Wie trocken ist das Frühjahr wirklich? Wetterdienst schätzt Lage im Raum Heilbronn ein
März und April waren zu trocken, und seit 6. Mai hat es nicht mehr geregnet. Der Deutsche Wetterdienst sieht in der Region Heilbronn noch ausreichende Wasserversorgung des Bodens bis hin zu leichtem Trockenstress.
Bringt das Frühjahr 2025 einen Rekord in Sachen Trockenheit? Wie ist die aktuelle Lage im Raum Heilbronn? Seit 6. Mai hat die Station des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Öhringen keinen Niederschlag mehr angezeigt. Auch der März und der April waren gegenüber dem langjährigen Mittelwert schon zu trocken. Jedoch: „Unter dem Strich haben wir noch keine dramatische Dürre“, sagt Andreas Pfaffenzeller vom DWD in Stuttgart.
Zu wenig Regen im März und April im Raum Heilbronn
War der Februar in diesem Jahr noch etwas zu nass, so musste dem März der Stempel „deutlich zu trocken“ aufgedrückt werden. Mit 37,4 Millimetern oder Liter pro Quadratmeter Regen wurden nur 60,4 Prozent des langjährigen Durchschnitts erreicht. Im April kam nur etwas mehr als die Hälfte des Mittelwerts zusammen: 52,2 Prozent, das waren 24,5 Millimeter. Damit belegte der April 2025 Rang acht der trockensten vierten Monate im Jahr.
Negativ-Rekorde an der Wetterstation in Öhringen seit 1947
Diese Werte sind noch weit entfernt von den Negativ-Rekorden der Frühlingsmonate: Der trockenste März war 1953 mit 4,4 Millimetern, der trockenste April 2007 mit 1,2 Millimetern, und Spitzenreiter im Mai ist bislang derjenige aus dem Jahr 1963, als 19,4 Millimeter Niederschlag in Öhringen gemessen wurden. Das trockenste Jahr seit der Wetteraufzeichnung in Öhringen 1947 war übrigens 1964 mit 512,4 Millimetern. Im Vergleich dazu 2024: Das ging mit 911,8 Millimeter (116,8 Prozent) als zu nasses Jahr in die Statistik ein.
„Im Mai hat es auch noch nicht viel geregnet“, kehrt Pfaffenzeller zur Gegenwart zurück. Bisher sind 25,8 Millimeter notiert, die am 3. und 5. Mai zusammenkamen. Die durchschnittliche Monatssumme beträgt 84,8 Millimeter. Es hat also seit dem 6. Mai keinen Tropfen Niederschlag mehr gegeben.
Noch keine dramatische Dürre in der Region Heilbronn
Der Wetterexperte verweist auf Kartenmaterial des DWD, das die Bodenfeuchte analysiert. Das lässt erkennen, wie trocken es derzeit im Bereich Heilbronn ist. Die Region hellbraun eingefärbt. Das bedeutet, dass sich die Abweichung gegenüber dem langjährigen Wert um etwa 15 Prozent nach unten bewegt. In der Bodenfeuchtekarte ist das Gebiet hellgrün bis gelb, was eine ausreichende Wasserversorgung hin zu einem leichten Trockenstress anzeigt.
„Unterm Strich haben wir noch keine dramatische Dürre“, gibt Pfaffenzeller das wieder, was er bei der Abteilung Klima und Umwelt beim Deutschen Wetterdienst in Erfahrung gebracht hat. „Eine echte Dürre sieht anders aus“, zitiert er einer der dortigen Kollegen.
In anderen Gegenden zeigt sich ein anderes Bild: Trockenstress in Nordwürttemberg
In anderen Gegenden zeige sich jedoch ein anderes Bild. In Norddeutschland sei die Lage dramatischer, aber auch am Rhein, in Nordwürttemberg und auf der Ostalb leide der Boden bereits unter Trockenstress.
Man fahre noch nicht durch ein ausgetrocknetes Land, teilt Pfaffenzeller seine eigene Beobachtung mit. Bliebe Niederschlag weiter aus, dann verschärfe sich die Lage. Für Sonntag sind für die Region nur ein paar Regentropfen vorhergesagt. Pfaffenzeller schaut auf die Wettermodelle: Auf diesen deute sich ab kommendem Mittwoch Niederschlag in relevanten Mengen an, der aus dem Süden heranziehe.
Wetter-Experte vom DWD: Längere Trockenphasen und mehr Starkregen
Niederschläge unterlägen immer Schwankungen, sagt Pfaffenzeller. Die größten Mengen gingen immer noch im Sommer nieder. Früher seien diese jedoch gleichmäßiger verteilt gewesen. Inzwischen gebe es lange Trockenphasen, die Starkregenereignisse nähmen zu. „Ja, das ist der Klimawandel“, betont der Wetterfachmann.
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