren. Außerdem könne man in den Nachtzeiten auch auf reflektierende Wildtieraugen achten. "Tritt ein Wildtier auf die Straße, sollte möglichst sicher gebremst und nicht ausgewichen werden", sagt Ziegler. Mangels schützender Karosserie, rät er Motorradfahrern wenn möglich nicht zu Zeiten erhöhten Wildwechsels zu fahren. Demnach endet eine Kollision schnell im Krankenhaus und kann sogar tödlich sein.
Die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums empfiehlt außerdem: "Genügend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug lässt mehr Zeit zum Reagieren, falls plötzlich ein Tier die Fahrbahn betritt." Außerdem soll das Abblendlicht verwendet werden, um die Tiere nicht zu blenden und zu irritieren. Auch den Straßenrand sollten Autofahrer im Blick behalten, um bei Bewegungen bremsbereit zu sein.
So verhalten sich Autofahrer bei einem Wildunfall richtig
Verunfallen könne man sowohl mit Kleinwild, wie Hasen und Füchsen, als auch mit größerem Wild, wie Rehe und Wildschweine, erklärt ForstBW-Mitarbeiter Samuel Ziegler. Er warnt aber: "Wo ein Tier über die Straße huscht, folgen oft noch weitere." Wenn es einmal zu einem Wildunfall kommt, dann habe der Eigenschutz Priorität.
Samuel Ziegler erklärt, dass das Auto am Rand abgestellt, der Warnblinker aktiviert und eine Warnweste getragen werden soll. Dann muss ein Warndreieck aufgestellt, bei verletzten Personen Ersthilfe geleistet und gegebenenfalls ein Notruf abgesetzt werden. Rutz sagt außerdem: "Sollte es zu einem Zusammenstoß mit einem Wildtier kommen, sind die Polizei oder die örtliche Forstbehörde umgehend zu informieren. Das verletzte oder tote Tier darf keinesfalls mitgenommen werden, das gilt als Wilderei." Ein verunfalltes, aber noch lebendes Wild sollte in Ruhe gelassen werden, um es nicht weiter zu stressen – und um sich selbst nicht in Gefahr zu bringen.
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