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„Wiedergeburt greifbar“: Hotel und Oldtimer-Museum sollen Aquatoll 2.0 flankieren

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Die Pläne für ein Comeback des Aquatoll-Bads in Neckarsulm sorgen für Aufsehen. Der Investor hat mit dem Komplex aber noch einiges mehr vor. Das ist bisher über die Pläne bekannt. 

So stellen sich Planer und Investor das Oldtimer-Museum neben dem Neckarsulmer Aquatoll vor.
So stellen sich Planer und Investor das Oldtimer-Museum neben dem Neckarsulmer Aquatoll vor.  Foto: Bechler Grabbe

Offenbar sind es nur noch Formalien. Stadt und Investor PL-Immoinvest aus Beindersheim in Rheinland-Pfalz gehen nicht davon aus, dass sich am Plan, das Aquatoll in Neckarsulm zu sanieren, noch etwas ändern wird. Die Chancen stehen gut, heißt aus dem Rathaus.

Stadt und Investor haben in einer Absichtserklärung („Letter of Intent“) den Willen für eine weitere Zusammenarbeit bekundet. Der Gemeinderat hat über die Erklärung in einer Sondersitzung am 22. Januar beraten und sie einstimmig beschlossen, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Die Absichtserklärung zur Übernahme des Aquatoll sei am Dienstag im Rathaus vom Prokuristen des Investors, Piyer Lahdo, und Oberbürgermeister Steffen Hertwig unterzeichnet worden.

Aquatoll 2.0 in Neckarsulm: Investor geht ins Risiko  

Mentoren des Projekts, das den Namen „Aquatoll 2.0“ erhält, seien der frühere Baubürgermeister Neckarsulms, Klaus Grabbe, und der ursprüngliche Architekt Ulrich Bechler. Grabbe soll einen guten Draht zum Investor haben, heißt es.

Es seien noch viele Hürden zu nehmen, erklärt OB Hertwig. Ein Erfolg sei nicht garantiert. „Aber die Wiedergeburt des Aquatoll ist greifbar.“ In der Absichtserklärung sei klargestellt worden, dass der Investor das alleinige wirtschaftliche Risiko für sein Konzept mit allen drei Bausteinen (Erlebnisbad, Hotel und Museum) trägt. Die Stadt übernehme keinerlei Investitions- oder Folgekosten.

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Daran waren in der Vergangenheit alle Versuche gescheitert, das Erlebnisbad zu retten. Auch beim zuletzt verfolgten Investorenmodell forderten alle Interessenten von der Stadt einen Betriebs- und Investitionskostenzuschuss in erheblichem Umfang. Dem wollte der Gemeinderat und Hertwig nicht zustimmen.

Nun herrscht Zuversicht allerorten. Der Investor möchte die charakteristische Architektur des Bades erhalten. Das frühere Erlebnisbad soll um zusätzliche Angebote im Bereich Gesundheitsprävention und Wellness ergänzt und so zu einem attraktiven Familienbad umgestaltet werden, heißt es in der Erklärung.

„Das Aquatoll 2.0 soll alle Altersgruppen erreichen und zusammenführen: Familien, Kinder und Jugendliche, Senioren“, teilt Piyer Lahdo in der Erklärung mit. „Wir schaffen einen Erlebnisraum, wo sich die Generationen treffen können. Mit vielfältigen Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten wollen wir Kindern und Jugendlichen eine Erlebniswelt abseits der digitalen Räume bieten, in die sie eintauchen und sich wohlfühlen können.“

Neben dem Aquatoll soll ein Automuseum entstehen 

Das Automuseum soll nach den Plänen neben dem Sportbad auf der Westseite errichtet und in den Hang integriert werden. Auf zwei Etagen sollen Oldtimer und hochwertige Sportwagen ausgestellt werden. Geplant sind eine Werkstatt und ein Gastrobereich auf der Empore. Das Automuseum könne für Veranstaltungen wie Jubiläen oder Fahrzeugpräsentationen genutzt werden. „Historische Fahrzeuge und moderne Sportwagen faszinieren Groß und Klein gleichermaßen“, teilt der Investor mit. „Diese automobile Begeisterung ist in der Stadtgesellschaft tief verwurzelt.“

Das Wellnesshotel soll im Süden des Freizeitbads am Reisachmühlweg entstehen. Vorgesehen seien etwa 45 Zimmer und ein Veranstaltungsraum auf maximal drei Stockwerken. Eine naturnahe Bauform und eine Fassadenverkleidung aus Holz sollen dafür sorgen, dass sich das Gebäude in den Naturraum der Sulmaue einfügt. 

Der Kontakt zum Investor sei durch Neckarsulms ehemaligem Baubürgermeister Klaus Grabbe und dem Architekten Ulrich Bechler zustande gekommen. Die Absichtserklärung („Letter of Intent“) lege verbindliche Strukturen für die Verhandlungen fest. Im nächsten Schritt folgten Modalitäten für den Projektvertrag einschließlich des Grundstücksverkaufs. Die Stadt strebe einen Vertragsabschluss in den nächsten Monaten an. „Wir verhandeln mit dem Willen, das Projekt zum Erfolg zu bringen“, teilt Hertwig mit. 

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