Weingärtner Stromberg-Zabergäu mit neuem Marketingkonzept
Bei den Weingärtnern Stromberg-Zabergäu tut sich einiges. Nun tritt die Genossenschaft mit neuen Etiketten und neuem Logo auf.

Die Weinbranche ist im Umbruch, auch bei den Weingärtnern Stromberg-Zabergäu. „Wir haben spannende Zeiten hinter und vor uns, schauen aber voll Zuversicht in die Zukunft“, erklärt Vorstandschef Jürgen Conz mit Blick auf drei thematische Großbaustellen: So ist die 700 Hektar große und 700 Mitglieder starke Genossenschaft aktuell dabei, fast alles auf den Standort Brackenheim zu konzentrieren und den zwei Hektar umfassenden Standort in Bönnigheim zu vermarkten.
„Was daraus wird, hängt vom möglichen Investor ab.“ Auf Dauer soll dort – oder anderswo in Bönnigheim – allein ein Weinshop bleiben, mittelfristig auch die Traubenannahmen für den Jahrgang 2025 und Teile des Kellers. Für viele Mitglieder, „die seit Jahrzehnten mit ihrem Standort verbunden sind, war das ein Schock“, gibt Geschäftsführer Bernd Kost offen zu. „Auch wenn es drinnen und draußen gebrodelt hat, war dies der richtige Schritt, um uns für die Zukunft sicher aufzustellen.“
Neue Partner in der Vermarktung über den Lebensmitteleinzelhandel
Ein weiterer Schritt sei der zum 1. Januar 2025 vollzogene Austritt aus der Weingärtner-Zentralgenossenschaft (WZG) gewesen, bei der die Weinvermarktung über den Lebensmittelhandel „nicht optimal gelaufen“ sei, weshalb man hier andere Partner gesucht und gefunden habe, mit denen man zusammen jährlich rund 5,5 Millionen Liter vermarkten will: von der Großkellerei Trautwein in Lonsheim bei Alzey über den Lohnabfüller PSS in Langenlonsheim/Nahe bis zum Distributeur Mack und Schüle in Owen bei Esslingen.

Der dritte große Schritt resultiert aus dieser Neuausrichtung und werde in diesem Frühjahr – nach einem langen Entwicklungsprozess mit Mitgliedern und Mitarbeitern unter Federführung von Marketingexpertin Sandra Ehlen – Zug um Zug umgesetzt: eine nach laut Conz und Kost „revolutionäre Markenstrategie“. Bei der Leitmesse Prowein in Düsseldorf habe man im passenden Messestand mit dem neuen Logo und den neuen Marken viel Aufmerksamkeit und Anerkennung geerntet. Beim traditionellen Weinfest am 1. Mai in Brackenheim und am Vorabend bei einer Party wolle man alles der Kundschaft vorstellen, aber schon jetzt werde der neue Auftritt nach und nach Einzug in die Regale halten.
Neues Logo und neue Etiketten im Zeichen der Weinberge und der Sonne
Zentrale Elemente der Neupositionierung sind zwei kraftvolle Symbole, die im Firmenlogo verwoben sind. Ein Dreieck, das für den Weinberg steht, und ein Kreis als Symbol für die Sonne. Hinter der SZ-Bildsprache stecken für Conz und Kost zentrale Firmenwerte wie Beständigkeit, Fortschritt, Mut und Kreativität. Die Sonne fungiere nicht nur als Inspirationsquelle für das visuelle Konzept, sondern wird mit einem hellen und frischen Gelb zur Primärfarbe der Marke. Dieses Gelb stehe symbolisch für Aufbruch, Innovationskraft und Optimismus. Das Dreieck hingegen verweise auf die traditionsreiche Arbeit im Weinbau, die auf nachhaltige Entwicklung und konsequente Weiterentwicklung ausgerichtet sei.
Zahlen für den jeweiligen Sonnenstand – 270, 240, 210, 180 Grad
Damit einher gehen neue Etiketten, die wiederum die Qualitätspyramide von insgesamt 100 verschiedenen Produkten, das sind 75 weniger als bisher, widerspiegeln. Die großen Zahlen stehen – abgeleitet vom jeweiligen Sonnenstand – in den Grad-Angaben 270, 240, 210, 180 für hohe Wertigkeit, gehobene Wertigkeit, mittlere Wertigkeit und für Basisweine, aber auch für Aufbruch, Erkundung, Entdeckung, Erfüllung. Zum Großteil sind bisherige Linien darin eingegangen, besondere Marken bleiben aber erhalten: etwa Mann im Fass, Luisa’s Wein oder Blütentraum.
Letztlich geht es laut Kost und Conz darum, dass die Weingärtner Stromberg-Zabergäu nicht nur wie jetzt schon lokal gut verankert sind und für eine hohe Wertigkeit stehen. Nachholbedarf gebe es im Marketing bei wichtigen Größen wie klarer Struktur, Selbstähnlichkeit, Wiedererkennbarkeit, Differenzierung im Lebensmittelhandel und nicht zuletzt Einzigartigkeit.
Zahlen und Fakten zum Betrieb
Die Weingärtner Stromberg-Zabergäu sind 2012 im Zuge einer allgemeinen Fusionswelle in Württemberg aus den bis dahin selbstständigen Weingärtnern Brackenheim und der Strombergkellerei Bönnigheim hervorgegangen. 700 Hektar Rebfläche werden von 350 aktiven Mitgliedern bewirtschaftet, zudem gibt es 350 passive. Die bisherigen Weinlinien blieben bis zuletzt erhalten, werden aber nun weitgehend mit neuen Marken vereinheitlicht. Die jährliche Verkaufsmenge liegt bei 5,5 Millionen Liter Wein. Hauptsitz ist Brackenheim, wo mittelfristig fast alles konzentriert werden soll. Der zwei Hektar umfassende Standort Bönnigheim steht zum Verkauf, wie die Immobilie umgenutzt werden kann, ist noch offen, wobei in Bönnigheim zumindest ein Weinshop bleiben soll, vorerst für den Jahrgang 2025 aber auch die Traubenannahme und Teile des Kellers.
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