Wein ist Heimat und verdient mehr Wertschätzung – gerade in der Krise
Wein hat einen hohen Mehrwert und ist nicht nur eine Wirtschaftsgröße. Wein ist Heimat, ist Emotion, ist Genuss. Das muss uns mehr wert sein, meint unser Autor

Sinkender Weinkonsum, schwindende Rebflächen, explodierende Kosten. Der Weinbau steckt tief in der Krise. Dramatische Schlagzeilen, Fakten und Zahlen spiegeln die Situation unzureichend wider. Denn Wein lässt sich nicht auf nüchterne Wirtschaftsdaten reduzieren, er ist mehr. In unserer Region ist das unübersehbar, erlebbar, spürbar. Wein ist Heimat. Wein ist Emotion. Und: Wein wird von Menschen gemacht, die ohne Stechuhr in die Rebzeilen ziehen, in den Keller abtauchen oder den Verkauf anzukurbeln versuchen – in der aktuellen Krisensituation oft an der Grenze des körperlich und psychisch Leistbaren.
Was ist der Wein unserer Gesellschaft insgesamt noch wert?
Viele Wengerterfamilien wissen derzeit nicht, wie es mit ihnen, ihren Betrieben und Kindern weitergehen soll. Denn der Weinbau rentiert sich nicht mehr oder kaum noch. Hier können Fördergelder und andere politische Maßnahmen auf Dauer nicht helfen, womöglich sind sie nur Tropfen auf heiße Wengertböden.
Vielmehr stellt sich die Frage, was der Wein unserer Gesellschaft insgesamt wert ist. Jeder Verbraucher, jeder Gastronom, jedes Handelsunternehmen kann diese Frage für sich beantworten: mit angemessenen Preisen. Wer nur auf billig setzt, nimmt in Kauf, dass Weinberge verwildern, Wanderwege, Lehrpfade, Güter und Feste auf der Strecke bleiben, vor allem aber Wengerter, Familien, Menschen.
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