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Angriffe am Brombachsee 
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Welse in Seen und Flüssen im Raum Heilbronn: Wie gefährlich sind die Fische?

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Am Grund von Badeseen und Flüssen tümmeln sich in der Region Heilbronn große Welse. Müssen Badende jetzt Angst vor Fisch-Angriffen haben? 


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Am Brombachsee in Bayern hat ein zwei Meter langer Wels mehrere Badegäste angegriffen. Anschließend hat ein Polizist den Fisch erschossen. Große Welse sind auch in Gewässern in der Region Heilbronn keine Seltenheit, dass sie Badegäste angreifen aber schon. „Dass ein Wels einen Menschen beißt, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen“, sagt Eberhard Thierl, Vorsitzender beim Fischereiverein Ruchsen. Die Tiere seien nachtaktiv und würden zum Beispiel Bisamratten oder Enten fressen. 

Warum hat der Wels im Brombachsee dann zugebissen? Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks ist die Vermutung, dass das Tier ein Nest in der Nähe der Schwimmer hatte und insofern den Nachwuchs verteidigen wollte. Eberhard Thierl hat hierzulande allerdings noch nie von einem ähnlichen Fall gehört, sagt er.

Große Welse kommen auch in der Region Heilbronn häufig vor - wie beispielsweise im Breitenauer See.
Große Welse kommen auch in der Region Heilbronn häufig vor - wie beispielsweise im Breitenauer See.  Foto: Vladimir Vitek/HSt

Welse sind in größeren Badeseen und in Flüssen der Region Heilbronn zu finden

In den größeren Badeseen wie dem Breitenauer See gebe es sicher Welse. Thierl: „Ich bezweifle, dass die meisten Mensch dort tagsüber aber schon jemals einen Wels gesehen haben.“ Wenn Schwimmer im See oder Stand-up-Paddler auf dem Fluss seien, liege der Wels normalerweise am Grund. Wenn man doch mal einem der Tiere begegnet, sollte man sich einfach ruhig verhalten. „Die machen gar nichts“, erklärt Thierl.

Chef des Fischereivereins Ruchsen: „Man muss keine Angst vor dem Wels haben.“

Eberhard Thierl weiß, dass es viele „Schauergeschichten“ rund um den Wels gibt. „Man muss aber keine Angst haben“, erklärt er. In Möckmühl-Ruchsen fischten er und andere Vereinsmitglieder schon mal Welse mit über einem Meter länge aus der Jagst. Das komme fünf- bis sechsmal im Jahr vor. Kleinere Exemplare fingen sie um einiges öfter – 30 bis 40 Mal. Dafür müsse man sich aber nachts auf die Lauer legen. 


Welse werden immer größer, da die Wassertemperatur steigt

Dass Welse in den hiesigen Gewässern immer größer werden, hängt mit der steigenden Wasser-Temperatur zusammen. „Der Wels braucht zum Ablaichen über 20 Grad“, sagt Eberhard Thierl. So habe er auch ideale Bedingungen zum Wachsen. Geschichten von Riesenwelsen werden also auch in Zukunft wohl nicht weniger werden.

Wie sieht es in Hohenloher Seen aus?

Von möglichen gefährlichen Welsen im Tiroler See bei Forchtenberg weiß Sarah Veil von der Stadt auf Nachfrage nichts. Das ist ein beliebter Badesee. Im Neumühlsee bei Waldenburg hingegen gebe es Welse, bestätigt Alexander Limbach vom Angelverein ASC Waldenburg: „Aber Gefahr sehe ich keine.“ Ja, die Tiere seien weit verbreitet, obwohl sie hier eigentlich nicht heimisch seien. Daher gelte eine Entnahmepflicht: Ein Fischer, der einen Wels am Haken hat, darf ihn nicht zurück ins Wasser werfen. Und ja, Welse werden sehr alt und wachsen ihr ganzes Leben. Der größte, den sie aus dem Neumühlsee geangelt hätten, habe 1,80 Meter gemessen. Welse verteidigen ihre Brut, anders als andere Fische – und sie brüten jetzt im Sommer.

Doch Limbach denkt, dass die Tiere, die derzeit dort leben, maximal 1,20 bis 1,30 Meter groß seien. „In dieser Größe trauen sie sich nicht, einen Menschen anzugreifen. Da haben sie selber Angst davor.“ Sie würden sich eher mal einen Karpfen oder ein Entenküken schnappen. Aber schon ab der Größe eines kleinen Hundes sei ihr Respekt vor dem Gegner zu groß. Mit seinen kleinen und eher stumpfen Zähnen könne der Wels einem Menschen auch keine tiefen Wunden schlagen. Sein Biss fühle sich eher so an, als ob man mit einem Schmirgelpapier über die Haut reibe.

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