Welse fühlen sich im Lauffener Neckar wohl – was Schwimmer beachten sollten
Die Vorfälle am Brombachsee haben für Schlagzeilen gesorgt. In Lauffen ziehen Angler regelmäßig Welse aus dem Wasser. Angriffe auf Schwimmer sind eher unwahrscheinlich – können aber wehtun.
Der Wels hält Deutschland in diesem Sommer in Atem. Zwei Meter groß und 90 Kilogramm schwer war das Tier, das im Juni mehrere Badegäste im Brombachsee in Mittelfranken angegriffen hat. Einen Vorfall dieser Art hat es zwar nach Wissen von Manfred Dörfler hierzulande noch nicht gegeben, aber dass der Süßwasserfisch sich im Neckar wohl fühlt, das stehe fest. Besonders Lauffen scheint ein Brennpunkt zu sein – dort gebe es „jede Menge“ Welse, sagt der Vorsitzende des ansässigen Fischereivereins, der auf 55 Jahre Angelerfahrung zurückblicken kann. „Das Vorkommen hat in den letzten 30 Jahren zugenommen.“
Welse im Neckar bei Lauffen: „Ein Habitat, in dem er sich wohlfühlt“
Grund dafür sei unter anderem die steigenden Wassertemperaturen durch die Klimaerwärmung. „Das ist einfach ein Habitat, in dem er sich wohlfühlt“, erklärt Dörfler. Der nachtaktive Wels bewegt sich meist in tiefem Gewässer, kommt aber zum Jagen kleinerer Fische auch in die flachen Uferbereiche. Das Wasser in Lauffen sei zudem besonders sauerstoffreich, weil es durch die Turbine der Schleuse aufgeschäumt wird.

Hobbyangler Niels Dühring (20) hat schon zwei Mal einen Wels in Lauffen aus dem Fluss gezogen. Der eine sei etwa 1,40 Meter groß und 15 Kilogramm schwer gewesen – trotzdem eins der kleineren Exemplare, die sich im Neckar bewegen. Rund 20 Minuten habe es gedauert, den Fisch aus dem Wasser zu ziehen. „Irgendwann ist der so k.o., dass er sich nicht mehr wehrt.“ Auf den Tisch kamen mit diesem Fang sechs Kilogramm Filet. „Der Wels schmeckt einwandfrei, er hat kaum Gräten und Schuppen“, erklärt der Student aus Nordheim. Die Beute war aber wohl nur ein Zufall, vermutet Dühring, seine Ausrüstung sei eigentlich zu leicht für so massive Fische. „Welse sind groß, und wenn die Schnur zu schwach ist, reißt sie.“
Wels-Zähne tun weh: Wie Schwimmer Begegnungen vermeiden
Der Wels ist laut Manfred Dörfler das größte Lebewesen im Neckar. Trotzdem müssten sich Badende keine Sorgen machen. „Fischmäßig ist im Neckar nichts, wovor man sich fürchten muss“, betont der 65-Jährige. Die Personen am Brombachsee hätten lediglich „Pech gehabt“. In Badeseen sei die Gefahr eines Welsangriffs größer. „Aber in einem Fluss, der groß und tief ist, nicht“, so Dörfler. Wenn es doch mal zu einem Zusammenstoß kommt, habe das nichts mit Aggressivität zu tun. Das Tier verteidige lediglich seine Brut. Schwimmer sollten Uferzonen und weiche Untergründe meiden, lautet sein Tipp.
Auch nächtlichen Badespaß sollte man besser sein lassen, meint Niels Dühring. Tagsüber sei die Gefahr begrenzt, einem Wels im Neckar zu begegnen. Die Fische bevorzugen Dämmerung und Nacht. „Der Mensch ist kein Beutetier der Welse“, erklärt er. Wehtun und bluten könne der Biss aber schon. Die kleinen, borstenartigen Hechelzähne könnten einem Menschen durchaus die Haut abziehen. Die größere Gefahr für Schwimmer sei im Neckar aber die Strömung, warnt Dühring.
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