Zwischen Eppingen-Elsenz im Westen, Möckmühl im Norden, Wüstenrot im Osten und Tripsdrill im Süden: In Stadt- und Landkreis Heilbronn gibt es 46 Wohnmobilstellplätze mit über 400 Stellplätzen, ein paar auch auf Weingütern oder bei Weingärtnergenossenschaften. Auf der Homepage der Touristikgemeinschaft Heilbronner Land (www.heilbronnerland.de) sind sie in einer digitalen Wohnmobil-Karte zu finden, versehen mit Ausstattungsmerkmalen. Außerdem bietet die Homepage viele Infos über Touren und Sehenswürdigkeiten in der Region.
Was Touristen ins Heilbronner Land zieht – Stippvisite auf Wohnmobilstellplätzen
Der Blick von außen sagt manchmal mehr als die eigene Perspektive: Touristen können Heilbronn und Umgebung einiges abgewinnen. Eine Stippvisite auf zwei Wohnmobilstellplätzen in der Region.
Die drei englischen Windhunde Sammy, Tommy und Zorro angeleint, das Wohnmobil auf dem Stellplatz in Weinsberg abgeschlossen, und hoch geht’s auf die Burgruine. Von der Weibertreu hatten Anja und Mike Pelloth aus Lahr im Schwarzwald zuvor noch nie etwas gehört. Auf der Fahrt ins fränkische Altmühltal sahen sie an der Autobahn das Hinweisschild für die Sehenswürdigkeit.
„Weibertreu – den Namen fanden wir interessant“, sagt Anja Pelloth. Deshalb beschlossen sie und ihr Mann, auf dem Rückweg einen Zwischenstopp in Weinsberg einzulegen. Jetzt sind sie gespannt, was sie oben erwartet. Was sie bisher von der Umgebung gesehen haben, gefällt ihnen sehr gut.
Großer Andrang auf dem Wohnmobilstellplatz in Weinsberg
Am Ostermontagvormittag stehen auf dem kostenlosen Weinsberger Wohnmobilstellplatz ein gutes Dutzend Camper und Co. Sie kommen aus Offenburg, Calw, Tübingen oder Pfaffenhofen in Bayern. „Zwischen 9 und 10 Uhr sind sogar einige Womos hergefahren und wieder abgedreht, weil alles belegt war“, hat Mike Pelloth beobachtet. Was der Wohnmobilist so braucht, ist vorhanden: Strom, Frischwasser und eine Möglichkeit, das Brauchwasser zu entsorgen. Vor ein paar Jahren waren die Eheleute schon einmal im Heilbronner Land, in Bad Wimpfen. Ein schönes Städtchen, finden sie. In diesem Urlaub haben sie sich Rothenburg ob der Tauber angeschaut. Auch nett, aber der Rummel war ihnen fast zu viel.

„Der Platz hier ist wunderbar“, urteilt Jochen Klug über den Weinsberger Wohnmobilstellplatz. Eigentlich wollten er und seine Freundin Petra Haller ihr Gefährt samt Motorrad und Anhänger auf der Anlage unterhalb des Aquatolls in Neckarsulm abstellen. Aber dort hat es ihnen nicht gefallen. Nur geschottert sei der Platz gewesen. Und nicht so gepflegt. Also sind sie ein paar Kilometer weiter gefahren. Als Fernfahrer ist Jochen Klug öfter in Heilbronn und Umgebung. Weinberge hat er daheim in Hammelburg in Franken auch. Trotzdem: „Die Landschaft ist schon schön hier.“
Der Neckar wird von Touristen mit all seinen Facetten geschätzt
Ortswechsel. Wohnmobilstellplatz am Heilbronner Wertwiesenpark. Zum Neckar ist es ein Katzensprung. Martin Genck und Gerlinde Hahn rollen gerade ihr Stromkabel auf. Gleich geht es heim ins bayerische Nördlingen. Wie fanden sie Heilbronn? Die Innenstadt sei nicht besser oder schlechter als viele andere, so empfindet es Martin Genck. „Aber das Laufen am Neckar war sehr schön.“

Der Fluss hat es auch Rainer und Petra Fürst angetan. Vor drei Jahren verkauften die Rentner ihr Heim in Cuxhaven und legten sich ein Ferienhaus in Pforzheim zu. Das ist ihre Basis, von dort aus touren sie durch die Lande – dieses Mal eben nach Heilbronn. Rainer Fürst: „Ein Bekannter hat uns den Stellplatz empfohlen – und er ist wirklich wunderschön, genauso wie der Park.“ Drei Tage sind sie am Wertwiesenpark, länger darf ein Wohnmobil auch nicht stehen. Mit ihren E-Bikes sind die Fürsts nach Bad Wimpfen und nach Lauffen gefahren. Hier wie dort war’s gut. „Und der Radweg am Neckar entlang ist halt sehr schön.“

Touristen im Heilbronner Land: Manche Sehenswürdigkeit ist geschlossen
Birgit und Bruno Mauder sind schon zum dritten Mal mit ihrem Womo hier. Sie haben bereits einen Lieblingsstellplatz. Dass er frei ist, ist angesichts der vielen Fahrzeuge nicht selbstverständlich. Das Ehepaar hat Verwandte in Heilbronn, gemeinsam geht es nachher in den Park. Am Abend zuvor waren die Mauders auf der anderen Neckarseite im Foodcourt essen. Ein bisschen sei es wie daheim am Main, sagt Birgit Mauder. Nur dass es hier Urlaub ist. Gerne würde die Kitzingerin noch den Turm der Kilianskirche besteigen. Aber das geht sonn- und feiertags nicht. Dann eben ins Besucherbergwerk nach Bad Friedrichshall. Doch auch hier: Fehlanzeige. Die Saison startet am 1. Mai.
Dirk Albert und Olivia Samstag aus Leipzig sind mit ihrem Camper auf dem Weg nach Spanien. Wegen Mischlingshündin Leila reisen sie von Wasser zu Wasser – auch deshalb wählten sie Heilbronn und den Neckar als ein Etappenziel aus. „Denn der Hund badet gerne.“
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